Beiträge von Druffnix

    Arzt zum Jazzmusiker: "Sie haben nur noch 4 Wochen zu leben."
    Jazzmusiker: "Aber wovon denn???"


    Zunächst hat ja jeder, der was musikalisches darbietet, das Recht, für diese Darbietung eine Entlohnung zu verlangen. Der Vollblutamateur (so Leute wie ich) genau so wie der Absolvent eines musikalischen Studiengangs, der sein Instrument perfekt beherrscht und Musik auf hohem technischen Niveau darbieten kann. Und ich kann jeden verstehen, der meint, wenn man auf gewissem musikalischen Niveau agiert, müsse dafür auch Geld fließen. Das große ABER: Alle Anbieter musikalischer Vorführungen müssen jemanden finden, der diese Vorführung nachfragt und bereit ist, etwas dafür zu bezahlen. Und es ist müßig, darüber zu streiten, was Kunst den Leuten oder der Gesellschaft wert sein SOLLTE, und dass ein Künstler von seiner Kunst auch leben können sollte. Solange diese Kunst keinen Abnehmer findet, kann man das schlicht vergessen. In der guten alten Zeit (als Fett noch mit u geschrieben wurde) war es so, dass die guten (oder gut vernetzten) Musiker die Gigs bekommen haben und regelmäßig Auftritte hatten. Heute gibt es ganz andere Wege, sich zu vermarkten (von nichts anderem reden wir hier), und wer die nicht einschlägt, droht nicht wahrgenommen zu werden. Auch heute noch kann man sicher als aufstrebende Band sich den Arsch abspielen, eine Fanbase heranziehen und so attraktiv für Veranstalter werden. Aber sicher nicht mit Gage von Anfang an. Und der Absolvent der Jazz-Akademie XY kann mit dem Anspruch auftreten, er sei so gut, dass er mindestens 500 Öre pro Auftritt haben will. Wenn das was er darbietet, aber keiner hören oder veranstalten will (keine Nachfrage nach Jazzmusik, keine Leute im Club, wenn Jazz angeboten wird), kann er sich seinen Anspruch aber ans Bein streichen. Da ist es wie in jedem anderen Beruf auch: Wenn ich was anbiete, was keiner haben will, klappt es nicht. Und da braucht mir auch keiner damit kommen, dass Kunst mehr gefördert werden muss, damit mehr Künstler überleben können. Irgendwo muss das Geld zur Förderung aber auch herkommen. Und wer legt fest, was ein "Künstler" ist, der darunter fällt? Schauspieler stöhnen ja auch über die schlechten Einkunftsmöglichkeiten, aber vielleicht gibt es auch einfach zu viele davon.


    Heute hat man ja die Chance, sich auch über das Internet zu promoten. Ohne diese Möglichkeit wäre Anika Nilles heute wahrscheinlich eine regionale Größe, die in ein paar Bands gegen Kohle spielt, nebenbei Unterricht gibt und ab und zu mit ihrem Quartett ihre Strebermusik aufführt, die aber kaum jemand hören will.


    Fazit meinerseits: Gesellschaftliche Debatte hin, künstlerische Fertigkeiten her: Auch bei Kunst gilt, dass der Köder dem Fisch schmecken muss, nicht dem Angler.

