Auch das zweite Drum Event ausgerichtet von Wahan Drums war ein Erlebnis.
Es war ein langer Tag bzw. Abend, aber es hat sich gelohnt nach Mainz in die Phönixhalle zu fahren. Die Eindrücke sind mal wieder zahlreich, alles Erlebte wieder zu geben, ist mir leider nicht möglich.
Ein Versuch der Annäherung:
Neben den sich präsentierenden Ausstellern wie Fisher Amp, Istanbul, das Drumers Institute und allen deutschen Drummer-Fachmagazinen und anderen gab es ein Recording-Workshop mit Uli Frost, der Drummer mit seinen erlesenen Geräten aufnahm. Auch ich durfte an das Wahan-Set. Das Ergebnis wird eventuell hier Forum präsentiert.

Der erste Workshop wurde in seiner lockeren Art von Gerald Stütz gehalten. "Ist doch ganz einfach", lautete einer seiner Lieblingssätze, wenn dem Publikum aufgrund seiner Performance der Mund offen stand.

Der eher bescheidene Künstler zeigte Technik auf höchsten Niveau. Am Set und an der Snare begeisterte er mit seiner Vorführung und Kommentaren mittels Headset von Spieltechniken wie dem Besenspiel, das er perfekt beherrscht. Außerdem gab er Einblicke in die Welt eines Orchester-Schlagzeugers.

Dann waren Armin Rühl und Mark Essien an der Reihe. Die beiden tauschten zunächst ihre Instrumente. Mark bewies, dass er auch das Schlagzeug beherrscht. Besonders sein einhändiger Snare-Wirbel erregte nicht nur beim Publikum Aufsehen. Armin war sichtlich beeindruckt und nach eigener Aussage bedauerte er, dass sie die Instrumente getauscht hatten.

Das Zusammenspiel der beiden machte Spaß. Die gute Laune, die von der Bühne aus verbereitet wurde, sprang auf die Zuschauer über. Dazu trugen Armins launige Kommentare bei. Nun weiß ich endlich, was einen guten Drummer ausmacht, laut Herrn Rühl ist nur wichtig, das die Mädels mit dem Popo wackeln.

Nun, für Mark hat Trommeln sicherlich noch eine andere Bedeutung. Er redet nämlich durch sein Instrument. Der Umgang in seiner Heimat Ghana ist eben anders, die Trommel hat einen großen kulturellen und spirituellen Anteil im Alltag.

Der letzte Workshop wurde von Hermann Kock gehalten. Auch er begeisterte mit seiner Technik. Ostinati, Drei, Fünfer und Verschiebungen spielt er mit seinem kleinen Jazzset, wie er es nannte, mit einer Leichtigkeit, die nicht nur mich staunen ließ.

Während er die kompliziertesten Figuren spielte, kommentierte er diese über ein Headset. Er erzählte, als wenn er nichts nebenbei machen würde. Das muss ihm erst mal jemand nachmachen.
die nach der trommel (Nr.4)
In der fast ausverkauften Phönixhalle fand am Abend dann eine absolut sehenswerte Show statt. Über tausend Zuschauer verfolgten gebannt das Geschehen auf der Bühne.

Ob Armin wohl aufgrund des einhändigen Trommelwirbels von Mark nachtragend war? Eher war er einfach gut drauf.

Nicht zuletzt wegen der Performance des Mainzer Nachwuches konnte der Grönemeyer-Drummer mit dem Verlauf des Abends, sorry, der Nacht zufrieden sein. Die jungen Mainzer zeigten, dass wir uns um den Nachwuchs nicht Sorgen brauchen.

Dieses mal bereute er es nicht, dass ein anderer an seinem Set Platz nahm. Aber, auch der junge Drummer wusste mit dem Set um zu gehen.

Der Meister selber musste aber auch ran. Das Publikum feierte u.a. sein Solo nach der Pause.

Specialguest Manni Neumeier zeigte sein tolles Solo und integrierte sich danach perfekt in das Team der fünf Trommler.

Jens Weidenheimer (links) und Boris Angst

Stefan Breuer

Finale Teil 1

Jeder durfte noch mal ein Solo zeigen und dann kam die Zugabe.

Finale Teil 2 mit Willy Wahan (links), Tambour Mayence
(danke für den Tipp, bigmac) Die sieben Trommler zeigten, warum sie während der Mainzer Fastnacht sich vor Auftritten kaum retten können, Showdrumming vom Feinsten. Daneben sind noch die Trommler des Nachwuchses zu sehen, die noch nicht ins Bett mussten.
Meinen Dank gilt Eddie und Kurt, die die vierte Nacht zusammen mit Armin erst möglich gemacht haben, Wahan und Johannes sowie allen Helfern, die das zweite Drum Event mit der nacht der trommel auf die Beine gestellt haben. Frau Ipo meint übrigens, die Show sei besser als die Blue Man Group. Zumindest ist sie fast um drei Stunden länger.