Hardware ist derzeit so billig wie noch nie. Man kann sich einen vernünftigen Rechner schon für 600-700€ bauen, der leise ist und sogar für fast jedes aktuelle Spiel taugt und auch sonstige Anwendungen, die 2 oder 4 Kerne nutzen oder viel Speicher brauchen, bedienen.
Selbstbau ist prinzipiell immer das beste, was man machen kann. Vorausgesetzt der Bauer hat ein wenig Ahnung von der Materie. Hier mal ein paar Tips von meiner Seite:
- Quad Cores sind nicht nur Hitzköpfe und bedürfen einer aufwändigeren Kühlung, sofern diese leise sein soll, sondern derzeit für ihren Preis sogar stellenweise noch langsamer als die doppelten Kollegen. Dual Cores sind i.d.R. für einen viel kleineren Preis ab Werk ein ganzes Stück höher getaktet.
- Softwareseitig lohnen sich viele Kerne bis dato kaum, so lang man nicht hauptsächlich encodieren, compilieren, rendern oder sonst Vorgänge abarbeiten will, die sehr linear verlaufen und so ziemlich als einzige ihre Berechnungen effektiv auf mehrere Kerne aufteilen können.
- Gegenüber einem SingleCore bringt ein Dual Core allerdings auf jeden Fall was - und derzeit noch einen SingleCore (wenn man überhaupt einen kriegt) zu kaufen wäre totaler Humbuk, so rein ökonomisch / wirtschaftlich betrachtet. Ich hab den Unterschied praktisch miterlebt, dass das reine Arbeiten im Windows etwas flotter abgeht und man einfach flexibler aufgrund der nun parallelen Ressource ist. Immerhin kann Windows einzelne Prozesse durchaus willkürlich Kernen zuweisen - das geht übrigens sogar manuell.
- Ich bin auch ein XP Anhänger und immer noch damit unterwegs, aber jetzt noch auf XP zu setzen halte ich dennoch für Schwachsinn. Man kommt einfach nicht drum herum dem Trend zu folgen, mit der Zeit hat man bei anderer Vorgehensweise eher nur noch Nachteile davon. Allein wegen microsoft'scher Politik ...
- Bau dir ruhig zwei Festplatten in deinen Rechner. Wenn du deine Daten ordentlich aufteilst, erreichst du damit am Ende sogar eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit und hast ein vermindertes Risiko, sodass nicht gleich alle Daten futsch sind. Außerdem ist es erstebenswert das System, also Windows, von anderen Daten und größeren Programmen (in der Größenordnung von Spielen) zu trennen.
- Externe Festplatten dauerhaft am Rechner laufen zu haben halte ich für Schwachsinn. Da gehören ausgelagerte, selten Gebrauchte Daten und v.a. Sicherungen drauf. Und ein Raid1 brauchst du keineswegs, wenn du deine Daten alle 1-2 Monate, bzw. wann du es für richtig hälst, sicherst. Und genau da ist eine externe Platte sinnvoll - v.a. wenn diese nicht dauerhaft läuft.
- Große Festplatten haben den Vorteil, dass deren Datendichte höher und somit auch die Lese/Schreibgeschwindigkeit höher ist. Zu beachten ist außerdem - v.a. bei größeren Platten - dass diese Geschwindigkeit vom Anfang der Platte (außen auf dem Platter) zum Ende (nach innen) zu drastisch abnimmt. Das System und ständig gebrauchte Daten sollten also am Anfang der Platte liegen.
- Wenn du dir Vista zulegst, wovon ich ausgehe, dann pack ruhig gleich 4GB rein. Die kriegst du derzeit schon für 60€ - und das ist dann schon relativ schneller Speicher.
- ABER: XP kann maximal 4GB (abzgl. Grafikkartenspeicher und sonstigem Speicher im System) verwalten. Zu begründen ist dies mit der 32bit Grundlage bzw. dem x86 Befehlssatz, der bix 32bit geht und halt maximal 4GB verwalten kann. Kaufst du dir ein 32bit Vista, hast du aber genau das selbe Problem. Wenn dann sollte es also ein 64bit Vista werden.
- Zu guter letzt noch was zur Kühlung: Leise soll sie sein, das ist klar. Grundsätzlich brauchts dafür großzügig bemessene Kühler, die möglichst zum Teil aus Kupfer bestehen und genug Oberfläche bieten, um die Wärme schnell abzuführen, ein Gehäuse, das nicht gar so klein ist und v.a. Steckplätze für 120er Lüfter bietet, möglichst Wärmeleitpaste zwischen Chip und Kühler (keine Pads), am Schluss durchweg große und langsam drehende Lüfter (und da kann man ruhig Werkslüfter nehmen, die kann man ganz simpel an die 5V Schiene des Netzteils hängen, dann laufen die richtig gemütlich und sind kaum zu hören) und bestenfalls noch eine Entkopplung der sich drehenden Elemente, also Lüfter und Festplatten. Ich hab meinen und den Rechner meines Vaters sogar noch komplett gedämmt, d.h. dass der Luftschall im Gehäuseinneren teils geschluckt und der Körperschall des Gehäuses weitestgehend verhindert wird. Dann gibts auch keine Probleme mehr mit Aluminiumgehäusen. Und gute Alu Gehäuse scheppern auch so nicht ......
- Nochwas: Netzteile sind ein Knackpunkt. Will man es wirklich leise haben, sollte man nach einem effizienten (also eines, das einen möglichst großen Teil der aufgenommenen Leistung auch dem Rechner zuspielt und nicht verheizt) suchen, das ne dafür angemessene Kühlung hat. Es gibt eine 80+ Zertifizierung, die jedes Netzteil bekommt, das bei typischer Belastung (50%) ne über 80%ige Effizienz hat. Das kann ein Richtwert sein. Zudem ist es quatsch überdimensionierte Netzteile zu kaufen, da diese dann noch ineffektiver arbeiten - bei sehr geringer oder sehr hoher Belastung arbeiten Netzteile generell ineffektiver. Für deine Zwecke reicht durchaus schon ein gutes 400W Netzteil. Mein Rechner (E6600 @3GHz, 3HDDs inkl. Raptor, x1950pro [sehr hungrig auch im idle], SB Audigy 2 ZS und ein paar Lüfterchen) verbraucht insgesamt (also mit NT verlustleistung) im idle "gerade mal" 130W, bei absoluter Volllast 210W. Da braucht man keine 500 oder 600W Schleuder.

Prinzipiell würde ich dir vorschlagen, dass du dir von Jemanden oder uns was zusammenstellen lässt und das von nem guten Bekannten, der Ahnung hat, bauen lässt. Die Hardware lässt sich dann günstig übers Internet beschaffen. http://geizhals.at/deutschland/ wäre da ein Anlaufpunkt ..
Hoffe das war nicht all zu viel, ist wohl doch etwas zu ausschweifend geworden ![]()