Ich bin in vielen Dingen ein sehr liberaler Typ (das bezieht sich nicht notwendigerweise auf meine politische Einstellung), und grundsätzlich bin ich ein großer Freund davon, dass jeder sein Leben so leben können soll, wie es ihm passt. Ich nehme mir allerdings die Freiheit, manche Vorgehensweisen in meinem Umfeld mit Nulltoleranz zu behandeln, vorzugsweise, wenn jemand mit seinen Einstellungen und Verhaltensweisen andere (nicht mal unbedingt mich selber) entweder drangsaliert, missioniert oder auf irgendeine Weise körperlich, seelisch oder wie auch immer zu schädigen versucht. Da bin ich ziemlich pingelig, Leute mit solchen Verhaltensweisen verbanne ich in der Regel schnell und konsequent aus meinem Funkkreis oder lasse sie erst gar nicht rein. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, teile ich den betreffenden Personen auch mit, warum ich das mache. Diese Toleranzschwellen hat ja jeder, sie sind bei jedem unterschiedlich ausgeprägt (ich bin zum Beispiel überhaupt nicht lärmempfindlich, was andere wiederum wahnsinnig macht).
Gar nix anfangen kann ich mit religiösem Extremismus und Fanatismus in jedweder Form, da habe ich ein konfessionsübergreifendes Akzeptanzproblem. Ich habe da auch keinen Bock, mich für mein Andersdenken zu rechtfertigen oder die Hintergründe für deren Denkweise kennezulernen, um Leute, die so ticken, mache ich einfach einen Bogen. Jeder kann glauben, an was oder wen er will, aber er soll das mit sich ausmachen.
Das gleiche gilt für das Gesocks, das aus politischen, rassistischen oder sonstwie gearteten Motivationen bestimmte Menschen und Menschengruppen argwöhnisch beäugt und ihnen das Existenzrecht in diesem unseren Lande oder generell auf der Erde abspricht. Ich werde mit solchen Zipfelgesichtern keine Musik machen, in keiner Mannschaft spielen und will die auch sonst nicht um mich haben. Ich will auch nicht mit denen über ihre kruden Ansichten diskutieren, deswegen finden die für mich nicht statt.
Aber auch Leute, die sich bestimmte Verhaltensmuster angewöhnt haben und nun meinen, jeden von diesem Muster überzeugen zu müssen oder einem ständig nicht gewünschte Ratschläge zu erteilen, halte ich aus meinem Umfeld recht konsequent fern. Militante Nichtraucher, die früher 50 Kippen am Tag geplotzt haben und sich jetzt ereifern, wenn ich mir unter freiem Himmel in ihrer Nähe meinen Impel anzünde, können mich mal! Genauso Leute, die mir auf Partys mitteilen müssen, dass sie den Eindruck hätten, dass ich schon ganz schön einen in der Fichte hätte. Na und? Solange ich damit niemanden nachhaltig schädige oder untolerierbar beeinträchtige, erwarte ich, dass man mich mein Ding machen läßt. Wer das nicht kann oder will, mit dem muß ich nix zu tun haben.
Jede(r), der in dieses einfache Raster passt, ist jemand, mit dem ich potenziell was zu tun haben können wollte. Da spielen musikalische oder sexuelle Präferenzen genausowenig eine Rolle wie Herkunft, Hautfarbe oder Aussehen.