    Das Dilemma bei der ganzen Diskussion ist ja, dass zum einen unheimlich viele verschiedene "Anbieter" mit unterschiedlichsten Ansprüchen an ihre Entlohnung (oder auch nicht) auf dem sehr heterogenen Markt unterwegs sind. Zum anderen bieten all diese Anbieter etwas an, was keiner wirklich haben muss: Musik! Einen Zahnarzt braucht man, einen Klempner im Bedarfsfall auch (außer man kann das selbst), beim letzten Weg ist so gut wie immer ein Bestatter am Start. Wenn Muikanten Auftrittsmöglichkeiten suchen, dann treffen sie immer auf Menschen, die völlig frei wählen können, ob sie gerade diesem Musiker ihre Zeit, ihre Location oder Geld zur Verfügung stellen. Sie haben aber immer auch die Wahl, gar keine Musik nachzufragen. Oder im Fall des Kneipenwirts zu sagen, Konzerte zu veranstalten ist nicht mein Haupterwerb, das mache ich so nebenher ab und zu (wie die beschriebenen Freizeit-Mukker auch), da zahle ich keine Gage, da gibt's den Bölk umsonst und der Hut geht rum. Und letztendlich kann man da so viele betriebswirtschaftliche Theoreme bemühen oder irgendwelche Management-Methoden durchexerzieren, am Ende muss man sich doch eine Fanbasis erarbeiten und Veranstalter davon überzeugen, mit einem arbeiten zu wollen. Dann kommen ja selbst im Semiprofi- und Amateurbereich noch die verschiedenen Arten von Musik durch, die man anzubieten hat. Wer Cover-Party-Musik spielt, und die auch noch gut, der hat ungleich mehr Möglichkeiten, sich um Gigs zu bewerben als die freundliche Thrash Metal Band von nebenan.


    Letztendlich muss man hier seine Zielsetzung für sich selbst festlegen, und dabei realistisch bleiben. Es ist ja fein, wenn eine Amateurband MEINT, sie wären die nächsten Foo Fighters und müßten Gage bekommen, aber in Wirklichkeit keine 10 Zuschauer ziehen. Ziel festlegen, Plan machen und loslegen, wer hier wirklich Initiative zeigt, wird eher zu Pott und an die Fleischtöpfe kommen als jemand, der ab und zu mal irgendwo nachfragt oder nur alle 4 Wochen mal übt. Und immer dran denken: Das Nachfragen jedweder musikalischer Dienstleistung ist eine KANN-Entscheidung, keine MUSS-Entscheidung! Und wenn immer mehr professionelle Musiker nicht mehr davon leben können, Gigs gegen Gage zu spielen, das ist das einfach mal die marktliche Gegebenheit. Wenn ich meine Kunst für XY€ pro Stunde verkaufen will, aber nur XY-30% auf dem Zielmarkt dafür erzielen kann, dann muss ich entscheiden, ob ich das auch für weniger Geld mache oder mir langfristig einen anderen Broterwerb suche.

    Katschi


    Ein Traum, das Ding! Ganz herzlichen Glückwunsch, das ist ein Schmuckstück und ne echte Wertanlage in dem Zustand.


    Noch einmal Lucky man von meiner Seite: Ein Pearl Vision Birch 22/10/12/14/14 für 530€!!!


    Nicht doll? Na ja, es waren ein kompletter Satz Pearl Hardware, ein komplettes DR 503 Icon Rack mit noch einem zusätzlichen Anbauteil, ein paar Zubehörteile im Neuwert von 200€, jeder Menge Klammern, 4 Beckenarmen, ein Satz DrumTec RealFeel Meshheads, und ein Zildjian L80 Beckensatz mit Ride, Hihat und 2x Crash dabei. Und das alles in fast neuwertigem Zustand. Da kann man nicht meckern

    Ja ja, die Modultrommler...


    Mein Neffe ist so ein Modultrommler, und für den (und ich glaube für viele andere auch) hat das Modultrommeln ganz pragmatische Gründe: Der hat ein TD30 und Trigger am Set, er spielt in so einer Partyband, die von Andrea Berg bis AC DC alles spielen an einem Abend. Der hat sich 6 oder 7 Sets programmiert, und je nach Bedarf ruft er die ab. Für solche Zwecke ist das ideal, und da ist es auch wumpe, ob die Snare original wie eine Ludde klingt oder nur wie ne knackige Rocksnare. Im Publikum merkt es keiner, im Bandzusammenhang passt es, fertig. Keine Probleme mit verstimmten Toms, maximale Flexibilität, das ist an vielen Stellen einfach auch praktisch. Pralle finde ich die Sounds von Anika N. in dem Video auch nicht. Und man könnte das auch sicher alles mit VSti optimieren bla bla bla (Trommeltotti, wo bist du? :rolleyes: ). Aber das ist natürlich auch eine Nerd-Diskussion, die sicher nötig und zulässig ist, aber die Existenz von Geräten wie dem Roland-Ding in Frage zu stellen ist müßig. Die Dinger scheinen sich zu verkaufen, sie haben ihre Zielgruppe, also sind sie zurecht auf dem Markt.


