Hi!
Ich finde die Studie recht interessant und könnte vermutlich den ganzen Tag drüber nachdenken und schreiben. Ich versuche es mal in Kurzform:
Ich denke, es ist eine logische Konsequenz. Wenn man sich z.B. in einer Phase befindet, wo es wirtschaftlich nicht gut läuft und man rational betrachtet aber an der Situation nichts ändern kann.
Man kommt zu dem Entschluss, dass man diese Situation nicht absichtlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat. Dann glaube ich, dass ein Mensch, der seine Leidenschaft / sein Hobby / zum Beruf gemacht hat
sich selbst wesentlich kritischer hinterfragt als beispielsweise ein Elektriker oder ein Anwalt. Eben weil Kunst i.d.R. auch nicht mathematisch Messbar ist. Um das Beispiel des Elektrikers nochmal herbeizuführen:
"Glühbirne leuchtet nicht. Glühbirne gewechselt. Leuchtet wieder. Auftrag ausgeführt."
Oder der Anwalt:
"Mandat XY war in einen Verkehrsunfall verwickelt. Er ist nicht Schuldig. Der Richter spricht ihn schuldig. Wir gehen eine Instanz höher. etc...."
Bei den beiden Beispielen gibt es irgendwann in Computersprache eine "0" oder eine "1". Also ein messbares Endergebnis. Und genau das hat der Künstler relativ selten.
Beispiel Musiker oder Zeichner:
"Ich habe etwas neues produziert / erschaffen. Ich habe etwas über meinen Geschmack und mein Empfinden preisgegeben. Das ist gerade das "bestmögliche", was ich schaffe. Ich habe viele Stunden daran gearbeitet.
Trotzdem reicht´s nicht zum Erfolg, keine will es hören, sehen oder kaufen....etc...
Die Fallbeispiele sind natürlich bewusst vereinfacht und auch überspitzt. Aber unterm Strich halte ich das für die Gefahr in Sachen Depressionen und/oder allgemeines, psychisches Wohlbefinden des Künstlers.
Nur meine bescheidene Meinung.