Ich finde, die Zeppels haben genau das hingekriegt, was man von ihnen erwarten konnte: Sie haben ihr - auch heute noch packendes - Repertoire an Klassikern gespielt, sie haben das in dem ihnen eigenen Stil getan und sie haben sich dabei nicht zum Horst gemacht. Page war ja auch schon früher nicht der disziplinierteste Spieler, das kommt auch hier in einigen Passagen etwas lässig rüber. Und Plant trifft die ganz hohen Noten nicht mehr, auch das ist verzeihlich. Wenn man sich anhört, was die früher teilweise live für eine Grütze produziert haben, ist das hier wirklich OK. Immerhin waren hier noch 3 Originalmitglieder dabei, plus ein ganz fähiger Bonzo-Imitator, der das Ganze sehr ordentlich zusammenhält. Das würde als ganze Tour oder Comeback nie funktionieren, für dieses eine Mal war es passend. Vor 32 Jahren hat man halt in dieser Art bahnbrechende Rockmusik gespielt, wer jetzt eine ultratighte Performance erwartet hat, geht von falschen Voraussetzungen aus. Und ich bin auch heilfroh, dass die keine neuen Sachen geschrieben haben, das wäre in die Hose gegangen.
Aber: Die Bühnenpräsenz, die die früher mal hatten, ist hier zumindest phasenweise spürbar, hier gibt es was zu sehen, was nur in dieser Besetzung funktioniert. Und genau aus diesem Grund dürfen die Stones, Aerosmith, AC DC und solche Altvorderen, die ihren über Jahre erarbeiteten Stil authentisch und originalgetreu darbieten können, auch heute noch mit Berechtigung die großen Bühnen bevölkern. Und so Kapellen wie Sweet, TRex usw. eben nicht, das sind Coverbands ohne oder mit einem Urmitglied, die zurecht auf dem Rummel bei Oldienächten spielen.
Fazit für mich: Erwartung erfüllt!
