Beiträge von Chuck Boom

    Viel diskussionsträchtiger und erhellender finde ich das bei Signature-Becken.


    Sabian hat da ja jede Menge von im Programm. Nur habe ich persönlich schon mit mehreren Modellen erlebt, dass gleiche Signature-Becken oft wirklich äußerst unterschiedlich klingen (und z. B. auch ganz unterschiedliche Gewichte hatten!), womit das Signature-Gefasel dann tatsächlich als Hochpreis-Rechtfertigung ohne Substanz entlarvt wäre.


    Bei Trommeln gibt es m. E. noch zu beachten, dass zwar einerseits offensichtliche Signature-Spezialitäten gebaut werden, die es sonst nicht gibt (2 Teppiche, spezielle Größen und Kesseldicken etc.), aber die Namensgeber dennoch speziell "getunte" Modelle spielen, wie sie im Handel dann eben nicht 1:1 angeboten werden.
    Gutes Beispiel sind die Gratungen: sehr wichtig für den Sound, aber "unsichtbar". Ich habe gehört, dass viele Cracks mit sehr spitzen Gratungen spielen, teils auch nur "einseitigen" ohne Gegenschnitt. Im Handel erscheinen dann aber weniger spitze Gratungen mit Gegenschnitt. Warum? Weil die spitzen einseitigen Gratungen viel fragiler sind und die Firmen Reklamationen vermeiden wollen. Ähnliches könnte ich mir mit weiteren "unsichtbaren" kleinen Helfern vorstellen, wo man auch mal leicht einzwo Mark sparen kann, z. B. dem Teppich. Das ist firmenseitig natürlich nachvollziehbar, nur klingt das Ding dann halt auch nicht wie bei Crackens.

    Ab 1:44 verschiebt er den groove / das feel um 1 16tel, bleibt aber bei den vorherigen 16teln.


    Das andere ist eine Modulation. Das sind im "eigentlichen" Metrum des Stücks Trioloen (und zwar gegenläufige), die er dann als straighten 4/4 spielt. Somit verschieben sich die gefühlte und die gehörte time.


    Alles klar? :thumbup:


    OK, mach mal so: hau mal 15 Sekunden vor den Verschibern Triolen (1-2-3-2-2-3-3-2-3-4-2-3), dann betone ab der Zählzeit 2 (oder 4) jede Zweite (rechts oder links). Das werden dann die 8el des "neuen" beats.


    Sehr zu empfehlen für sowas: "Beyond bop drumming" von John Riley. In dem Buch geht er auf viele so Geschichten ein. Ich hab dir doch mit dem Ufip Natural Ride auch so ne CD geschickt, u.a. mit Zeug von Marsalis´ "Standard Time Vol. 1". Die werden in dem Buch auch transskribiert. Da gehts tatsächlich noch fieser ab. 8|

    Beim Syndicate gabs auch meines Wissens nur den Paco Sery (recht unbekannt, aber sehr geil) und eben "the animal" Kirk Covington. Mit Covington hab ich sogar noch irgendeine WDR-Aufnahme von Syndicate. Der wechselt auch immer mal die Frisur (trägt zwar in der Regel seinen Wuschelwuchs, neulich habe ich ihn aber auch mal mit Irokesen gesehen), vielleicht erkennst du ihn auch deshalb nicht 100% auf den Videos. ;)


    Kirk ist jedenfalls ne absolute Drecksau. Dass du kaum Handgelenk gesehen hast, könnte auch daher kommen, dass er seine Bewegungen mit dem Handgelenk unheimlich runterfahren kann (u. a. wohl auch daher seine tierische Geschwindigkeit), so dass man aus etwas Entfernung kaum noch eine Bewegung erkennt. Unverkennbares Markenzeichen ist imho sein ungeheuer dynamisches Spiel von ppp bis Berserker-Gemetzel.

