Beiträge von Chuck Boom

    Kennt Ihr das lauter-werden-Phänomen?


    Ja. Kennt wohl auch (fast) jeder. Du beschreibst auch den klassischen Kreislauf, vor allem zwischen Instrumenten mit Volume-Drehknöpfen. Einer der ersten Sätze, die Gitarristen lernen? - "Ich hör mich nicht!!!1elf" :rollyes: Und dann schaukelt sich das hoch.


    Was macht Ihr da?


    Disziplinieren. Immer wieder dran denken, den Level zu halten oder sogar runterzufahren. Sowohl bei einem selbst, als auch bei Kollegen, die man freilich regelmäßig erinnern muss. Ist übrigens auch eine gute Übung für die eigene Technik sowie Musikalität und sehr hilfreich, wenn man mal leise spielen MUSS.


    Welches Besteck spielt Ihr im Proberaum (E-Set, A-Set, Mesh-Set)


    A-Set.

    Da es bei nur einem OH keine Phasenprobleme gibt, muss man das nicht unbedingt "ausmessen" und es kommt sicher auch auf den jeweiligen Aufbau an. Bei meinem (kleinen) Set habe ich das Mikro über / neben / leicht hinter der rechten (als Rechtshänder) Schulter. So etwa auf einer gedachten Linie von linker Hüfte zur rechten Schulter, Stück hinter noch, und dann das Mikro schräg (ca. 45°) und etwa auf die Snare gerichtet. Nicht zu nah am Ride (wobei das eh nur seitlich etwas reinkommt). Dann kannst du nat. noch etwas variieren, je nach dem, wie groß die Bühne ist, wie weit die nächste störende Schallquelle ist und wie viel Set du im Bild haben möchtest. Wenn ich ein Bild finde, reiche ich es nach.

    Vor allem die BD abzunehmen, ist m. E. oft sinnvoll, auch in kleinen Clubs. Kommt nat. drauf an, was man für eine BD spielt (Größe), was man für einen Bleifuß hat oder eben nicht (wie ich) und wie laut die Band insgesamt ist. Aber tiefe Frequenzen werden vom Ohr weniger gut wahrgenommen als höhere (Snare und Becken), und daher ist die BD schnell unterpräsent im Bild.
    Wenn es auch oben rum noch etwas präsenter werden soll, habe ich immer ein Overhead genommen, von hinten schräg über die Schulter (Standtomseite), glyn-johns-mäßig. Das hat bei mir immer ausgereicht, das Set mit einzufangen. Ich habe da immer ein Großmembran-Kondenser (C-3000 B, klingt in meinen Ohren luftiger und weicher als ein Kleinmembran) genommen und war zufrieden.
    Mit 2 OHs kann es evtl. leichter Auslöschungen geben, ferner Nerv mit Positionierung, Ständern, Verkabelung etc..
    (Nachtrag: Letzte Stufe vor der Vollmikrophonierung wäre noch z. B. ein SM 57 an der Snare. Habe ich (selten) dann am Standtom so angebracht, dass es seitlich auf die Snare geht und noch etwas von den Toms mitnimmt.)


    Einschränkend sei gesagt, dass ich in dem Bereich keine große Ahnung habe. Bin so bisher aber immer gut gefahren.

    Relativ einfach zu spielen und dabei superfett klingend sind Triolen wie folgt: erster Schlag Floortom + offene Hihat zusammen (die Hihat dabei eher soft anschlagen), 2. und 3. Schlag Bassdrum rl oder lr. Oder wahlweise die Hihat nur jedes 2. Mal mit anschlagen (ein Mal Floortom allein). Dat ledert ordentlich. :thumbup:

    in welcher Zeitspanne welches Ziel realisierbar sein muss


    Ich werfe dazu mal Tommy Igoe in den Raum, der seinen Schülern immerfort an die Hand gibt: "THIS IS NOT A RACE!". Ich kann dich verstehen (wer nicht in dieser wirtschaftsgeprüften Benchmarkwelt), aber den anderen Ansatz finde ich deutlich besser (vor allem als ein "muss"), insbesondere wo es doch um Musik geht. ;)

    Mir ist auch aufgefallen, dass ich die SIngles NUR links bzw. NUR rechts deutlich schneller kann, als beide Füße zusammen.


