Korrosion findet hier statt, da bin ich ganz bei Dir, Jens, und sie trägt auch wesentlich zur Klangänderung bei. Allerdings findet diese Korrosion auf der Oberfläche statt, und ist das, was wir üblicherweise als Patinabildung und Versiffen bezeichnen. Durch die Anlagerung von Dreck und die Korrosion (im wesentlichen eine Sulfatbildung an der Oberfläche und Oxidation der obersten, dünnen Schicht des Materials) ändert sich in einem gewissen Rahmen das Schwingungsverhalten und damit der Klang. Da diese Schicht seine eigene DIffusions- und Korrosionsbarriere bildet, passiert im Ineren des Materials fast gar nichts - wenn der Bergheimer sein Becken anbohrt oder feilt, wird sauberes, glänzendes Material zum Vorschein kommen, das sich in seiner Struktur und Zusammensetzung von der kurz nach der Herstellung praktisch nicht unterscheidet. (Falls Du tatsächlich Nieten einbaust, Bergheimer, zeig bitte mal Bilder der Flanken der Bohrlöcher.)
Das ist genau die Position, die ich vertrete: Klangänderungen während der Alterung eines Beckens finden statt durch Veränderungen der Oberfläche, also durch dortige Anlagerungen und Oxidation. DIe mechanische Beanspruchung ist im Vergleich zu der, während der Herstellung, vernachlässigbar. Es ändert sich auch nichts an der Kristallstruktur oder am Gitter, sondern wenn überhaupt nur marginal etwas an der Mikrostruktur, die gegeben ist durch Korngrenzen, die Versetzungsdichte und -verteilung und durch Inhomogenitäten in der Zusammensetzung.