Beiträge von greb

    Das Teil klingelt ja fast so schön, wie ein fallengelassener Topfdeckel...

    seit Gary Husband nun auch für Jazz geeignet.

    Es kommt sogar noch besser: Gary Husband sagt, die Rude Hihat sei für "lighter jazz playing" geeignet.


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    Wer kennt sie nicht, die Ambos Hihat, die gerade in solchen leichten Jazzkontexten perfekt passt.


    Danke MomJovi für die Steilvorlage. Den Link wollte ich schon vor ein paar Tagen hier posten.

    Hallo und willkommen im Forum,

    Raum-in-Raum macht angesichts der bereits geringen Deckenhöhe keinen Sinn. Abgesehen vom entstehenden Raumgefühl, wird die entscheidende Isolation zur Geschossdecke hin so kaum bis nicht realisierbar sein. Das Bestandsmauerwerk (36er Ziegel) liegt vermutlich je nach Bauform bereits im Erdreich, sodass die Dichte der angrenzende Erdmasse selbst in aller Regel ausreichend Schallemission nach außen isoliert. Schwachstellen sind insoweit Fenster, Türen und gebäudeinnenliegende Wände, sowie jene, die an mögliche Nachbargebäude angrenzen.

    auch wenn es darum geht erste Erfahrungen zu sammeln, würde ich Multitrackrecording empfehlen. Was nützt mir die Stereosumme wenn ich damit keine Einzelsignale abhören kann?

    Ich greife diese Position mal exemplarisch für das Kernproblem heraus: Multitracking. Was nützt einem die Empfehlung zu Multitracking, wenn das Budget von 500 Euro gerade mal ausreicht, um die ersten Mikrofone zu erwerben? Inhaltlich hege ich eine intensive Sympathie für Multitracking, aber wenn genau das faktisch aufgrund des Bugets erstmal nicht realisierbar ist, führt die Empfehlung vollumfänglich am Ziel vorbei. Schon alleine die mehrfach angesprochene Behringer X/XR-Baureihe sprengt das Budget.


    Wenn bereits Handheld-Recorder genannt werden: Meine ersten Schritte dahingehend hatte ich damals mit einem Zoom H4n mit der internen XY-Anordnung als OH gemacht und Bassdrum sowie Snare über die dort verfügbaren XLRs verkabelt – Dank Multitracking-Möglichkeit war das später im Rechner möglich, die Spuren einzeln zu editieren. Das mag für zuhause reichen, aber für live ist das schlicht kein belastbares Konzept, denn welche Mikrofone nimmt man dann als Overheads in einer denkbaren Livesituation? Zumal auch der angesprochene H8 alleine bereits 4/5 des Gesamtbugets in Anspruch nimmt und damit den Threadstarter nahezu vollständig der weiteren Umsetzung hindert.


    Klar ist: Man wird bei dieser Budgetierung nicht darum herum kommen, Kompromisse einzugehen. Was sind denn die denkbaren Alternativen?

    • Das Budget ist erheblich zu korrigieren.
    • Mit dem zur Verfügung stehendem Budget alles irgendwie in dann entsprechend fraglicher Qualität erwerben.
    • Vorerst das bereits Verfügbare nutzen, wohlüberlegt Mikrofone ausreichend guter Qualität kaufen und erste Schritte gehen. Entsprechende Szenarien mit drei Mikrofonen wurden aufgezeigt.

    Darüber lässt sich diskutieren. Letzteres Alternative halte ich aus zuvor und im Thread genannten Gründen als vorzugswürdig.


    -

    Eine Sache will ich dann doch nochmals aufgreifen:


    Weil ich solide Kabel als selbstverständlich betrachte. Man muss ja nicht den billigsten Mist kaufen.

    Was viele, die mit Recording anfangen aber machen. Die kaufen grob gesagt Mist, weil sie es nicht besser wissen. Dass gute, solide Kabel gekauft werden, ist keine Selbstverständlichkeit. Leider. Daher mein Hinweis.

    Gute Kabel müssen nicht teuer sein und grade da gibt es eben doch ein erhebliches Sparpotenzial: Das Selbstlöten.

    • Dieses 10 m Sommer-Kabel kostet im Selbstbau mit dem gleichem Kabelmaterial (1 Meter = 1,10 €) und ebenfalls schwarzen Neutrik-Steckern (m = 3,30 €/w = 3,90 €) schmale 5,73 € weniger; Ersparnis = ca. 23,8 %.
    • Wenn man diesen Vergleich mit diesem 5 m Sommer-Kabel macht, zahlt man beim Selbstbau 7,20 € weniger; Ersparnis = ca. 36,2%.
    • Wer aus optischen Gründen auf schwarze Stecker verzichten möchte oder diese nicht verfügbar sind, muss mit etwa 30 Cent Aufpreis für das silberne Steckerpaar rechnen (m = 3,60 €/w = 3,90 €).

    Wer handwerklich die Mittel hat, lötet selbst oder fragt jemanden, der das dafür in Frage kommt, z.B. die Kollegen der Saitenfraktion. Das eingesparte Geld lässt sich an anderer Stelle deutlich besser investieren. Spätestens mit der Vollmikrofonierung ist je nach Setgröße mit Sicherheit irgendein Mikrofon refinanziert. (Exemplarische Ersparnis bei z.B. 13 Kabeln á durchschnittlich 5 Meter: 93,60 €, also fast ein SM 57).