    Ich habe letztens zwei mal bei Open Stages auf den völlig verstimmten, mit verdengelten Fellen "ausgerüsteten" Sets der Veranstalter spielen dürfen, da wünscht man sich dann fast so ein Spielzeug. Andererseits ist es super, dass einer was hinstellt, sonst muss man ja jedesmal sein eigenes Geümpel für ne Dreiviertelstunde anschleppen.

    Das ist so ne Sache mit den Hobbybands und den Veranstaltern. Oft leben die ja davon, dass sie die Bude voll haben und dann an dem Verzehr verdienen. Wenn der Gast 10€ pro Abend vertrinkt und der Wirt nimmt 10€ Eintritt für ne relativ unbekannte Band, dann kommen vielleicht 20 Leute, macht 400€ Einnahmen, da geht noch Gage ab, wenn vereinbart. Läßt er die Band auf Hut spielen und ohne Eintritt, kommen vielleicht 50 Leute, macht 500€ Einnahme für den Wirt, die Gage zahlt das Publikum. Ist natürlich besser für den Wirt. Hat die Hobbyband eine Fanbasis d.h. da kommen auf jeden Fall ne größere Anzahl Leute, dann würde ich als Band auch versuchen, mit dem Wirt was auszuhandeln. Noch schlimmer ist ja Pay to Play, der Club läßt dich nur spielen, wenn du eine gewisse Anzahl Eintrittskarten abnimmst. Als Hobbyband, gerade wenn man noch eher am Anfang steht oder selten spielt, ist der Hutgig eigentlich das Beste. Dass man sein Gerümpel hin und her fahren muss, Sprit verbraucht und der 2-Stunden Gig eigentlich 5 dauert oder mehr ist geschenkt. Hobbyband eben.


    Und ja, das nimmt Profis natürlich Auftrittsmöglichkeiten weg. Aber die Szene ist nun mal so, dem muss sich der Profi stellen. Ich habe ein paar Bekannte, die teilweise oder ganz von (Pop-Rock) Musik leben. Die haben alle mindestens 2 Bands, davon eine Top40 oder Partyband, die auf Dorffesten usw. spielt, und im Idealfall eine Herzensband, bei der die machen was ihnen wirklich musikalisch wichtig ist. Und nebenbei geben die alle Unterricht oder jobben sonstwie. Es ist leider einfach auch so, dass Live-Musik nicht mehr so zieht. Heute gibt es DJs, die legen auf, sampeln und mixen. Da braucht es keine große Bühne, keine Instrumente, schneller Auf- und Abbau und nur ein Hansel, der Gage haben will. Und der kann auch den ganzen Abend dudeln. Das ist für viele Kneipen- und Clubbetreiber schlicht und einfach eine Geldfrage. Und die Musiker sind da leider die Gekniffenen.

    Ein E-Drum ist nun mal kein A-Drum! Und es bringt auch nix, sich jedes Mal aufzuregen, wenn Roland ein neues Promo-Video macht, und rumzumosern, dass die Dinger ja wohl Scheisse klingen und warum sich ein ach so begabter Trommelgott (hier mal Göttin) dermaßen prostituieren muss. Roland scheint Marktführer zu sein, der Krempel den die machen scheint sich zu verkaufen. Man schafft es, Leute wie Anika Nilles an Bord zu holen, die dafür werben. Ob das Ding dann wirklich so dolle ist, wird der Konsument sicher selber entscheiden wollen. Denn bei dem Preis wird ja kaum jemand beim T einfach mal ein Set bestellen, ohne es sich vorher detailliert angeguckt zu haben. Als nächstes kommt dann trommeltotti aus der Kurve und erzählt uns wieder was über die große Roland Verschwörung und die zeitgemäße klangerzeugung vermittels VSTi.


