Beiträge von Druffnix

    Oggy


    Mann, hab ich einen Hunger! Soll ich jetzt zum Griechen, zum Chinesen, zum Italiener oder an die Frittenbude gehen, was meint ihr???


    So ähnlich ist deine Frage. Geh ins Geschäft, nimm die Teller mit, die du behalten willst und teste dich durch interessante Becken. 800 Öre sind doch ein gutes Budget, da kannst du schon ein paar schöne Sachen kaufen. Und überhaupt: Mit 800 Öre im Rücken kriegst du auf dem Gebrauchtmarkt ziemlich viel ziemlich gutes Blech. Aber entscheiden, ob das gut soundet, musst du trotzdem selber.

    drummingtomtom


    Wahrscheinlich hast du da zumindest in Teilen recht. Aber wenn eine türkische Beckenschmiede mit einem nicht wirklich türkisch anmutenden Namen und einer Palette, die schätzomative 22 andere türkische Schmieden so oder so ähnlich auch anbieten (ein Sack voller Serien mit unterschiedlichen Dicken und Abdrehmustern haben die ja alle) in den Markt will, ist sicher die Frage gestattet, warum gerade diese besonders testenswert wären. Auf den ersten Blick fällt mir da nix ein.

    Sicher ticken in der Türkei die Uhren bezüglich des Beckendengelhandwerks anders. Aber auch die müssen sich Fragen stellen:


    1. Mache ich was neues? Hmm..
    2. Gibt es einen Markt für meinen Kram? Ja, aber der ist in allen Segmenten gut besetzt.
    3. Kann ich eine Nische besetzen? Sieht nicht so aus.
    4. Biete ich qualitativ was an, was es so nicht gibt? Hmm..
    5. Kann ich über den Preis in den Markt? Schwierig, aber zeitweise möglich.
    6. Habe ich vor Markteintritt die Grundregeln von Auftritt und Erreichbarkeit sichergestellt? Nö.
    7. Informiere ich in marktangemessener Form über meinen Krempel? Hmm..


    Anyway, viel Erfolg für den Markteintritt! Ich hätte gewartet, bis vertriebs- marketing- und sonstwiemäßig alles geregelt ist, aber was weiß ich schon?

    Ich bin in vielen Dingen ein sehr liberaler Typ (das bezieht sich nicht notwendigerweise auf meine politische Einstellung), und grundsätzlich bin ich ein großer Freund davon, dass jeder sein Leben so leben können soll, wie es ihm passt. Ich nehme mir allerdings die Freiheit, manche Vorgehensweisen in meinem Umfeld mit Nulltoleranz zu behandeln, vorzugsweise, wenn jemand mit seinen Einstellungen und Verhaltensweisen andere (nicht mal unbedingt mich selber) entweder drangsaliert, missioniert oder auf irgendeine Weise körperlich, seelisch oder wie auch immer zu schädigen versucht. Da bin ich ziemlich pingelig, Leute mit solchen Verhaltensweisen verbanne ich in der Regel schnell und konsequent aus meinem Funkkreis oder lasse sie erst gar nicht rein. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, teile ich den betreffenden Personen auch mit, warum ich das mache. Diese Toleranzschwellen hat ja jeder, sie sind bei jedem unterschiedlich ausgeprägt (ich bin zum Beispiel überhaupt nicht lärmempfindlich, was andere wiederum wahnsinnig macht).


    Gar nix anfangen kann ich mit religiösem Extremismus und Fanatismus in jedweder Form, da habe ich ein konfessionsübergreifendes Akzeptanzproblem. Ich habe da auch keinen Bock, mich für mein Andersdenken zu rechtfertigen oder die Hintergründe für deren Denkweise kennezulernen, um Leute, die so ticken, mache ich einfach einen Bogen. Jeder kann glauben, an was oder wen er will, aber er soll das mit sich ausmachen.


    Das gleiche gilt für das Gesocks, das aus politischen, rassistischen oder sonstwie gearteten Motivationen bestimmte Menschen und Menschengruppen argwöhnisch beäugt und ihnen das Existenzrecht in diesem unseren Lande oder generell auf der Erde abspricht. Ich werde mit solchen Zipfelgesichtern keine Musik machen, in keiner Mannschaft spielen und will die auch sonst nicht um mich haben. Ich will auch nicht mit denen über ihre kruden Ansichten diskutieren, deswegen finden die für mich nicht statt.