    Gemach, gemach!


    Die Ausführungen zum Multitrack-Recording und zur bisherigen Interface-Situation sind insoweit richtig und auch nicht unwichtig. Die Frage ist allerdings, ob dem Threadstarter damit tatsächlich geholfen ist.


    Die Situation des Threadstarters lässt sich doch auf Überschaubares eindampfen: Das Set soll so mikrofoniert werden, dass er sich selbst aufnehmen und später auch live vor 30 bis 50 Personen damit arbeiten kann. Für diesen Einstieg stehen ihm 500 Euro zur Verfügung und das bereits vorhandene Equipment. Multitracking und die Nachbearbeitung am Rechner sind in der Bedürfnispyramide erstmal nicht an erster Stelle, denn außer einem Schlagzeug und dem in Frage stehenden Pult ist nichts dergleichen dafür erforderliches an Equipment verfügbar.


    Dass das Behringer Xenyx X2222 USB nur den Stereo-Master ausgibt, ist richtig, aber insoweit kein Problem, als dass der Threadstarter damit erstmal ersten Schritte wagen kann. Natürlich ist das nicht ideal, natürlich entspricht es nicht dem großflächigem Standart und noch mehr nicht dem Idealzustand, aber warum soll man damit nicht erstmal ein Gefühl fürs Recording bekommen? Das Pult verfügt für jeden der 8 XLR Eingänge über 3-Band EQ, einen One-Knob-Kompressor, hat Aux-Wege und eine Effekt-Sektion. Das ist weit mehr als das, was viele von uns zu Beginn hatten. Dass man damit keine all zu großen Signalbearbeitungen machen kann, liegt offensichtlich auf der Hand. Tatsache ist unstreitig, dass dieses Pult bereits im Bestand existiert und selbst bei einem Verkauf zur Querfinanzierung des Mehrspur-Interface nicht die entsprechend notwendige Summe auslösen wird.


    Nichtsdestotrotz ist mit diesem Pult ein annehmbares Ergebnis möglich, für das sich der Threadstarter die elementaren Grundlagen aneignen kann. Für die Situation "Aufnehmen für sich selbst" (z.B. mit Band im Proberaum, alleine im Trommelkeller oder zu Playback) ist das Ergebnis alle mal insoweit vertretbar, dass es ihm ermöglicht, das Aufgezeichnete aus spielerischer Sicht zu beurteilen. Dafür reicht das im Bestand befindliche Mischpult und die zu erwerbenden Mikrofone samt Ständer und Kabel allemal. In der späteren Live-Situation vor kleinem Publikum mit einem überschaubarem Equipmentaufwand, kann er dieses Wissen ohne verfügbaren FOH direkt anwenden.


    Wenn über die Zeit dann der Wunsch nach umfangreicherem Equipment aufkommt und die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, kann der nächste Schritt angegangen werden. Davon ist aber der Threadstarter mit Stand seiner gestellten Anfrage hier im Forum weit entfernt, denn er befindet sich schlicht am aller ersten Schritt und das zu dafür erwerbende Equipment ist mit 500 Euro budgetiert. Schon alleine der Erwerb eines Mehrkanalinterface dringt preislich in ganz andere finanzielle Regionen vor, als der Threadstarter an Gesamtbuget zur Verfügung hat.


    Dass das zu erwartende Klangergebnis mit den zur Verfügung stehenden, einfachen Mitteln in seiner Qualität in beiden Fällen an die vergleichsweise umfangreiche Signalbearbeitung am Rechner mit der Schnittstelle eines Mehrspur-Interfaces oder in der Live-Situation durch ein Digitalpult gerade nicht heranreicht und daher Abstriche zu machen sind, ist zweifellos zu erwarten. Dieser Anspruch aus rein technischer Sicht dürfte allerdings für einen absoluten Einsteiger reichlich ambitioniert sein.


    Edit: Threadstarter war schneller.

    Bei 30 bis 50 Leuten würde ich mich der klanglichen Abbildung des Schlagzeugs mit dem Blick aufs große Ganze nähern. Zunächst mal das Set: Der Kesselsatz des Setups von windstar23 bestünde aus Snare, Bassdrum, TomTom, Floortom, das Beckensetup aus Hihat, Ride, zwei Crashs und einem Splash und an sonstigem Instrumentarium gibt es noch eine Cowbell. Insoweit handelt es sich um ein sehr kompaktes Setup, dass ich gerne auch so ähnlich verwende.


    Bassdrum: Für die Bassdrum ist das Beta 52a klanglich moderner abgestimmt als das AKG D112. Im Vergleich zu den sehr modernen Audix D6 und Sennheiser E902/E602 ist es aber immer noch vielseitiger.


    Overheads:

    Das im Thread bereits angesproche Line Audio CM4 kann ich nur empfehlen – ebenso die CM3, die allerdings nur noch gebraucht zu erwerben sind. Sehr kompakte Mikrofone, die ihren Job sehr gut verrichten und sich vor so manchem deutlich teureren Mikrofon nicht verstecken müssen. Die klangliche Abstimmung der Line Audios ist allerdings schon etwas gerader, als man das von anderen Mikrofonen so kennt. Die beigelegte Klemme ist gut und durchdacht. Der optional erhältliche "CMEA" Shockabsorber überzeugt mich nicht. Funktionale Alternativen sind allerdings aufgrund des schmalen Mikrofonkörpers (20 mm) rar gesäht und dann auch kein Schnäppchen.