    Fast schlimmer als die Roland-Dosensounds finde ich allerdings langsam die Mukke, die Frau Nilles da macht. Sie ist zweifellos eine fantastische Trommlerin, aber sie droht langsam zu einem One Trick Pony zu werden. Immer die gleiche seelenlose Fusion-Grütze, dann immer schön Quintolen Fills reingekloppt, egal ob es passt oder nicht. Ja, das muss man erst mal so machen, aber ich fürchte, die Geschichte ist bald auserzählt. Letztens hab ich mal wieder mein geliebtes Steve Gadd Master Series Video gesehen, da sind so viele Sachen drin, zu denen mir sofort ein musikalischer Kontext einfällt. Beim Spiel von Anika N. fällt mir auf, dass es schwierig ist, und dass es mich überhaupt nicht berührt. L'art pour l'art.

    Zum Thema Vintage: Gerade diese alten Becken haben für Sammler oder Fetischisten gewisser Sounds sicher ihre Meriten. Für meine Ohren sind die Dinger unbrauchbar, ich würde die auch nicht spielen wollen. Aber zu der Zeit, wo die gemacht wurden, waren halt auch andere musikalische Anwendungen gefragt, und es waren eben die besten, die es zu der Zeit gab. Es gab eben auch weniger Auswahl, und die Billig-Messingteller sind längst verschrottet, und diese teureren Zilds haben überlebt, sind quasi zischelnde Zeitzeugen. Aber an manchen Stellen ist es tatsächlich so, dass es nur alt sein muß, dann ist es Vintage und damit wertvoll. Dann wird auch verklärt, dass die Qualität minderwertig ist. Ich hatte mir mal ein "Vintage-Schlagzeug mit tollem Vintage-Sound" angeguckt, das hatte seinen unverwechselbaren Klang vor allem von flachen, unebenen Gratungen und unrunden Kesseln, sprich es klang wie Persil-Karton. Der Verkäufer pries es als tollen 60's Sound und wollte einen Haufen Geld dafür. Aber anscheinend funktioniert das teilweise, wenn man sieht, für welches Geld mancher Müll bei EBay über den Tisch geht. Und auch für Youngtimer wie zum Beispiel die Sonor Signatures werden ja Preise aufgerufen, die teilweise jeder Beschreibung spotten. Das schöne ist, dass man da ja nicht mitmachen muß. Wenn man Spaß dran hat, dann ist das doch fein.


    Zum Thema Schrott: Doch, minderwertige Ware gab es "damals" auch. Die war dann auch billig und dementsprechend schnell kaputt. Das hat man nur nicht so gemerkt, da man nicht so leicht an die informationen rankam, was es alles gibt. Heutzutage kann jeder Händler ein zusammengeklötertes Billigset aus Fernost labeln, bei sich auf die HP stellen und der ganzen Welt zum Kauf anbieten. Messingbecken sind per se erstmal kein Schrott, wenn sie ordentlich produziert sind. Das sind Einsteigerinstrumente, die man lange spielen kann. Dass der Sound im Verhältnis zu teuren, aufwendig gefertigten B20-Becken abraucht, ist doch klar. Dafür kosten sie aber auch nicht viel. Und die Behauptung von dir, David, dass auch viele große Markenhersteller "enormst" (was isn das für ein Wort???) viel Schrott produzieren, ist echt Quatsch, sorry. Bitte nicht immer persönlichen Geschmack über Sound mit Qualität verwechseln. Ich finde zum Beispiel d.drummer's Ridebecken den absoluten Horror, klingt wie ein Gong und wabert alles zu, gruselig. Aber ist das Schrott?? Nö, Geschmackssache ist das. Und wenn jemand bei den neueren Zildjian-Ranges nix findet und meint, die alten Aveden hätten viiiiel geiler geklungen, dann ist das persönlicher Geschmack, aber mit Schrott hat das nix zu tun. Wenn dagegen Ücmir Gencbürgürlük, Meister-Schmied aus einer der Diril-Sansara-Samsun-Trexist-whatever-Beckenschmiede 5 mal ein 16" Medium Thin Oriental Raw Explosive Crash zusammenkloppt, und keins klingt auch nur annähernd so wie das andere, dann sind wir zumindest auf dem Level einer nicht gleichbleibenden Qualität. Aber Schrott heißt für mich, wenn man den Kram nicht benutzen kann. Das ist bei den Aldi-Schlagzeugen leider häufig so. Die 5 unterschiedlichen Crashes kann man alle benutzen, man muss den Klang halt mögen.