    Aber auch Leute, die sich bestimmte Verhaltensmuster angewöhnt haben und nun meinen, jeden von diesem Muster überzeugen zu müssen oder einem ständig nicht gewünschte Ratschläge zu erteilen, halte ich aus meinem Umfeld recht konsequent fern. Militante Nichtraucher, die früher 50 Kippen am Tag geplotzt haben und sich jetzt ereifern, wenn ich mir unter freiem Himmel in ihrer Nähe meinen Impel anzünde, können mich mal! Genauso Leute, die mir auf Partys mitteilen müssen, dass sie den Eindruck hätten, dass ich schon ganz schön einen in der Fichte hätte. Na und? Solange ich damit niemanden nachhaltig schädige oder untolerierbar beeinträchtige, erwarte ich, dass man mich mein Ding machen läßt. Wer das nicht kann oder will, mit dem muß ich nix zu tun haben.


    Jede(r), der in dieses einfache Raster passt, ist jemand, mit dem ich potenziell was zu tun haben können wollte. Da spielen musikalische oder sexuelle Präferenzen genausowenig eine Rolle wie Herkunft, Hautfarbe oder Aussehen.

    Fame Masters B20 vom Music Store kannste auch nehmen, sind ja im Prinzip Istanbul Mehmet Traditionals. Da kriegst du für 400€ zwei Crashes. Ich habe zwei Sonor Armoni Crashes (16"/18" Medium) und die Hihat und ein Fame Ride (20" Medium), das sind alles grundsolide, wertig klingende Allround-Instrumente. Die XS20 habe ich im Unterricht spielen können, da fehlt mir ein bisschen die Klangfülle bei Crashes und Ride. Da würde ich, wenn es "Markenbecken" sein sollen, eher die Paiste PST8 mal testen, wenn du mehr auf Mitten- und Höhenbetonung wert legst, kommen die gut. Aber mit Troy, Rockbeat, Samatya, Armoni oder den Fames machst du erstmal nichts verkehrt. Hast du nicht irgendwo nen größeren Laden zum Probedengeln?

    Mattmatt


    Tüpflischisser ;)


    Dann muss auch Arne Zank von Tocotronic hier rein. Ohne ihn wäre die Mucke von den Tocos nicht so beschissen wie sie ist. Und sein Spiel ist eine absolute Referenzgröße für pseudo-intellektuellen, verkopften Schrammelrock, der erst durch Zank's Gerühre so richtig schülerkapellenmäßig über die Rampe kommt.


    Und Manfred Durban von den Flippers! Der kann aus einem Drumpad 26 verschiedene Sounds mit einem Schlag rausholen. Und ohne ihn.... hätten die Flippers keinen Drummer gehabt.

    Da sind teilweise intelligente Features dran, allerdings ist die Welt ohne diese Features auch kein schlechterer Ort. Die Sets sind teilweise sehr schick, teilweise Scheiße (das Ding mit den naturfarbenen Spannreifen sieht aus wie ein altes Royalstar aus den 80ern. Hoffentlich klingt's nicht so :rolleyes: ). Die Preise sind sportlich, aber sich da drüber aufzuregen ist so unnötig, wie sich über einen Rolls Royce oder Maybach zu echauffieren. Für 99,5% der Schlagzeugkäufer kommt so eine teure Kiste eh nicht in die Tüte, der Rest tobt sich dann auf dem High-End Markt aus, ob's dann ein Tama wird? Man weiß es nicht.

    Aua!


    Mal die Inspirationsquellen dieser Herren beleuchten:


    Travis Barker: Wegen ihm stellen Millionen von Kids ihr Racktom jetzt auch links neben der Bassdrum auf den Fußboden, setzen die Basecap schief auf den Ömmes und hauen in die Felle wie der Schmied auf kaltes Eisen. Für so viele Tattoos fehlt aber häufig das Geld.
    Lars Ulle Ulrich: "Hey, ich spiele holprig Doppelbass, verhaue jeden zweiten Tempowechsel und groove wie eine Zementmischmaschine! Ich spiele genau wie Lars Ulrich!!"
    Maskenfred Jordison: "Ich stelle ganz viele schwarze Trommeln um mich rum und ganz viele Becken, dann fühle ich mich wie der Joey!"


    Und jetzt noch von jeden der drei ein paar inspirierende Groove-Ideen, die auch in 20 Jahren noch jemand kennt.... Hmm, kommt grad nix.

