Zunächst mal sollte jeder seinen Part grundsätzlich spielen können und die Abläufe des Songs intus haben. Das würde ich auch erwarten, wenn man in Proben oder noch mehr bei Auftritten Stücke zusammen spielt. Wenn das so ist, kann man sich innerhalb der Band absprechen, was passieren soll, wenn's hakt oder eiert. Bei uns ist es Konsens, dass der Trommler, also ich, den Laden zusammenhält, und wenn sich mal einer verzockt, hört er auf mich und steigt dann wieder ein. Tempo ist meine Sache, Die Songstruktur muss grundsätzlich jeder können. Ich habe die ganze Band auf InEar, wirklich hören muss ich Gesang und Rhythmusgitarre. Was immer mal vorkommt, ist dass einer bei bestimmten Passagen den Einsatz verhaut. Da haben wir uns geeinigt, dass ich dann schnell entscheide ob die Passage noch mal verlängert wird oder ob wir einfach drüberspielen. Das geht auch in den Soloparts so, wenn da gerade was interessantes passiert, dann haben wir auch schon mal einiges an Takten drangehängt. Das üben wir aber tatsächlich auch in der Probe, so dass dann jeder weiß, wo diese Passagen vorkommen können und wie wir von A nach B kommen. Kurzer Augenkontakt, dann weiß jeder Bescheid. Diese Absprachen und die Verständigung haben uns live auch schon ein paar mal den Arsch gerettet. Ich habe allerdings auch das Glück, dass bei uns keiner irgendwie eitel ist oder seine Gangart durchdrücken will. Kein LSD (Lead Singer's Disease), kein Fudelgitarrero, der meint alles besser zu wissen.
Und so eine Einigung, wie man mit Schwankungen umgeht, sollte man auch haben. Da kann man bei den Besten lernen:Wenn Metallica Fade to Black spielen und der Ulle wieder mal eiert, spielen die anderen einfach drüber 