Ohne den Enthusiasmus zu dämpfen, ich bin auch mehr bei Moe. Von 100 Neukäufern, die was aus dem Laden wollen, sind 50 Eltern oder Einsteiger, die was neues fürs Kind oder zum Beginnen kaufen wollen. Da muss das Drumcraft 3 mit den Startones (saubillig, aber Scheisse) und Mapex Tornados dieser Welt konkurrieren. Dazu ist es schon wieder ein bisschen teuer, Becken hin oder her.
Dann kommen die 30 leicht bis mittel Fortgeschrittenen, die schon was Gescheites wollen, aber nicht die letzten Taler hinpflocken wollen. Die könnten auf das 4er fliegen, das sieht erstens schick aus, zweitens ist ein guter Beckensatz dabei. Aber wie ich schon vorher schrub, da ist halt auch massig Konkurrenz. Und kennen die Kunden Drumcraft? Tama, Pearl, Yamaha, Mapex, vielleicht noch DW/PDP, das kennen die. Aber Drumcraft? Und dann noch online bestellen? Ich weiß nicht.
Dann sind noch 20 übrig, die seit Jahren spielen, die wissen was sie wollen, die sich ein bisschen bis sehr gut auskennen. Da sind 10 dabei, die sind auf Ahorn, bestimmte Größen oder bestimmte Marken festgelegt. Und von den restlichen 10 muss der Thomann dann möglichst viele überzeugen, dass Walnuss der heiße Scheiß ist, dass die angebotenen Größen und Kesselmaße die richtigen sind, dass die Finishes super sind (das weiße und das pinke sehen grauslich aus, wenn der mich fragen würde), dass einem bei eher klassischer Kesselfarbe die mattierten Bauhaus-Böckchen gefallen, dass einem die eher flachen Toms mit der 22x18 Bass gefallen. Das würde ich dann erstmal ausprobieren wollen. Online bestellen? Da müsste ich es auspacken, zusammenbauen, gescheite Felle aufziehen. Und bei Nichtgefallen den ganzen Zirkus retour. Äääh, nee. Mal schnell in den Laden fahren ist schlecht, wenn man da nicht irgendwo wohnt. Und diese letzten 10, die vielleicht auch nicht auf den letzten Schekel gucken, muss der Thomann dann überzeugen, eben doch nicht zu Tama, Pearl oder einer anderen bekannten Marke mit Wiederverkaufswert, Einzeltrommelservice und Jahren der Marktpräsenz zu greifen, sondern zur Thomann Hausmarke, die ja im Prinzip ne Neueinführung ist. (Vor ein paar Jahren und seitdem immer mal wieder hat der Store in Köln auch versucht, Eigenmarke-Drums der gehobenen Kategorie zu produzieren und in den Markt zu bringen. Wirklich hingehauen hat das nicht). Ja, der Preis ist für das Gebotene wirklich gut, so es denn gut verarbeitet ist. Aber reicht das? Ich glaube nicht. Zumal in Zeiten der ökonomischen Unsicherheit der Absatz von Schlagzeugen nicht gerade durch die Decke gehen wird.
Ick gloobe det wird nüscht.