    Das ist mit den Händen ja meist genauso und vllt. auch noch ein Beleg für die Schnell-hören/verstehen-Ansicht.


    Wie würdet ihr eine gesunde Zeitschiene zum Schnellerwerden definieren?


    Nimmst du an einem Wettbewerb teil? Wenn nicht würde ich mir nicht selbst unnötig Druck machen und Linien ziehen, die mich nur stressen und außerdem bei vermeintlich "erfolglosem" Überschreiten noch selbst erzeugten Frust bedeuten.

    Ich bin jetzt kurz davor die ganze Sache aufzugeben!


    Also das wäre schade. Um nicht zu sagen das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Ruhig Blut, viel Geduld, und immer schön weiter trommeln! Nicht Trommeln ist mal so gar keine Lösung! :D


    Zur Sache kann ich mir ebenfalls vorstellen, dass es insoweit Kopfsache ist, als man Abläufe - auch simple Singlestrokes - mental erst mal "voll erfasst" (hier speziell das hohe Tempo) haben muss bzw. sollte, bevor man sie auch richtig und gut umsetzen kann. Jojo Mayer formulierte mal sinngemäß, dass es zum schnellen Spielen erforderlich sei, auch schnell hören zu können.


    Man lernt allgemein am besten, wenn man neue / ungewohnte Abläufe erst mal langsam und lange richtig übt. Ohne dich zu kennen und dein Spiel gesehen zu haben, würde ich also a) dem guten Lehrer vertrauen und b) nicht mit dem Brecheisen arbeiten. Also ein Tempo, das du gut beherrschst, gut und über längere Zeit richtig (schön) spielen. Statt immer mal ein paar Sekunden über deinem Limit rumzukrampfen und dann frustriert abzubrechen lieber mal eine Minute und mehr sauber in beherrschbarem Tempo. Und was mir noch hilfreich erscheint: auch mal jedes Bein bewusst für sich hören (und fühlen).

    Ja cool, Danke, so was in der Art hatte ich im Sinn. :thumbup: Zwar leider sehr nördlich, aber das Prinzip stimmt. Hast du die Adresse noch oder einen Link vom Vermieter / der Fewo?


    stk: Falls das nicht deine Gartenlaube in good ol´ Threeoak ist (ist der Proberaum nicht für uns alle Urlaub?): Auch sehr schön. Wo war das? Wer vermietet´s? etc.

    wie bescheuert wäre es


    Ziemlich arrogant und engstirnig, oder? :)


    Drummer sind ja oft ein verrücktes Völkchen, und es mag ja auch Leute geben, für die Trommeln keine "Arbeit" ist, sondern denen das wirklich Spaß macht - auch im Urlaub - und die die restlichen 23,5 Stunden auch eines Urlaubstages besser gelaunt genießen können, wenn sie mal eine halbe Stunde getrommelt haben.


    Und natürlich kann man Sticks, Pad und Besen mitnehmen, Grebfruit, und danke auch für deine philosophischen Ausführungen über Musik als multilateral individuenübergreifende Kommunikation. Hat zwar nix mit der Frage zu tun und ist auch sattsam bekannt, aber immer wieder erbaulich zu lesen. Wie ich schrob, nehme ich nat. auch Pad und Sticks mit, Besen auch. Ist aber bekanntermaßen kein Vergleich z. B. zu einem kleinen Bopset.


    Dass das DF nicht für jede Beziehung ein individueller Ratgeber sein kann und soll, sollte ebenso klar sein, GuTh. Jeder sollte seine/n Partner/in schon selbst am besten einschätzen können bzw. sich Gedanken machen.


    Ich stelle es mir jedenfalls reizvoll vor, ein (nat. ausreichend großes) Häuschen z. B. an der See zu mieten und ab und zu mit Blick aufs Meer etwas zu trommeln. Deutlich besser, als vor einem Pad zu sitzen jedenfalls. Und ich weiß sicher, dass meine Begleitung das auch super tolerieren würde. Aber das muss wie gesagt jede/r selbst im Griff haben.