    Im Beitrag #22 hat m_tree sehr gute Empfehlungen dazu geben (Glyn Johnes, Recorderman) und bereits in #24 die fehlende Stütze bei Overheads in AB und die Präferenz für Mono-Mixe angesprochen. Ich möchte da um ein paar Gedanken ergänzen:


    Ich sehe für Anforderungen der in Frage stehenden Größe des Liveevents keinen Grund für eine Stereo-Mikrofonierung der Overheads. Zunächst befinden sich die überschaubaren Leute vermutlich eher vergleichsweise nahe an der Bühne. Man muss als Live-Mischer also nicht die breite Bühne bis in viele Meter Raumtiefe darstellen, sondern wird eher eine kompakte musikalische Darstellung auf einen definierbaren Bereich konzentrieren müssen. Daher gilt: Je näher das Publikum steht, desto mono-kompatibler muss der Mix sein, da ansonsten harte L/R Trennungen auf die dann breit gestellten PA-Boxen am Kernpublikum vorbeischallen. Das wird jeder nachvollziehen können, der schonmal direkt an der Bühnenkante stand und zB. Stereo-Effekte eines Keyboards hörte. Aus diesem Grund wird bei größeren Bühnen zusätzlich mit sogenannten "Front-Fill" beschallt, die die Bühnenkante abdecken. Angesichts der besagten 30-50 Personen wird der PA-Aufwand (ich denke hier an Kneipengigs, etc.) sich im überschaubaren Maß halten, sodass Front-Fills nicht zu erwarten und auch an sich überdimensioniert sind. Hinzu kommt, dass die räumliche Stereo-Panorama des Schlagzeugs angesichts der zu erwartenden Locationgröße vom Direktschall der Bühne mehr verwässert als präzisiert wird. Das Stereo-OH bietet insoweit keinen Mehrwert. Ein Mono-OH wäre zumindest im Setup ausreichend, im Warenkorb gleichwohl immer vorzugswürdig.


    Snare:

    Die Snare ist mit Abstand das lauteste und durchsetzungsfähigste Instrument am Schlagzeug, dass gleichzeitig die größten Dynamikstufen hat. Auf den OHs wird diese ergo immer irgendwie zu hören sein, problematisch sind insoweit eher Ghotnotes. Allerdings wäre die Position eines reines Snare-Mikrofon zwischen Hihat und Tom nicht zwingend der bessere Weg:

    In der Stereo-Overheadmikrofonierung der Overheads benötigt man zwingend immer einen Referenzpunkt, um beide Mikrofone in der Laufzeit aufeinander abzustimmen, dies ist aufgrund ihrer bloßen Durchsetzungsfähigkeit nahezu immer die Snare. Das Snaremikrofon dient demnach nicht nur zur klanglichen Abbildung und späteren Bearbeitungsmöglichkeit des Instrument als solches, sondern manifestiert sie die Snare auch als klangliches Zentrum der beiden Overheads. Letzterer Aspekt, die Laufzeitbeziehung, entfällt mangels zweitem Mikrofon in der Mono-Overheadmikrofonierung.

    Stellt man bei der Mikrofonierung durch Stereo-Overhead-Anordnung und einen Bassdrummikrofon ein spezifisches Snaremirko dazu, so kommen zwar die erwähnten Aspekte der Snare zum Tragen, gleichzeitig gerät aber der Gesamtklang des Sets in akustische Schieflage, da z. B. die Toms aus dem Klangbild rücken und die Becken, insb. Crashs zu omnipräsent werden.


    Meine präferierte Lösung wäre daher, das zweite Kleinmembran-Mikrofon als Stütz-Mikro unterhalb des Rides über der Bassdrum zu positionieren (so wie hier – in etwa also genau die Cowbell-Position im Setup von windstar23, siehe oben) und so nicht nur die laute Snare einzufangen, sondern auch die beiden Toms, das Ride und ggf. sogar noch etwas Hihat. So gelänge nicht nur eine homogenere Abbildung des Schlagzeugs im Zusammenwirken mit dem Mono-OH und dem Bassdrummikrofon, sondern man hat in seinen Kernelementen auf diesem Mikrofon dann akustisch eine Art "Drumbus" liegen:

    • Die sowieso laute Snare hätte aufgrund des Abstandes und der leicht seitlichen Position zum Kessel etwas mehr Bauch, den das Mono-OH nicht liefert und trotzdem wäre sichergestellt, dass die die Dynamikstufen abbildbar wären. Überdies bildet diese Position des Mikrofons einen gespielten Crossstick auf dem Snarerim klanglich um Welten besser ab, als die übliche Position des Snaremikrofons unterhalb der Hihat.
    • Die Bassdrum hätte im Signal Attackanteile und das Kleinmembran wäre mit dem Frequenzband auch in Reichweite ihrer tiefen Frequenzen.
    • Die Toms wären beide in unmittelbarer Nähe des Mikros (anders als bei Glyn Jones oder Recoderman), ein Panning entfällt und die Frequenzen wären darstellbar. Das fehlende Panning wäre auf wegen des Mono-Mixes hinfällig.
    • Das Ride würde man sehr gut und die Hihat je nach Position zumindest in Teilen noch einfangen können.
    • Die lauten Crashs wären von nahezu allen angrenzenden Instrumenten abgeschattet, die dafür auf dem Mono-OH präsent sind.

