Ein Fall für die Storchbraterei: bis zum Punkt "Sound" das von "Fachblatt-Rezensionen" sattsam bekannte Mann-ist-das-toll-verarbeitet-und-sieht-das-alles-geil-aus-Blubb, man klickt sich lethargisch dem erwarteten - da als Untergrenze obligaten - "Auf jeden Fall unbedingt antesten!!!"-Fazit entgegen ... da wird man plötzlich ohne Vorwarnung völlig überrascht (den Satz mit "allerdings immer ohne jede Spur von Musikalität" habe ich mir ungelogen fünf Mal durchgelesen, weil ich den Fehler finden wollte) mit einem erfrischend offenen, handfesten Verriss und einer 2 von 5 Sterne Wertung (und das auf einer von einem Großhändler initiierten Seite, der das Set aktuell im Programm hat). Für diese völlig unerwartete positive Überraschung ein Danke / Chapeau von mir!
http://www.bonedo.de/artikel/e…t/mit-der-lizenz-zum.html
Falls der Artikel mal gelöscht werden sollte hier ein Auszug, weil´s m. E. wirklich Seltenheitswert hat:
ZitatAlles anzeigenDie Bassdrum hat ihren Namen verdient. Sie wummst ganz ordentlich und produziert problemlos Frequenzen im absoluten Subbass-Bereich. Das tut sie auch in ziemlich jeder Stimmung. Stärker bedämpft klingt sie präzise, modern und druckvoll, allerdings immer ohne jede Spur von Musikalität.
Mit den Toms habe ich mir erst einmal schöne Intervalle gesucht, grob gestimmt und sie dann angespielt. Das Ergebnis: Ein Sammelsurium komischer Frequenzen. Also noch mal… dasselbe Resultat. Die enttäuschende Erkenntnis nach diversen Versuchen: Weder gibt es eine auffällige Lieblingsdisziplin der Toms, noch trifft man besonders deutlich auf einen Kesselton. In fast allen Lagen dominieren Nebengeräusche den eigentlichen Ton der Trommeln.
Besonders auffällig ist hier ein Flatter-Echo-Sound der klingt als würde man auf einen Gummiball schlagen. Auch veranstalten die Schlagfelle ein seltsames Gebrüll. Erst nach zwei Packungen Moongel ist endlich Ruhe.
Sowohl Toms als auch Snare fangen erst in reichlich absurden Stimmungen an, ein wenig Spaß zu machen. Das Ausmaß der Nebengeräusche ist in den Beispielaufnahmen längst nicht so auffällig wie im Raum.
Als Testabschluss stellte sich dann die Verstimmsicherung an der Snare selber ein Bein und setzte eine Schraube so fest, dass sie sich am Ende nur noch samt Gewindehülse im Böckchen drehte.
Das Premier Series Classic Maple ist ein sehr schönes, handwerklich hochwertiges Schlagzeug, das leider nicht annähernd so gut klingt wie es aussieht. Im Test zeigte das Set erstaunlich wenig Charme und Musikalität. Besonders den Toms war nur mit Mühe ein schöner Ton zu entlocken. Die klanglichen Qualitäten rechtfertigen den Preis sicher nicht und mit seinen geschätzten Vorfahren kann sich dieses Schlagzeug auch nicht messen. Schade!
