Zitat
Schließlich entsteht ja durch das Hämmern auch eine Oberfächenspannung
Die Spannungen im Gefüge dürften mit der Zeit immer weniger werden.
wieviel Spannung sitzt in einem neuen Becken.
Wegen der Oberflächenspannung,
bisschen OT, aber
Da will ich mal kurz dazwischengrätschen, damit sich so Vermutungen und Vorstellungen wie Metall funktioniert nicht falsch ins Hirn brennen 
Alle Metalltechniker bitte mal weghören, ich versuche das mal sehr vereinfacht und bildlich.
Sämtliche Metalle haben eine kristalline Struktur, ähnlich wie Schnee oder Eis.
Schnee verhält sich sehr vereinfacht gesagt, wie Metall nach dem Giessen.
Die Kristalle liegen dicht aneinander, sind jedoch nicht verdichtet.
Dadurch ist der Schnee auch sehr weich, wie das Metall nach dem Giessen sehr weich und umformbar ist.
Erst durch das Verdichten des Schnees, bzw. Schmieden des Metalls, werden die Kristalle ineinander “verkeilt” d.h. ineinandergeschoben und setzen dadurch einer weiteren Umformung einen nun grösseren Widerstand entgegen als noch vor dem Verdichten.
Das hat nichts mit Oberflächenspannung zu tun. Auch gibt es keine Spannungen im Becken, wie ich denke das einige sich das so vorstellen, das irgendwie "Zug" auf dem Becken ist und es einem um die Ohren fliegen könnte.
Da das Verdichten bei Schnee und Metall eine Grenze erreicht wo die Kristalle sich nicht weiter ineinander schieben lassen, kommt es zum Riss bzw.
dem auseinanderreissen des Gefüges. Der fluffige Schnee wird erst zu Eis und dann zerbricht er. Das Metall bekommt Risse.
Dem Klang zuliebe sind Becken, je nach Typ, schon sehr nah an dieser Streckgrenze und manchmal reicht schon ein kleiner Stoß oder Schlag um
es zum reissen zu bringen. Dieser Riss hat aber keinen Einfuß auf das Gefüge einige Millimeter weiter.
So gibt es auch keine Spannung, die durch den Riss das ganze Beckengefüge beeinflusst.
"Spannungen" betreffen immer nur das Gefüge welches unmittelbar dem Schmieden ausgesetzt wurde. Zugegebenermaßen durch die hohe Anzahl an Hammerschlägen schön über das ganze Becken verteilt. Aber eben nicht wie ein gespanntes Gummi. Ein Schlag am Rand beeinflusst nicht die Struktur in der Mitte.
Wie oben schon angemerkt, setzt das Metall nach Umformen (schmieden/verdichten) einer weiteren Behandlung größeren Widerstand entgegen.
Genau das ist was wir uns von einem Becken wünschen.
Wir nehmen zwar keinen Hammer sondern materialschonende Holzstöckchen, aber physikalisch passiert das selbe:
Durch den Schlag fügen wir dem Becken Energie zu, welche es kaum absorbieren kann.
Ein Teil der Energie bewegt das Becken auf dem Stativ, ein Teil wird vom Stick absorbiert und schenkt uns Rebound und der Rest verbleibt im Becken und bringt die
ganze verformunwillige Struktur zum schwingen und damit zum klingen.
Ob Becken reissen, ist neben der Qualitaät vor allem von der Schlagenergie (Gewicht+Geschwindigkeit des Schlags) abhängig.
Demzufolge müssten bei Heavy Hittern mit dicken Sticks öfter Becken zu Bruch gehen als bei leise spielenden 7A Jazzern. ?
- und nein, die "Spannungen" im Gefüge werden im Laufe der Zeit nicht weniger.
(Sonst würden nach einiger Zeit alle Brücken, Autos, Kochtöpfe usw. auseinanderfliessen)
Das verspannte Gefüge kann man nur durch Wärme wieder umkehren.
Deswegen sollte man Becken möglichst nicht bei Temperaturen >200 Grad lagern.