entfalten doch erst durch deren kommerzielle Nutzung außerhalb des akademischen Umfelds gesellschaftliche Relevanz (siehe z.B. die Geschichte des MP3-Formats). Wenn Du aber jetzt Kreativität mit dieser gesellschaftlichen Resonanz gleich setzt, wie ich es vermute, dann machst Du aber meines Erachtens einen Fehler.
Es gibt so viel Forschung, die nicht kommerziell genutzt wird und trotzdem Relevanz entwickelt, z.B. zum Klimawandel, aber auch zu politischen und gesellschaftlichen Fragen, um ein emotional aufgeladenes Beispiel zu nennen: Gendertheorie.
@ Nils, genau hier haben wir das Problem für unsere Diskussion. Mir erscheint es so, als müsstest Du dir erstmal darüber Gedanken machen, was für dich "Relevanz" bedeutet. Ist relevant, was gesellschaftlich wahrgenommen wird (in der Gesellschaft Anerkennung findet) oder was die Musik, eine Musikrichtung oder eine Instrumentengattung weiter Entwickelt und wenn ja, wie soll den dieser Weiterentwicklung gemessen werden, durch eine Zunahme an Komplexität oder sogar durch eine "verbesserte" Ästhetik. Wenn Du das für dich nicht klar abgrenzt, bleibt es schwierig von einem, auf dem üblichen persönlichen Geschmacksempfinden aufbauendend hin und her argumentieren (Zitat von dir: "Das ist mir zu verkopft!"), auf einen Diskussionslevel zu kommen, der irgendwie Sinn ergibt.
So bleibe ich dabei, dass gerade mehr als jemals zuvor gutes los ist, in der "Musik". Ich muss allerdings zugeben, dass der ganze Einheitsbrei-Musikmüll (meine persönliche Meinung zu vielem, was gerade überall zu finden ist) diese Entwicklung für mich gerade auch etwas überschattet. Dazu zähle oft Pop im Radio. Also wenn ich den Rahmen mal ganz klein ziehen darf was aus meiner Sicht modernes und "relevantes" im Jazz-Schlagzeug -Bereich anbieten darf wäre da z.B.: Christian Lillinger für offenen Jazz oder Ari Hoenig mit seinen metrischen Modulationen. Da gibts noch mehr aber wer hat schon so viel Zeit! 