    Alles Gute im Ruhestand an die drei, tolle Karriere, wirklich Pioniere eines Genres, fantastische Live-Band. Und Neil Peart war einer der Gründe warum ich mich für Schlagzeug interessiert habe. Erstens fand ich seine Tama Superstar-Schießbude sensationell, zweitens fand ich seine Drumtracks fantastisch durchkomponiert und gespielt. Da war jeder Schlag durchdacht und hat was zum musikalischen Kontext beigetragen. Er hat immer viel gespielt, aber nie zu viel.


    Die EXIT STAGE LEFT hab ich letztens erst wieder gehört (richtig klassisch auf Vinyl), tatsächlich auch heute noch großartig. An der Klasse dieser Kompositionen kommt für mich heute noch schwer jemand dran, das ist zeitlos. Wenn ich dagegen die heutigen Prog-Götter wie Dream Theater höre mit ihre teilweise gewollt wirkenden "Komplexität", dem Viel-hilft-viel Getrommel der Herren Mangini oder Portnoy (so gut die Jungs auch sind) und dem pseudo-bombastischen Dosenorchester von Herrn Rudess, dann merke ich erst, wie gut das damals war, und wie schwer es auch ist, das ähnlich gut zu machen.

    Das sind hier ja zwei Sachen:


    Die erste und entscheidende: Wie reagieren deine Mitmusikanten auf dein Spiel? Wenn zumindest einer das erst mal Scheisse findet, ist das Gesamtfeeling nicht gut. Da hilft nur Ansprechen! Frag die Jungs, was sie von deinem Spiel halten, und wie sie die Entwicklung in den nächsten Wochen einschätzen. Wenn die auch mit Magengrummeln zur Probe kommen, weil der Trommler zu schwach ist, dann frag sie, ob sie das aushalten wollen oder ob sie lieber abbrechen wollen. Wenn alle nur rummurksen, hat das keinen Zweck.


    Das zweite: Wie spielst du die Dinger denn? Wenn du erstmal solide Arbeit anbietest, sollte das am Anfang reichen. Schaff dir die Basisgrooves Part für Part drauf, spiel die Teile der Songs jeweils ein paar Minuten lang im Kreis bis sie flüssig laufen. Und wenn der Teen Spirit holpert, mach erstmal nur Snare auf 2 und 4 und die Bassdrum. Ich lerne neue Stücke so, dass ich sie erstmal so lange nur anhöre, dass ich den Ablauf verinnerlicht habe. Dann höre ich mir die Einzelparts an und verinnerliche den Groove so, dass ich ihn mitsingen kann. Dann spiele ich diesen Groove erst langsam, dann immer schneller so lange im Kreis bis er (Wichtig:) auswendig sitzt! So lerne ich alle Einzelparts, wenn die dann einzeln laufen, setze ich sie ohne Fills oder mit ganz einfachen Fills in den Übergängen zusammen. So komme ich gut durch die ersten Proben bei neuen Sachen, ohne mich zu überfordern und meine Bandkollegen durch ungenaues Gerühre aus der Spur zu bringen. Vor allem halte die Übergänge am Anfang bewusst einfach, keine komplizierten Fills. Wir haben das sogar mit Bass Rhythmusgitarre und Schlagzeug so gemacht. Wenn der ganze Songablauf mit seinen Einzelparts so sitzt, dass du ihn schwankungsfrei runterspielen kannst, ist es Zeit, einzelne Passagen zu verfeinern, nicht vorher. Ich verstehe meinen Job so, dass ich den Laden zusammenhalte und führe. Wenn ein Gitarrist zwischendrin mal rausfliegt, ist das verkraftbar, wenn der Trommler rausfliegt, fällt alles auseinander. Deine Kollegen wollen Musik spielen, nicht den Drummer bestaunen, denke ich. Keep it simple!!