    Stellt man irgendwann von Mono- auf Stereomikrofonierung um und skaliert nach oben bis hin zum aufwendigen Close-Micing, kann das Stützmikrofon in der Position bleiben und die Mikrofonauswahl modifiziert werden. Das führt an der Stelle aber viel zu weit.


    Einziger Haken ist, dass die Cowbell an eine andere Position müsste. Eignen würde sich der Bereich rechts neben dem Ride über der Floortom ein guter Platz finden lässt, da so der Abstand zu allen Mikrofonen am Größten ist und sie sich dort im äußersten Aufnahmebereichs befinden würde. Sie könnte aber auch zwischen Hihat und Tom (die übliche Snaremikro-Position), da man sie so noch gut erreichen und über das Stützmikrofon einfangen könnte.

    Cowbells sind insoweit leider undankbar, da sie monoton und je nach Spielweise auch sehr laut sind. Sie an der bisherigen Position zu lassen, wäre für die Verwertbarkeit des Stützmikrofon-Signals daher sehr problematisch.


    Natürlich ist das keine vollständige Abbildung, wie sie eine umfangreiche Vollmikrofonierung bietet. Letztere wäre in Sachen Aufwand in diesen Kontext weit über das Ziel hinausgeschossen (Ein Gesamtkonsens zeichnet sich im Thread dahingehend ab), gleichzeitig erhält man viele Elemente, die einer Vollmikrofonierung immanent sind – nur eben nicht in allem Umfang.


    Im Ergebnis überwiegen für mich die Vorteile: Es sind gerade mal drei Mikrofone erforderlich, um ein Set sehr homogen abzubilden.

    Insoweit deckt sich das mit den Empfehlungen einiger Kollegen, wie bspw. #5 und #22.


    Das Budget von 500 Euro ist mit zwei Line Audio CM4 und dem Shure Beta 52a (jew. der Warenwert zum Neupreisen) erreicht. Hinzu kommt der Versand bei THS für die Line Audios. Weiter erforderlich wären insoweit noch 3 Kabel, 3 Stative. Auch wenn das Line Audio CM4 zu einem wirklich sehr leichten Mikrofon seiner Gattung zählt, empfiehlt sich für eine spätere Verwendung mit Stereo-Array ein Stativ ordentlicher Qualität, denn Hebelkräfte werden gerne mal unterschätzt. Ein normales ist dahingehend auch etwas zu eingeschränkt in der Höhe und in der Auslegelänge des Mikrofonarms. Für das Stützmikrofon kann man ein halbhohes Stativ benutzen, allerdings hatte ich auch schon eine Montage an der eine BD und auch an einem Beckenständer gesehen. In den letztgenannten Fällen sollte allerdings klar sein, dass bei der Montage an der BD der Trittschall eine Rolle spielt und im Falle des Beckenstatives es auch zu Übertragungen kommen kann. Das kann für Rolle des Mikrofons im Setup entweder funktionieren oder stören. Das Bassdrumstativ hat sogeschen die einfachsten Anforderungen.



    Zwei Takte noch zum SM57/58: Grundsätzlich sind SM58 und SM57 mit der Einschränkung vergleichbar, dass der Unterschied des Korbs nicht nur in Sachen Stabilität (bei Stocktreffern) besteht, sondern auch durchaus klanglichen Einfluss hat (dazu hier). Der Gitterkorb des SM58 wird auch im Falle eines Gebrauchtkaufs vermutlich zu einer höheren Chance eines intakten Mikrofons führen, als es beim SM57 der Fall ist. Gleichwohl kommt man mit dem SM57 einfach näher an die gewünschte Position. Das nur mal als Anriss*, denn mir geht es um etwas anderes:


    Betrachtet man sich die Gebrauchtpreise des SM57 bei Ebay Kleinanzeigen, so beziffert sich dieser derzeit auf etwa 70 Euro aufwärts. Da kommt dann nochmal Versand obendrauf (mit DHL Tracking: 5,50 Euro), was zur Zwischensumme iHv 75,50 Euro führt. Wenn man das über Paypal mit Käuferschutz abwickelt, um im Zweifel bei der Lieferung von Fakemikrofonen reagieren zu können, kommen dann nochmals 2,29 Euro hinzu (2,49 % + 0,35 Euro) hinzu. In der Endsumme liegt man dann bei 77,90 Euro. In Relation zum Neupreis iHv. 105 Euro beläuft sich die Ersparnis auf gerade mal 1/4. Ob sich das tatsächlich angesichts der mittlerweile optisch sehr detailgenauen Fakes oder eben defizitären Kapseln (Altersgründen, Pflegezustand, usw.) rechnen soll, muss jeder selbst entscheiden. Für mich hat sich für dieses Mikrofon ein Gebrauchtkauf noch nie gerechnet.


    * Wer den "Deep-Dive" zum SM57 mit weiterführenden Informationen haben will: http://recordinghacks.com/microphones/Shure/SM57

    Schon zu Beginn in den Chören schwebt ein leicht an Telefongespräche erinnernde kratziges "KRCH" mit, dass spätestens ab dem Einsatz der Gitarre bei 0:16 Min. sich als ein ein konstant gleichbeliebendes und wahnsinnig nerviges "KRCH" manifestiert und sich über das gesamte Intro zieht. Für mich als langjähriger Gitarrist klingt diese Präsenznase allerdings überhaupt nicht "ins Signal integriert", sondern davon isoliert "on top".


