Schlagabtausch, der Schlagzeug Podcast: Allan Leibowitz über E-Drums, digitale Schlagzeuge und die Zukunft der Drummerszene

  • In Folge 136 des Schlagabtausch Podcasts sprechen Dirk Brand und ich mit Allan Leibowitz, dem Gründer und Chefredakteur von digitalDrummer und einem der weltweit wichtigsten Beobachter der E-Drum-Szene. Als Journalist, Schlagzeuger und internationaler Netzwerker beschäftigt sich Allan seit vielen Jahren intensiv mit elektronischen Schlagzeugen, Hybrid-Setups und den technologischen Entwicklungen in der Drum-Welt.


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    Zu Beginn der Folge geht es aber wie gewohnt mit einem kurzen Small Talk los. Dirk berichtet von aktuellen Aktivitäten rund um Subsignal und wir sprechen über die neue Single „Hiraeth“. Dabei gibt es auch einen kleinen Mitmach-Aufruf: Hört Euch den Song "Hireath" an und versucht, die vorkommenden Taktarten in der richtigen Reihenfolge zu notieren. Wir sind gespannt auf Eure Antworten in den Kommentaren. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Europe Drum Show und das von Allan Leibowitz gehostete E-Drum Experience Lab, das verdeutlicht, wie präsent das Thema elektronische Schlagzeuge in der Szene ist.


    Im anschließenden Interview sprechen wir mit Allan Leibowitz über seinen Werdegang, die Entstehung von digitalDrummer und seine Perspektive auf die Entwicklung der E-Drum-Szene weltweit. Es geht um die Frage, warum elektronische Schlagzeuge lange Zeit unterschätzt wurden, welche technologischen Fortschritte in den letzten Jahren besonders relevant waren und wie sich das Verhältnis zwischen akustischen und digitalen Instrumenten verändert hat. Allan gibt Einblicke in seine Arbeit als Journalist und erklärt, worauf es bei unabhängigen Tests, Reviews und der Bewertung neuer Drum-Technologie wirklich ankommt.


    Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Rolle von E-Drums im modernen Musikeralltag. Wir sprechen über Einsatzmöglichkeiten im Live- und Studio-Kontext, über Hybrid-Setups und darüber, wie sich Spielgefühl, Sound und musikalischer Ausdruck im digitalen Bereich weiterentwickeln. Dabei wird deutlich, dass elektronische Schlagzeuge längst kein Nischenthema mehr sind, sondern ein fester Bestandteil der internationalen Drummerszene.


    Das Interview führen wir auf Englisch, da Allan aus Australien kommt. Durch seine klare und ruhige Ausdrucksweise ist das Gespräch aber auch für Nicht-Muttersprachler gut verständlich. Wenn Ihr die Folge auf YouTube schaut, könnt Ihr zusätzlich die automatischen deutschen Untertitel aktivieren.


    Abgerundet wird die Folge wie immer durch unsere Empfehlungen der Woche.


    Wie steht ihr zu Allans Engagement für die E-Drums?

  • deinschlagzeuglehrer

    Hat den Titel des Themas von „Schlagabtausch, der Schlagzeug Podcast: Billy Cobham, Europe Drum Show & Drum Camp - Schlagabtausch Ticker 06 2026“ zu „Schlagabtausch, der Schlagzeug Podcast: Allan Leibowitz über E-Drums, digitale Schlagzeuge und die Zukunft der Drummerszene“ geändert.
  • Ich kenne den guten Allan ja schon länger; er hat mich in meinen Anfangstagen auch mal in seinem Magazin gefeaturet; allerdings gab's dann später für mich bei meinen bedeutenden Entwicklungen keinen wirklichen Support mehr von ihm, was mich enttäuscht hat. Allan hat sich schon viel für die E-Drum-Szene eingesetzt, und E-Drummer können info-mäßig von ihm und auch durch dieses Interview was lernen; allerdings habe ich auch Kritik an seinem Output.


    Was mich oft bei ihm nervt ist eine gewisse Oberflächlichkeit z.B. durch Weglassen von wichtigen Informationen, und das macht den Eindruck von fehlender Expertise (ich nenne mal hier als Beispiel das Nichterwähnen eines gravierenden Drawbacks bei seinem begeisterten Nennen von SensoryPercussion - nämlich Latenz - da vermittelt er Leuten nur das Positive und läßt leider essenzielle Infos weg, die SP für viele sofort komplett durchfallen lassen)

    und das viele Schwärmen von (neuen / innovativen) "fantastic products" die bei mir oft nur ein müdes Lächeln auslösen. Auch gerade das Thema Innovationen in solchen Interviews läßt immer einen faden Geschmack bei mir aufkommen (gerade wenn ich Dinge mit meinen eigenen Innovationen vergleiche): was ist denn konkret so innovativ und fantastisch (außer jetzt korrekte Funktionalität von einem E-Kit und... wireless Triggers (lol)? Vieles ist nach meiner Erfahrung ein alter Hut oder hat so einige Drawbacks und Unzulänglichkeiten oder ist eher unwichtig.


    Auch seine Zukunftsvorstellung von E-Drums über's Handy finde ich sehr unwichtig und auch überhaupt nicht wünschenswert (Editieren von leistungsstarken E-Drum-Tools ohne gescheite Mittel wie großer Bildschirm und Maus+Tastatur ist ein Krampf!).


