Lernvideos halte ich für Schwachsinn. Da erzählt der Blinde dem Tauben, was er wie machen soll.
Unterricht im eigentlichen Sinne halte ich für sinnvoll, wenn man einen guten Lehrer bezahlen kann. Es gibt leider auch Dogmaten, die stilistische Einöde produzieren.
Vollkommen unverzichtbar und der eigentliche Schlüssel zum Erfolg ist in meinen Augen aber gutes Feedback.
Sehr gute Musiker hören sehr genau, wo es mangelt. Sehr gute Schlagzeuglehrer hören das meist auch und können eventuell sagen, wie man die Mängel effektiv beseitigen kann.
Feedback und personalisierte Anleitungen bekommt man aber nicht auf DVD oder bei Youtube.
Meine wirksamsten "Unterrichtsstunden" waren Gespräche nach Proben und Konzerten mit sehr guten Leuten, darunter ein abgefahrenen Jazz-Drummer, zwei Orchester-Dirigenten, ein Showband-Gitarrist, ein pensionierten Bigband-Bassist und ein klassischer Komponist. Das Feedback von diesen Leuten (allesamt aus der Profiliga und meist keine Trommler) hat mich wirklich nachhaltig beeinflusst und meinen Stil geprägt. Das kann keine DVD erreichen und das kann auch kein Lehrer, der nicht zu meinen Konzerten kommt. Technik und Notenlesen kann ich auch alleine.
Ich kenne übrigens eine nicht-repräsentative Anzahl von "DVD-Schülern". Denen ist gemeinsam, dass sie irre schnell Double-Bassdrum spielen, allerdings überhaupt kein Gespür für Stilistik und (musikalische) Kommunikation haben.
M.