    Der verbleibende Rest der Gitarre ist allerdings auch nicht überzeugend: Bei dem angestellten High-Gain Gitarrensound wäre ein gesättigteres Sustain zu erwarten und der Ton im Vibrato würde schneller in den Oberton kippen. Es klingt allerdings statisch, eindimensional matt, unharmonisch und sehr unnatürlich. Es erinnert mich doch sehr an die Anfänge digitaler Modelling-Lösungen für Gitarristen, seien es nun Multieffektgeräte oder erste Gehversuche mit Plugin-Lösungen – jedenfalls im Ergebnis hinsichtlich der Klangästhetik sehr unschön.


    Bei den Intro-Keys mit ihrem Arpeggio klingelt der höchste Ton regelrecht dem Hörer ambossartig entgegen. An Stellen, an denen Gitarre und Chor zusammen mit Keys aufschlagen, liegen viele Instrumente nahezu deckungsgleich aber sehr unscharf ausdifferenziert übereinander.


    Allerspätestens beim Becken-Crescendo, dass eher daran erinnert, dass jemandem der Beckenstapel die Kellertreppe heruntergefallen ist, ist für mich Ende. Die Gitarren hätte man sich vollumfänglich sparen und durch mittels Killswitch unterbrochenes, gefenstertes Rauschen für die Rhythmik ersetzen können.


    Ich höre da nur "KRCH" – für meine Ohren unhörbar.

    Aus juristischen Gründen möchte ich es bei folgendem Hinweis belassen:

    "Erstaunliche Preisgestaltung" bei XENGXUE bei Amazon.



    https://www.amazon.de/ZENGXUE-…ue&qid=1663581679&sr=8-29

    Das ist zwar ein bisschen OT: Es geht um die Trittplatte.


    Hier das Bild der Amazon-Maschine:






    m83200646715_1.jpg


    Das hier, ist eine Hihat Maschine aus der Mapex Janus Serie (etwa Anfang der 2000er, glaube ich). Das U-Fersenstück ist abschraubbar, die Fläche der Trittplatte lässt sich durch ein Inlay modifizieren, der Fußstopper ist modelliert.


    Die sehr stark ähnelnde und in der Funktion nur wirklich rudimentäre Trittplatte der bei Amazon erhältlichen Maschine ist mit Sicherheit meilenweit entfernt des Originals.

    Ein paar Anmerkungen.


    I. Persönliche Grenzen der Musik

    Musik muss mir Spaß machen. Da bin ich maximaler Egoist. Diesen Luxus kann ich mir auch leisten, da ich davon nicht leben muss. Aufgrund dessen kann ich mir aussuchen, wo ich zusage oder wo nicht. Gleichwohl muss man einsehen, dass Musik schon immer [Korrektur: mehr oder weniger*] politisch war. Ich werde unabhängig des musikalischem Genre niemals Interesse an Musik und Musikinhalten haben, die inhaltlich verfassungswidrig, faschistisch, antisemitisch, rassistisch, geschlechterfeindlich oder sonstiger abwertender, diskriminierender Natur verherrlicht. Das widerstrebt in voller Vehemenz meinem Wertekompass. Für diese Überzeugung stehe ich auch ein. Mich interessiert dabei immer der sachliche Diskurs und eine fruchtbare Debatte, auch bei gegensätzlichen Ansichten und harten Bandagen. Wenn diese Diskussionskultur nicht gegeben ist, sukzessive kippt oder elementare Grundsätze und Grenzen vollends überschritten werden, bin ich raus.


    * weil sonst zu pauschal.


    II. Persönliche Anmerkungen zu vehementen Forderungen aus dem Auditorium

    Meiner subjektiven Beobachtung nach baut sich jede Band ihr spezifisches Klientel auf. Entsprechend kann man als Band schon zu Beginn aber auch über die Jahre hinweg selbst Einfluss auf den Kreis der Zuhörer nehmen. Dass mit zunehmender Größe auch andere Personen dazukommen können, liegt in der Natur der Sache und in der Mannigfaltigkeit sozialer Gefüge. Festzeltbands, die über Jahre hinweg die Zielgruppe von Partymusik, Ballermannhit und Après-Ski-Kracher adressiert haben, werden gleichwohl nur schwer ihr Klientel von heute auf morgen ändern können. In einem solchen Fall hat man sodann nur drei Optionen: Nachgeben oder Aussitzen oder Positioneren. Letzteres geht in beide Richtungen.


    III. Die Diskussion um Layla

    Die reine Diskussion um das Lied ist deshalb in so komplexer Schieflage, weil plattformübergreifend von verschiedenen Diskussionsteilnehmern verschiedene Aspekte völlig unreflektiert, undifferenziert und meilenweit hochgejazzt zusammengeworfen werden, die in Summe zu einem faktenwidrigen Ergebnis kommen.


    Sofern man darüber diskutieren will, sollten die Beteiligten zumindest den gleichen Sachstand haben.