    Mit den Trads wollte Paiste die alten K Istanbuks kopieren. Gibt zwar kein aufrechter Schweizer offiziell zu, hinter vorgehaltnener Hand und zu fortgerückter Stunde aber schon.


    Dass die als 602-Nachfolger konzipiert worden seien, habe ich noch nie gehört (bin aber auch kein Paiste-Spezi). Von der ganzen Charakteristik her finde ich die aber auch alles andere als ähnlich. Die 602 eher kühl und differenziert, die Trads eher wärmer und komplexer. Wie auch Philippe schon schrob.

    Also ich weiß ja nicht, was ihr da alle von zu fest angezogenem Teppich erzählt.


    Zitat

    wenn ich nur leicht drauf schlage, reagiert der Besen nicht sondern es klingt nur wie ne "normale" Trommel


    Das klingt nach zu lasch angezogenem Teppich, der nur noch mit ein paar Spiralen auf Backbeats reagiert, bei ghostnotes (seit wann gibts die eigentlich im Metal? ;-)) aber eben nicht mehr. Oder anderen Fehlerquellen. Aber wie gesagt: bring vorbei.

    Hört sich nach falsch angebrachtem Teppich, falschen Fellen, falscher Stimmung, zu viel Tempos auf dem Fell oder allem zusammen an. Wenn du mit der Schnarre mal vorbeikommst (Wiesbaden oder 65474 Bischofsheim) seh ich zu, was ich machen kann.


    Mit deiner Beschreibung wirst du nicht viele konkrete Antworten bekommen. ;)

    Feiner Bericht, Danke.


    OT: ich erinnere mich aus früherer Zeit an weitere schöne Ortsnamen die 66 rauf, z. B. Linsengericht, Höf und Haid (als EIN Name!) oder so ähnlich ... und mehrere Gesäße (daher evtl. "Arsch der Welt"?) gibt´s da auch noch. Hüttengesäß z. B.. Herrlich.

    Vielleicht kann man mit feinsten fühsikalischen Messungen winzige Nuancen Unterschied auf dem Monitor sehen. Vermutlich nicht allzuweit aus dem Fenster hängend behaupte ich aber mal, dass das vernachlässigbar ist. Besonders unter Beachtung sonstiger, imho wichtigerer klanggebender Faktoren wie z. B. Raumakustik, Art der Aufhängung (Winkel, wie fest festgeschraubt), Sticks, Anschlagswinkel, -punkt und -stärke und last not least dem Trommler ansich.


    Ich glaube der auch von mir hoch geschätzte Herr E. hört da Flöhe husten.


    Oder meinte er am End vielleicht Flatbass-Ständer (mit lowcut / Rumpelfilter)? In dem Fall natürlich ...

    Hey Johannes - das ist ja mal eine echt schöne Sache diese Doku. Sehr nett gemacht (nur den Vorspul-Haken zu treffen ist aweng schwierig *arg*), sympathische Leute und auch geile Mucke. Reschbeggd! :)


    Das mit der Sängerin ist natürlich bitter, aber sieh es positiv: wenn sie sich am End noch in Sebastian verknallt, geheiratet und einen Doppelnamen genommen hätte .....






    ... dann hieße sie Becky Gaber-Tittel (oder Tittel-Gaber? Auch gut.). :Q ;)

    Regeln gibts (da) nicht. Erlaubt ist was gefällt usw. etc. pp. ;)


    Ich finde die "nackte" Snare kommt oft gut bei Latin-Geschichten (mit Rimshots!). Eine "Regel" wäre vllt., dass man durch Lösen des Teppichs den sound halt generell weicher macht, was alle grooves mit viel 16tel-Geschrabbel "entschärfen" kann (wo es mit Teppich zu aufdringlich klänge).


    Mit meiner alten Band habe ich mal bei einem Stück in der (verhaltenen) Strophe ohne Teppich gespielt und dann vor dem Refrain rubbeldiekatz den Teppich zugeschaltet. Das hat die Sache schön gehoben, spannender gemacht. Fand ich.