Nach den älteren Threads zu urteilen, welche ich alle in Laufe der Jahre hier mal so gelesen hab dachte ich, dass Guss für euch ein Qualitätsmerkmal wäre
also dein deutliches Plus gegenüber den älteren ...
Ja und nein - meiner persönlichen Meinung nach ...
Bei den verwendeten Hölzern gibt es durchaus Unterschiede, je nach dem wo sie resourced werden. Birke ist nicht Birke, das gilt auch für andere Hölzer. Bei den 80er High-End Tamas und Yamahas war die Hokkaido Birke durchaus klangprägend. Wunderschön gemasert, feinste Holzfasern und generell waren die Trommeln keine Leichtgewichte. Das lag zum einen an den etwas dicker konstruierten Kesseln und zum anderen an der hohen Dichte des Holzes. Das ist vergleichbar mit der A-Grade Skandinavischen Birke, die Sonor z.B. verbaut hat bzw. noch (vermutlich) verbaut. Auch ein Sonor Lite war nicht wirklich "leicht". Mein Yamaha Stage Custom hat z.B. Chinesische Birke verbaut, 7,4 mm dicke Kessel. Die Textur ist deutlich schwächer bis kaum vorhanden, die ein oder andere Macke im Holz wurde gleich mitverarbeitet und generell sind die Drums erstaunlich leicht dafür. Das lässt auf eine geringere Dichte/Qualität schließen. In etwa solche Qualitäten finden sich nun in den Einsteiger/Mittelklasse Birken-Sets der meisten Hersteller. Klanglich fehlt dann einfach die Nuance Biss, Volumen und Projektion. Deswegen klingen die meisten Birkensets aus dieser Zeit eben nicht weich, leicht "muffig" und "vintage", sondern nach wie vor "modern".
Guß Spannreifen gibt es ja auch aus verschiedenen Metallen, z.B. Aluminium oder Zink. Früher dachte ich ebenfalls das sei ein Qualitätsmerkmal, mindestens mal bei Snares. Sind ja auch teurer in Material und Herstellung als diverse Stahl Spannreifen. Heute ist das für mich eher eine Frage des Klangs, denn Spannreifen haben, genau wie unterschiedliche Gratung, ordentlich Einfluss auf den Klang-Charakter. Da bevorzuge ich schon lange lieber das weichere, wärmer "singende" Obertonspektrum dickerer Stahlreifen. Andere möchten mindestens bei der Snare den scharfen "Crack" den nur Guß Reifen produzieren können.
Btw: Ich vermisse bei Hardware und Qualität eher die aufwendigeren Parallel oder Throw-Off II (Semi-Parallel) Abhebungen bei Snares. Mit diesen Strainern konnte man die Teppich Spannung unabhängig vom Druck auf das Reso-Fell einstellen. Das sorgte für mehr Soundvielfalt. Ansprache und Sensibilität, gerade bei leisem Spiel, sind da nochmal eine andere Nummer, weil die Lötplatten nicht auf dem Reso-Fell aufliegen. Wahrscheinlich für viele zu kompliziert, weshalb sich die einfach funktionierenden Throw-Off Abhebungen vermutlich selbst bei vielen Edel-Snares weitestgehend durchgesetzt haben ... 