    1) Die vermeintlich als Verbot interpretierte Regelung

    Landesweit ist zu lesen, die Stadt Würzburg oder die Stadt Düsseldorf, also eine Körperschaft des öffentlichen Rechts hätte das Lied verboten – gar der Vorwurf der Zensur wurde erhoben. Warum das weit mehr übermäßiger Unsinn ist, zeigt der nüchterne Blick auf den Sachstand:


    a) Sachstand bzgl. Würzburg:

    Die Stadt Würzburg trat gar nicht in ihrer Funktion als öffentlich-rechtlicher Hohheitsträger auf, das bestätigen insoweit nicht nur Meldungen der Pressesprecher sondern auch verwaltungsgerichtliche Urteile. Es bestand eine privatrechtliche vertragliche Vereinbarung zwischen der Stadt als juristische Person und dem Festzeltbetreiber, dass entsprechendes Liedgut eben nicht zu spielen ist. Das war bereits im Vorjahr schon beim Donaulied der Fall. Von einem staatlichen Verbot oder staatlicher Zensur zu sprechen ist faktenwidrig und nichts anderes als billiger, klickbringender Populismus.


    b) Sachstand bzgl. Düsseldorf:

    Für die Düsseldorfer Rheinkirmes zeichnet sich ein privater Schützenverein verantwortlich, auf den die Stadt Düsseldorf zukam. Allerdings sah man seitens der Stadt bereits vorab keine Rechtsgrundlage und hat darüber hinaus ein solches Verbot letztlich auch nicht erlassen. Auch hier war es der Veranstalter selbst, der im Übrigen nur in seinem eigenen Festzelt von diesem Lied Abstand genommen hat. Andere Zeltwirte waren lediglich nur von einer Empfehlung des Veranstalters betroffen. Insoweit lässt sich der Vorwurf eines staatlichen Verbots oder der staatlichen Zensur auch hier als Populismus entlarven.


    2) Die Bandaktivität als Dienstleistung

    Die verbleibende Diskussion zur Frage "Wer bestimmt, was auf der Setlist landet?" übersieht einen alles entscheidenden Punkt, der bereits von der Empörungswelle gänzlich übersehen und auch eingangs vom Threadstarter schon angerissen wurde:

    wir erbringen eine Dienstleistung

    So ganz einfach ist das nicht. EVENTFAQ sagt dazu unter dortiger anwaltlicher Expertise folgendes ( Volltext )

    Zitat

    Übersetzt in die Sprache zwischen Veranstalter und Künstler heißt das:

    • Ein Werkvertrag kann vorliegen, wenn der Künstler eine ihm zurechenbare Leistung erbringt und sich diese in einem von den Vertragsparteien vorgegeben Rahmen bewegt. Dies erfordert, dass der Künstler gewisse gestalterische Freiheiten haben muss, mit denen er sich in dem vorgegeben Rahmen frei bewegen kann. Der Veranstalter kann „Weisungen“ erteilen, die die Ausführung des Vertrages betreffen, aber nicht das Ergebnis betreffen dürfen.
    • Es wird hingegen ein Dienstvertrag gegeben sein, wenn der Veranstalter über diesen Rahmen hinaus konkrete Anforderungen an den Inhalt der Show stellt. Je konkreter der Veranstalter also das Programm vorgibt (bspw. die Songauswahl), desto eher spricht das für einen Dienstvertrag – denn umso mehr befolgt der Künstler dann lediglich die Weisungen des Veranstalters, und dies ist eben typisch für einen Dienstvertrag.

    Für Events heißt das aus meiner rechtlichen Laienperspektive in letztlicher Konsequenz:

    Der Veranstalter kann im Rahmen der Vertragsautonomie vorsehen, dass das Liedgut einer bestimmten Art auf seiner Veranstaltung nicht gespielt werden soll (oder eben nicht). Genauso kann er vorsehen, dass ein bestimmtes Liedgut bestimmter Art erklingen soll (oder eben nicht). Offensichtlich haben aber die Veranstalter in beiden oben genannten Fällen eine Regelung getroffen. Ob das in den vorliegenden Fällen nun expliziter Vertragsinhalt oder an verwendungsfähigen Vertragsbedingungen gekoppelt war, ist letztlich unbeachtlich. Für beide Fälle gilt: Einigen sich die Vertragsparteien übereinstimmend über diesen Vertragsinhalt, dann steht ein wirksames Vertragsverhältnis zwischen den Parteien. Ob man die vertraglichen Vereinbarungen als außenstehender Dritter gut oder nicht gut findet, ist subjektiver Natur und daher einer objektiven Betrachtung nicht zugänglich.


    3) Zusammenfassung

    Natürlich ist die Gesamtheit des Bandrepertoires ist eine eigenverantwortliche Handhabe jeder Band. Wie es zum Konsens kommt, ist der Band anheimgestellt. Es wäre zudem sehr überraschend, wenn Top40 Bands, die Events dieser Größe im Kalender stehen haben, hinsichtlich des Gesamtrepertoires ausgedünnt aufgestellt sind. Manche davon stellen das Repertoire auf der Website, sodass man schon beim Booking einen Eindruck bekommen kann.


    Sofern ein Veranstalter entsprechende Vorgaben machen will und bahnt sich gegenüber einer Band eine solche vertragliche Regelung an, könnte man diese Regelung sowie den Inhalt der Regelung durchaus zum Gegenstand der Vertragsverhandlungen machen. Ändert das das Ergebnis nicht in die gewünschte Richtung, so steht es der Band frei, den Vertrag nicht einzugehen und den Gig eben nicht zu spielen. Auch das ist ein Ausdruck von Vertragsautonomie und eben gerade keine Zensur.