    Korki - wie immer gut und konstruktiv. Danke für deine Ideen! Dachte auch schon an sowas (bzw. werden in vielen Städten ja inzwischen auch voll ausgestattete Proberäume professionell stundenweise vermietet oder wenn man Leute aus dem DF kennt, ginge da ja vllt. auch was auf Vertrauensbasis), aber das dürfte meist mit einigem (auch zeitlichem) Aufwand und räumlichem Abstand (alleine woanders hinfahren) verbunden sein - und das wäre am besten zu vermeiden.


    OK, war nur so eine Idee. Hatte den Verlauf schon so befürchtet, aber einen Versuch war´s wert. Vllt. kommt ja auch noch die eine oder andere Adresse.

    Der eine oder die andere kennt das vermutlich auch: Im Prinzip ist Urlaub ja gar nicht sooo verkehrt, aber so ganz ohne Trommeln fehlt zumindest mir relativ schnell etwas. Ich bekomme da Entzugserscheinungen (vllt. eine leichte Trommelzwangsstörung?).


    Das habe ich bisher immer versucht mit Sticks und einem 8" Pad sowie einem dünnen Stativ (oder einer Klammer) im Koffer zu überstehen. Ist auch ganz OK mal für ein paar Tage als Surrogat, aber für längere Zeit ist das doof und nat. eh kein Vergleich zu einem Set. Und wie geil könnte Urlaub doch erst sein, könnte man täglich mal etwas auf seinem Set dengeln (während der oder die Partner/in in sicherer Entfernung am Strand liegt oder ein Buch in der Hängematte liest)? :thumbup:


    Vllt. können wir ja nach und nach hier eine kleine Liste erstellen mit geeigneten und mit dem Auto erreichbaren Mietobjekten. Hotels und alles mit nahen Nachbarn fällt nat. gleich mal weg. Müsste wohl eine mehr oder weniger einsam stehende Hütte in dennoch urlaubswerter Region sein. Kennt jemand passende Adressen (am besten schon selbst mit Set getestet)?

    Tja, den Kollegen fiele wohl höchstens auf, wenn du einen Barjazz mit Doublebass unterlegst. Ob das Ride 1500 oder 3500 Gramm wiegt - wurscht. Auch ein bekanntes Phänomen.


    Ich bin mir recht sicher, dass nicht die Stative an sich tönen (zumindest nicht viel), sondern dass sie durch zu wenig Stabilität und dadurch permanent zu starkes Mitvibrieren eine bestimmte Beckenfrequenz anregen, die du dann hörst. Dazu passt, dass, wenn du das Stativ oben festhältst, das ganze abnimmt. Gegenprobe: Halt mal das Becken fest (wenn es wummert), dann ist das Wummern bestimmt ganz weg. Bzw. wirst du aus dem Ständer allein (ohne Becken drauf) kein solches Wummern herausbekommen, wenn du ihn z. B. schüttlest oder anschlägst.

    Dass zumindest einige Stative einen "eigenen Sound" haben, ist nicht unüblich. Nach meiner Beobachtung ist am ehesten die Low-Budget-Fraktion betroffen. Deine Theorie mit den Rohrdurchmessern bzw. "Innenklang" ist interessant, aber mir fiel spontan ein Fremdset ein, auf dem ich ab und zu spiele, mit ziemlich dünnen Nonameständern. Hier höre ich auch immer mal "Nebensounds" (beachte die aber nicht weiter, gehen in der Band eh unter). Vllt. ist es auch umgekehrt zu deiner Idee: dass dünne Stative durch die allgemeine Vibration des Sets schneller zum Schwingen angeregt werden (können; ich habe auch dünne nichttönende Stative) und die darauf liegenden Becken leicht mittönen?
    Insgesamt bei der Masse der Ständer auf dem Markt und den Einstellmöglichkeiten (hoch, tief, Galgen lang / kurz etc.) aber m. E. ein Phänomen, das sich kaum empirisch-statistisch sinnvoll auswerten lässt. ;) Mit den Gelenken ebenso (aber dass sie den Ton eliminieren, erscheint mir nicht schlüssig, wohl eher umgekehrt wegen der erhöhten Beweglichkeit = Schwingungsfähigkeit). Eine Empfehlung kann ich nur insoweit geben, dass das wie erwähnt m. E. eher ein Low-Budget-Phänomen ist. Meine guten alten Pearl-Stative (? 850er / 900er Serie?) z. B. halten die Klappe.