    Und ich würde mich freuen, wenn die E-Drum-Nische einen dedizierten Journalisten und "Ambassador" hätte, der Innovationen erkennt, die auf konventionellem DrumKit-Spiel basieren ( Link1 + Link2 ) und viel drummer-basierter und weit entfernt sind von unglaublich speziellen, "fancy" Geschichten wie "Zendrum" und ähnliches Finger-Drumming-Zeug oder das Hauen auf einen Midi-Controller in Form von einer blinkenden Stange. Innovationen und Features, die die Art und Weise des herkömmlichen Schlagzeugspielens (und mithin dann auch die des (Band-)Musikmachens) beeinflussen und gewissermaßen verändern und sich im Gegensatz zu den "fancy" Geschichten noch absolut "herkömmliches Schlagzeugspiel" nennen können und die eben nicht in der A-Drum-Welt, sondern ausschließlich in der E-Drum-Welt möglich sind. Eben eines der stärksten Argumente für E statt A (und überhaupt für eine E-A-Unterscheidung) welches mal nichts mit dem immer nur genannten, altbekannten und IMO ausgelutschten "E ist Ersatz für A wegen geringerer Lautstärke für die Nachbarn, und man kann viel einfacher recorden und Drums für Musik produzieren" zu tun hat.

    Das ist der Herr Leibowitz nach meiner Erfahrung nämlich leider nicht: er erkennt solche Innovationen selbst dann nicht, wenn man sie ihm unter die Nase reibt (d.h. sie ihm unter anderem z.B. mit ausführlichsten Beschreibungen in einem persönlichen Chat präsentiert und ihn einläd, persönlich zu testen), und er ignoriert sie völlig. Das liegt auch daran, daß er wie soviele andere IMO auf's falsche Pferd setzt und die Möglichkeiten des Zusammenspiels "E-Drum mit Computer" nicht wirklich im Fokus hat (obwohl er im Interview VST erwähnt, aber halt lange nicht im "advanced" Sinne - der existiert bei ihm nicht wirklich) ➜ ohne dieses Zusammenspiel gibt es hinsichtlich der genannten Art von Innovationen und Benefit nämlich sehr wenig zu holen und zu entdecken.

    So bleibt auch seine genannte Show im April leider mal wieder gewissermaßen "alter Wein in neuen Schläuchen", denn in seinem "Innovation Showcase" gibt's nichts zu bestaunen, was sich auf das Schlagzeuspielen an sich auswirkt: es geht leider immer nur hauptsächlich um den ewigen und und im Vergleich zu "Creative Engines" auch langweiligen Ersatz von A-Drums (auch da sehen die Modulsound-Systeme, auf die der gute Allan generell hauptsächlich fokussiert ist (mal das Interview außen vor gelassen), blaß aus gegen Software-Lösungen (vor allem eben mit leistungsstarken Tweaks (➜ Link (alles was z.B. unter Kategorie 1 fällt)) - ich meine, wie dolle ist es denn bitteschön als Fortschritt festzustellen, daß Roland Module mittlerweile minimal weniger künstlich und nach Plastik klingen?...)


    Allans Statement im Interview bezüglich seiner Anfangszeiten mit E-Drums "I had no idea of the awesome power of electronic drums" (und "electronic drums can do so much more than acoustic drums") ist für mich schon etwas skurril, denn er (und bislang auch kaum ein anderer) hat die Leitungstärke von E-Drums gewissermaßen immer noch nicht erkannt und macht trotz erhaltener Information auch keine Anstalten, Notiz davon zu nehmen und darauf anzuspringen.


    Zu der Frage nach dem "perfect electronic drum kit", "must have" und "what should be developed in the future" hätte es meineserachtens viel Konkretes zu erzählen gegeben, gerade wenn man Statements wie "The hihat is 50% of drumming + The hihat and the snare is everything" macht. (➜ Hihat-Funktionalität mit authentisch- u. gutklingenden externen Dumsound-Libraries und L/R-Hand-Übersetzung (auch auf Meshheads) z.B. als ein super wichtiges Thema - bzgl. Letzterem kann man ansonsten nämlich auf E-Drums noch nicht mal seine gespielten Handsätze und die daraus resultierende Musikalität darstellen). Bei Allan kam da irgendwie nix.


    Und nochmal zurück zu "A-Ersatz" vs. "Creative Engines" : ich glaube auch, daß das "ewige und gewissermaßen langweilige Ersatz von A-Drums"-Ding nicht wirklich zum Wachstum der bislang äußerst mickrigen E-Drum-Szene beitragen wird. Dafür braucht man schon ein paar außergewöhnlich attraktivere Features, und wenn man die ignoriert, dann braucht man sich über die nicht größer werdende E-Drum-Community nicht wundern und hat als E-Drum-Ambassador (der der gute Allan meineseachtens auch irgendwie sein will) in einem wichtigen Punkt versagt.



    Und dann noch eine Anmerkung zu Allans mehrfach genanntem Thema "Latency" im Interview. Das was er da an Latenz-Werten in seinem Magazin oder Blog veröffentlicht, ist leider unstimmig ( ➜ Link ). Er nennt seine Latenzmessungen immer als stolzen Punkt für ihn, aber er verbreitet damit gewissermaßen Fakenews. Wenn man ihn auf diese Unstimmigkeit anspricht (und das habe ich getan), kommt leider keine Verbesserung und auch kein Hinweis auf diese Unstimmigkeit als Edit. Es zeigt sich hier im Interview diesbezüglich auch, daß er nicht lernfähig ist, denn er erwähnt ja (bei 01:10:29) nochmal explizit sein Herunterstellen von Modul-ScanTime als Teil seiner Bemühungen (also den begangenen Denkfehler).

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