    Die Ausgangssituation des Threadstarters hat neben einem materialbedingten Haken zugleich auch ein Nadelöhr: Der bevorstehender Gig erfordert nur ein wenig Verstärkung.


    Das kann zwar viel heißen, allerdings spricht das für mich wenig für den Einsatz eines Systems mit headroomfähigen Subwoofer(n), sondern eher für zwei 12" Tops oder im besten Fall für ein sein sehr überschaubares Kompaktsystem. Bei den meisten 12" Tops ist bei 60 Hz Schluss und ein Kompaktsystem liegt etwa bei 45 Hz (Maui 28) bis 50 Hz (Maui 11 G2).


    Nimmt man an, es handelt sich um eine sehr weit verbreitete Schlagwerk CP40 (50x30x30, Schalloch 12 cm), dann ergibt sich für diesen Resonanzkörper schonmal eine Frequenz von 88,6 Hz. Mit einem montierten Schlagwerk Cajon Bass Tube (Länge ca. 10 cm) rutscht man runter auf eine Resonanzfrequenz von etwa 62 Hz. Gegen den Einsatz eines solchen Tools spricht das Interesse des Threadstarters an der Mikro-Klemmmöglichkeit. Diese Resonanzen hätte man in jedem Fall schonmal.

    (Theorie zum Tonumfang der Cajon: Acoustic and structural resonances of the cajon.)


    In jedem Fall nähert man sich mit dem Instrument schon sehr nahe der unteren Grenze einer Anlage, die die Tieftonanteile eines stark auf klassischer Bassdrum abgestimmten Mikrofons nur zu einem sehr, sehr überschaubaren Teil übersetzen wird. Je nach Besetzung kann es zudem dann Sinn machen, die verfügbare Endstufenleistung für andere tieffrequente Instrumente so wenig wie möglich einzuschränken.


    Dar Haken bleibt letztlich noch die Mikrofonauswahl: Der Threadstarter hat nur SM 57 und ein D112 zur Verfügung.

    Betrachtet man die Graphen des D112 zum D6, wird die wenig ausgeprägte Badewanne des D112 recht deutlich, dessen Positionierung an einem Cajon aufgrund der verwinkligen Bauweise doch schon recht abenteuerlich werden kann. Dem Graph nach hat das D112 auch erstmal mehr Bassanteile als das 57er, mit dessen höher angesiedelter Anhebung sich etwas leichter haushalten lässt.


    Aber:

    Der Nahbesprechungseffekt ist beim SM57 nicht eingezeichnet - hat seinen Peak aber eher bei 200Hz. Daher eignet sich das auch hervorragend für Snares und Gitarrenamps.

    Zum Nahbesprechungseffekt des SM 57 lässt sich wenig finden, allerdings könnte er zumindest ähnlich zum sein:


    Unknown.jpeg




    Wenn möglich, würde ich das vorab testen. In der dargestellten und gleichwohl vermuteten Anlagen-Konstellation würde ich auf kurzfristiger Sicht aus dem Mikrofonbestand dem Mikrofon den Vorzug geben, dass weniger anfällig bei der Positionierung ist und ich in den gewünschten Bereich einpassen kann.

    Ich würde sagen, dass das eine Sonor MB1410 ist. Wenn dem so ist, ist das keine wirklich billige Snare mit einem dünnen Birke-Kessel.

    Insoweit würde ich das Instrument definitiv aufbauen und den Kessel ersetzen ­­- Wer weiß, worin diese Snare mal tatsächlich stand.


    Sonor sollte so einen Kessel natürlich anbieten können. Stegner hat scheinbar Bezugsmöglichkeiten für 7,5 mm Birkenkessel und die Klangmacherei verarbeitet 6 mm Kessel. Mir fiele noch Kumu Drums aus Finnland ein, die finnische Birkenkessel. Laut deren Homepage wird das Drumcenter als Dealer gelistet, das aber keine Trommeln derzeit im Shop anbietet.

    Ich würde das Video von Sucherman da nicht wirklich darunter fassen. Das ist ja Immer noch eine sehr musikalische Umsetzung und er weiß auch, was er da macht.


    Gemeint war das völlig sinnentleerte Abfeuern von Hihat Frickelei im Bereich zwischen "slightly overplayed" und "Drum Chops Fetisch", weil im Song grade eine etwas längere Lücke ist und man womöglich ansonsten die Anwesenheit des Trommlers vergisst. Also so Trommler, die eigentlich völlig sauber abliefern könnten, aber dann die Intros von "Dont Stop Believin', "Sweet Child O Mine" oder "Free Bird" mit der HH eins bis drei Takte zustellen – vielleicht aus mangelnder Erfahrung und dem Gedanken heraus, dass man als Trommler ja irgendwie irgendwas machen muss (weil die Kamera läuft, oder/und Bekannte zusehen sind oder/und man etwas besonderes gut machen will, etc.)


    Es ist gar nicht so einfach, da etwas zu finden, was nicht die Kids trifft, die erst seit ein paar Jährchen trommeln, Spaß daran haben und die Songdienlichkeit noch nicht an erster Stelle steht. Die sind da ausdrücklich nicht gemeint. Wenn ich was passendes finde, editiere ich das hier rein, man sollte aber bei Cobus und Corp3rdrumm3r sicherlich fündig werden.