    Die Frage ist halt, was man hier machen will. Will man Trommler finden, die schon mal irgendwo was außergewöhnliches gespielt haben, wird die Liste ellenlos lang. Gerade Copeland ist da ein gutes Beispiel. Dessen Spiel hat Police erst zu Police gemacht, aber bei unheimlich vielen anderen Musikrichtungen würde so ein Spiel gar nicht funktionieren.


    Was ich mir unter dem Thema vorstelle, läßt sich gut am Vergleich zwischen zwei absoluten Größen beschreiben: Steve Gadd vs. Vinnie Colaiuta.


    Colaiuta kann jeden Stil bedienen, hat er ja auch schon gemacht, allein seine Vorstrafenliste von Madonna über Megadeth, Sting, allerlei Fusiongrößen usw. usw. läßt erahnen, was der Typ drauf hat. Beispiel: Like a virgin von der Madonna: ein einfacher, aber saugeil getrommelter Drumtrack, der den Song total veredelt (man hätte ja auch einen programmierten stampfer drauflegen können). Man hört das und staunt, wer es gemacht hat.


    Gadd dagegen klingt eigentlich immer wie Gadd. Auch er bedient unterschiedliche Stile (nicht so viele wie Colaiuta), aber man hört ihn und sein spezielles Spiel immer raus. Und während Gadd mich (und ich glaube noch viele mehr) zum Beispiel inspiriert, manche Dinge auch so spielen zu können (was NIIIEEEE klappt), tritt beim Gesamt-Oeuvre vom Vinnie eher das "Das werde ich nie können!" - Staunen ein. Die Groove-Ideen von Gadd haben heute noch Relevanz, der 50-Ways-Groove, der Mozambique usw. sind wahrscheinlich genauso oft von der Trommlerschaft der Welt versucht und verhunzt worden wie der Rosanna-Shuffle oder die charaktersitischen Bonham-Dinger.


    Und wer so was hinkriegt, ist dann für mich ein Must-Heard-Drummer (grammatikalisch großes Tennis übrigens ;) ). Deshalb macht es für mich auch wenig Sinn, Leute wie Benny Greb, Ralf Gustke, Jost Nickel, Felix Lehrmann (die allesamt geile Trommler sind, genauso wie viele dieser Gospel-Chop-Experten) hier in den Ring zu werfen. Sind die alle gut? Jaa! Haben die irgendwie stilprägend gewirkt oder ein Werk geschaffen, das einen Standard definiert oder eine bestimmte Spielweise geprägt hat? NÖÖ.


    jsut my three cents ^^

    +1 für den von niles angesprochenen Bereich


    Neil Peart - Meister des musikalischen ProgRock-Spiels. Spielt viele Noten, aber trotzdem keine zu viel. Referenz auf dem Gebiet.
    Steve Gadd - musikalsche Vielseitigkeit, songprägende Groove-Ideen, erzielt mit teilweise einfachen Ideen große Wirkung, nicht Speed, sondern MUSIK!
    John Bonham - hat m.E. das Rockdrumming der härteren Sorte durch seinen Sound und Stil geprägt wie kaum ein zweiter. Fast jeder hat sich schon an seinen Ideen versucht.
    Dave Lombardo - Die METAL-Ecke! Referenz für Doppelbassdrumming mit Eiern! Schnell, hart, präzise, da können sich auch heute noch die meisten Doppelhufer eine Scheibe abschneiden.


    Das sind aus meiner Sicht Leute, deren Spiel eine Unzahl an anderen Drummern beeinflusst und mit ihren Ideen geprägt haben.

    arrowfreak


    Kauf dir ein gescheites Drumset!! Bei SB Drums sind Inbusschrauben mit Feingewinde verbaut, da leiert man sich zwar beim Fellwechsel einen Wolf, aber es gibt keine Nachschubprobleme mit den Stimmschlüsseln. Einfach drei IKEA-Regale gekauft (vorzugsweise Modell Klintebröfta by Lasse Samström), dann haste genug Inbusschlüssel, und gleich ein Regal, wo du die auch lagern kannst.


    Das wolltest du aber gar nicht wissen, oder ;)

    purple und die Stones machen es aber seit 50 Jahren durchgehend, Zep machen es eigentlich seit 30 Jahren nicht mehr. Wenn die so einen Spaß am gemeinsamen Musizieren hätten, hätten sie das längst machen können. Haben sie aber nicht, und jetzt muß es dann auch nicht mehr sein.