    Ich selber war zwei Mal in dem Laden und habe auch jeweils was gekauft. Einmal Becken, Sticks und Kleinkram, einmal ein ganzes Drumset. Herr Linden hatte eine Art an sich, wie sie oftmals Ladenbetreibern innewohnt, die ihr Geschäft schon lang betreiben: Sehr direkt und nicht unbedingt unterwürfig-kundenfreundlich, aber fachlich einwandfrei, so eher Marke rauh aber herzlich. Ich kann mit so was gut umgehen, für manche ist das nix. Ich habe mich da gut beraten gefühlt, konnte die Sachen, an denen ich interessiert war, auch in Ruhe ausprobieren. Der Preis war auch fair. Der Cream in Frankfurt ist auch so ein Laden, da sind die Jungs ähnlich. Mein Bruder fand die Beratung extrem stoffelig, ich habe da noch nie Probleme gehabt.


    Die Probleme die zur Schließung des DSB geführt haben, mögen auch die angeführten gewesen sein. Andererseits war der Laden selbst auch nicht überragend sortiert, die Homepage war äääh ja, www. 1.0. Dann ist der MusicStore um die Ecke, in Köln gibts noch Herrn Blahak, da ist der Stand auch schwer. Aus der neutralen Perspektive ist über das DSB einfach der Sturm der Zeit hinweg gefegt, und es konnte sich am Markt nicht mehr behaupten. Ich persönlich finde es schade, wenn solche Läden nach und nach verschwinden. Aber es gibt eben auch einen sich verändernden Markt, und wenn man sich dem nicht anpasst, ist es schwierig.

    Also:


    Journey - Steve Smith auf der 80er Live-Scheibe
    Rush - Moving Pictures und Exit Stage Left, das war ein Trommeltraum (ist heute noch fantastisch)


    Mangels spielerischer Klasse wurde dann Judas Priest, Tygers of Pan tang, Maiden und so was gespielt.


    Dann ging es so mehr in Richtung Poser- und Hair Rock, hier Favorit Tesla (Troy Luccketta, live gesehen, der spielt eine Kelle, mann mann mann), und später die Black Crowes


    Die Spätjugend hat dann tatsächlich den Seattle-Helden gehört. Die erste Alice in Chains hab ich als Tape aus den USA gekriegt, Pearl Jams Frühwerk, Soundgarden, die Stone Temple Pilots (Fan der ersten Stunde). Finde ich heute noch klasse, und darf ja jetzt tatsächlich diesen Krempel in ner Band spielen.

    dany


    Also ich mache nicht mit. Ich kriege das nicht hin, will ich auch gar nicht. Ich denke schon, dass es ein paar Leute hier im Forum gibt, die sich das draufschaffen können (sind ziemlich viele Gute hier unterwegs). Ob sie das wollen steht auf einem anderen Blatt. Ohne dir jetzt deinen grenzenlosen Optimismus und Enthusiasmus nehmen zu wollen, wette ich einen recht hohen Geldbetrag (oder deine IP gegen meinen Sensitone Blecheimer), dass du das in einem Jahr nicht hinkriegen wirst. Wahrscheinlich nicht mal ansatzweise. Kannst du denn einen popeligen Gustav sauber spielen und dabei Viertel oder Achtel mit dem linken Fuß mittreten? Kannst du Rudiments jenseits vom Single Stroke sauber spielen und dabei unabhängige Fußpatterns links und rechts dazu treten? Kannst du...


    Ich weiß nix über Pete Parada, von dem was er da macht zu urteilen, scheint er aber wirklich zu wissen, wie es geht. Ich weiß auch nicht, wie lange der schon trommelt und wie viele Stunden der in seinem Leben schon geübt hat. Wahrscheinlich seeeehr viele. Wenn ich das pdf mit den Patterns habe und es auch verstanden habe, heißt das noch lange nicht, dass ich das auch können werde. Was will ich überhaupt damit sagen?


