Den Lulle habe ich 1987 zum ersten Mal live "genießen" dürfen, da habe ich gedacht, der ist völlig besoffen, so wie das eiert und er jedes Fill und jedes Break versemmelt. Der Drumsound war allerdings richtig fett. Er spielt live extrem unsauber, auch heute noch, und das ist eigentlich traurig. Vor allem habe ich beim Lullus immer das Gefühl, daß die Parts nicht auswendig sitzen, sondern daß er gerade bei seinen Fills oder Breaks was improvisieren will, was er nicht sicher drauf hat, und das klappt dann nicht. Dann eiert's halt, aber dadurch, daß Hetfield und Trujillo ihre Rhythmusparts gnadenlos durchspielen, holen sie ihn immer wieder irgendwie mit. In 1987 bei dem Festival habe ich dann im Anschluß Vinnie Appice mit Dio und Deep Purple mit Meister Paice genießen dürfen, das war sowas von andere Liga...
Andererseits darf man seine Wirkung auf andere nicht unterschätzen, den das was Meister Ulle macht, ist für viele metalfreundliche Drummer damals eine erreichbare Messlatte gewesen, nach dem Motto "so kriege ich das auch mal hin!". Das ist ein erreichbares Ziel gewesen. Seine Sets sahen für damalige Verhältnisse cool aus, er hat ordentlich den Affen gemacht, da stand halt der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund.