Hallo Christian
Toll das du Spass an sowas hast!
Erinnert mich ein wenig daran, wie ich sehr zum Ärger meiner Eltern die ersten (Röhren) Fernseher und Radios zerlegt habe.
Dann mit 14 Jahren began mein Interesse an der Elektrotechnik zu wachsen und die ersten Verstärker wurden gebaut,
Später dann (Drum) Synthies, Effekte und vorwiegend alles rund ums Musik machen.
Ende 80er, Anfang 90er wurde die Digitaltechnik interessant, DSPs wurden bezahlbar, Neue Musik entstand.
Es vollzog sich ein Wechsel in der Studiotechnik, der neue Möglichkeiten bot und diese Technik auch für den Hobbymusiker
interessant und bezahlbar machte.
War man doch froh, endlich Multrackrecording zu nutzen und, aus heutiger Sicht, rudimentäres editieren zu nutzen.
Unzählige kleine Projektstudios entstanden und belebten den Indipendentmarkt.
Die Übergangszeit zwischen rein analogen Großstudios und kleinen digitalen Projektbutzen die jetzt jedem ermöglichten bezahlbar eine Platte zu produzieren,
war sicher holprig und beides hatte seine Vor- und Nachteile.
Aber als ab den frühen 2000er endlich langsam ausreichend bezahlbare Rechenleistung auf dem Vormarsch war, hat die Digitaltechnik endgültig
ihren berechtigten Durchbruch geschafft.
Die Diskussion, das ja jetzt "wärme" und "analoger Charme" fehlt ist ja im Grundsatz falsch ![]()
Die Entwickler von Plugins klassischer analoger Hardware haben bis heute so ziemlich jedes Gerät nachgebildet.
Audio ist ja zum Glück recht einfach und leicht mathematisch beschreibbar.
Gleichgültig wie komplex oder "unvorhersehbar" eine analoge Schaltung funktioniert, das in Software nachzubauen ist kein Hexenwerk.
Die Genaugkeit ist einzig dem Fleiß der Entwickler geschuldet (und dem Zustand des Originals).
Du sagst es selbt, du kannst keinen Unterschied mehr heraushören und das liegt nicht an deinem Hörvermögen.
Viele große Meister wie zb. Andrew Sheps arbeiten nur noch in the box und sagen selbst das es keinen Vorteil mehr hat analog zu arbeiten.
Das wir aus Gewohnheit meinen, eine Beatles Platte klingt gut weil sie anders klingt als heutige Produktionen, liegt erstmal an den genialen Musikern und an der Hörgewohnheit.
Die Beatles haben mit 2 Spuren gearbeitet, später beim weissen Album dann auch schon mit 4 Spuren, dabei jedoch im PingPong Verfahren um auf die notwendige
Spuranzahl zu kommen. Editieren war nicht möglich, ein unglaublich anstrengender Job, Die Magnetbänder mussten so heiss angefahren werden um den Rauschabstand im Zaun zu halten, durch dieses Verfahren und ausschließlich RöhrenEQs und Röhrenkompressoren entstand dieser "vintage-Analogsound" den man damals hinnehmen musste und heute wieder haben will.
Verrückte Welt.
Du sagst es selbt, die Aufnahme war unglaublich aufwändig und es war teuer in der Nachkriegszeit bis in die 70er eine Platte zu produzieren.
Heute hat man die Möglichkeiten die sich damals alle gewünscht hätten und kann einfacher, schneller und qualitativ besser produzieren.
Auch eine Platte die so klingt wie die alten Platten der 50er und 60er, wer das will.
Ist so ein wenig wie mit dem Entwickeln von Filmen in der analogen Fotografie
eine sehr schöne analogie ![]()