    Ach so: Es ist ja gut und ehrenwert, dass du dir ambitionierte Ziele setzt. Aber das hier erinnert mich an einen Kumpel, der letztes Jahr mit Golf angefangen hat und meinte, in 2 oder drei Jahren gut genug zu sein, damit Geld zu verdienen, sooo schwer könne das ja nicht sein. Der wird nie auch nur in die Nähe davon kommen, auch wenn er sich den Wolf übt. Setz dir realistische Ziele, du hast ja noch nicht mal richtig losgelegt. Guck erstmal, wie es am Anfang läuft, hab Spaß an kleinen Fortschritten, und überleg dir mal, was du denn erreichen willst. Wenn du mal Mike Mangini bei Dream Theater ausbremsen willst, sind solche Übungen sicher der erste Schritt. Wenn du mal in ner Punkband oder so was vernünftig spielen willst, brauchst du das nicht wirklich. Übernimm dich nicht, geh vom Einfachen zum Schwierigen und behalt deinen Spaß am Spielen. Die Parada-Übung ist der beste Weg, sich selbst zu frustrieren, weil dir noch so viel trommlerische Basics fehlen, dass das eigentlich gar nicht klappen kann. Und dann haben wir in einem Jahr einen "Scheisse, I lern's nimma, verkaufe eine Pearl IP um xxx€" Thread. Das wollen wir ja nicht, oder? ;)

    So von Amateur zu Amateur ;)


    Ich bin eher ein Vertreter der Schule "lieber ein Schlag zu wenig als drei zu viel". Nix ist schlimmer als jemand, der ständig Fills und Ghostnotes reinsemmelt, die entweder nicht passen oder das Timing verhunzen. Ich spiele in meiner Kapelle fast immer nur das Nötigste, das bewährt sich immer wieder.Wenn du nicht diszipliniert Grooves spielen kannst, wird dein freies Spiel immer nur Rumgerühre bleiben. Als erstes sollten die Rudiments sitzen, die kannst du dann auf die Trommeln oder Becken verteilen. Ich würde das aber immer als Fill spielen, und zwar mit Metronom. Sonst rührst du da die geilsten Fills zusammen, kommst aber nicht mehr auf der 1 raus. Ideen gibts im Netz und Lehrbüchern zu Tausenden. Bei Drumeo auf dem youtube-Kanal sind ein paar nette Fill-Sachen zum Einstieg. Als Lehrbuch ist z.B. Bum Bum Tschack zu empfehlen, das geht gut methodisch vor. Für den Anfang gilt: Keep It Simple and Stupid. Einfache Tomläufe können da schon eine Herausforderung sein, denn sie sollen ja im Timing sein und jeder Schlag soll sauber gespielt sein. Lieber einfach und auf den Punkt als schnell, kompliziert und wuselig.

    Wenn es neu sein muss:


    http://www.musik-meisinger.de/…rent-Cherry-Shellset.html


    Da kannste nicht meckern, die Dinger sind okay, gerade für den Preis. Und Maple klingt auch besser als Ahorn :rolleyes: Dann kanste dir nen schönen Hardwaresatz kaufen (Empfehlungen gabs ja schon), und Becken würde ich mir im Laden nach Sound aussuchen. Da kriegste von 5 Leuten 8 Empfehlungen.


    Allerdings ist der Kauf bei Drumstudio1 echt ne Überlegung wert. Das Mapex ist fein, das DDrum Exotic ebenso, auch wenn es gebraucht ist. Und Gerald ist ein absolut vertrauenswürdiger und ehrlicher Verkäufer, das weiß man was man bekommt. Ich habe mit ihm auch schon Käufe und Verkäufe gemacht, das passt!

    Mit 8 Schrauben an der Bass soll das Zeug sicher nicht gegen die Star-Serie anstinken. Die SLP-Snares waren ja auch nicht sooo teuer, die drei Sets würde ich eher zwischen Superstar und Starclassic sehen. Braucht die Welt das wirklich? Nö! Sind das drei erstmal optisch schöne Sets, die man lecker finden darf? Oh ja! Das Set mit den Woodhoops ist sehr schick, und die Superstar-Serie ist ja nun schon lange auf dem Markt. Vielleicht Zeit, einfach mal was besonderes zu machen. Kommen die Dinger auch zu uns? Die Superstar Classic Linie fand ich ja cool, leider nicht für den hiesigen Markt.