    Edit: Cobus #1, Cobus #2. So als Idee.

    Seelannes Post möchte ich gerne um einen Punkt erweitern:


    10. Mikrofonierung

    Ein Mikrofon kann immer nur eine Momentaufnahme aus exakt dieser einen Position im Raum umsetzen, zumeist lupenartig und je nach Qualität des Raumes auch unterschiedlich. Zwar ist die Position des Trommlers denklogisch festgelegt, aber gerade Overheads können wesentlich weiter vom Becken entfernt sein, als es das Becken von unseren Ohren ist. Wieder andere Abstände hat man, wenn Hihat und Ride einzeln abgenommen werden. Der abgenommene Klang wird selbst ohne Processing daher etwas völlig anderes sein, als der von uns gewohnte oder/und womöglich auch gewollte Klang.


    Zudem kann es sein, das plötzlich:

    - die Hihat nervt und klingelt, was sie aus Spielersicht nicht macht.

    - der Wash des Rides ist kaum hörbar und dafür die Stickdefinition präsenter ist

    - man beim Anschlagen des 16er Crashes Frequenzen des mitschwingenden Beckenständers hört, nach Austausch durch ein 18er auf gleicher Position aber nicht.

    - der kurze Nachklang des 16ers Crash im Kontext untergeht, das 20er Crash aber viel zu lange nachschwingt.


    Man tut demnach gut daran, sich als Instrumentalist auch mit der Klangästhetik seines Instruments im Falle einer Mikrofonierung auseinanderzusetzen.


    1. Je weniger Becken am Set, desto universeller und vielseitiger müssen sie sein. Je mehr Becken am Set, desto spezieller sollten sie sein.

    Ich möchte da nicht widersprechen, sehe allerdings die Schwerpunktsetzung aus meiner Sicht an anderer Stelle (auch in Vorbereitung zum danach nachfolgenden Punkt):


    Für mich muss ein Beckensetup in seiner fast kleinsten zum Einsatz kommenden Einheit erstmal in sich stimmen und funktionieren. Obwohl ich durchaus mittelgroße Beckensetups [etwa 12 Becken zzgl. Hihat(s)] mag, ist für mich und meine Musik der Kernbestand eine Hihat, ein größeres dünnes Crash (18 - 20") und ein ancrashbares Ride. Letzteres muss ancrashbar sein, sodass man bei Bedarf auch nur mit HH + Ride losziehen könnte.

    Sollen dann zum Kernbestand (Hihat, Ride,, R, CR) weitere Becken hinzukommen, kann man für diese auf Spezialisten setzen. Beispielsweise als weiteres Crash ein O-Zone Crash oder generell etwas experimentell trashiges. Im Ergebnis entsteht so ein Satz, der in alle Richtungen zunächst skalierbar ist, allerdings bis dato nur in seiner vertikalen Struktur durch die bloße Anzahl der im spezifischen Setup befindlichen Becken. Man fügt dadurch dem System "Beckensetup" Leistung durch das Hinzufügen von Ressourcen zu.


    Daher empfiehlt es sich, auch horizontal zu skalieren, weshalb ich insbesondere auf den sehr guten Punkt Nr. 3 der Seelann'schen Philosophie eingehen möchte:

    3. Wenn Du unterschiedliche Musik machen willst, brauchst du unterschiedliche Ride-Becken.


    Neben der Hihat als klassischem Time Keeper, folgt für mich gleichrangig das Ride. Im Beckensetup ist allerdings das Ride der Dreh- und Angelpunkt, da das Ride die größten Überschneidungen mit großen Crashes hat, während die Hihat klanglich mit dem Ohr abgrenzbar eigenständig ist. Zudem ist es jenes Becken, dass über seine gesamte Fläche hinweg mit unterschiedlichen Bereichen des Sticks angespielt wird und dann auch noch ancrashbar sein sollte. Dem Ride kommt daher eine übergeordnete Rolle zu.


    Nimmt man die klassische Beckensammlung an, so befinden sich zumeist mehrere Crashes und mehrere Rides im Bestand, die sodann zu gegebener Zeit und je nach Bedarf zum Einsatz kommen. In diesem Fall findet die Skalierbarkeit durch das Hinzufügen zusätzlicher Module innerhalb der Baugruppe zum Zwecke des Austausch statt, sodass man von einer horizontalen Skalierbarkeit sprechen kann.


    Aber, kann man ein einziges Beckensetup so aufbauen, das eine diagonale Skalierung ermöglicht und diese der Schwerpunkt des Setups ist?


    Was mit dem Begriff "diagonale Skalierung" gemeint ist, sollen zwei Fallbeispiele erläutern:


    Fallbeispiel 1 – "Betram und der Beckenschneider"

    Vor einigen Jahren im Rahmen des seines Workshops bei Drums & Percussion Paderborn plauderte er nicht nur emsig aus dem Nähkästchen, sondern ging auf das dortige Setup der großzölligen Byzantiner ein. Zu meiner Überraschung hingen als Crashbecken fast nur Rides zwischen 20" und 22". Ob das mit den Rides gewollt war, kann man bei Herrn Engel so direkt nicht abschätzen. Ungeachtet dessen und auch seiner Endosements kann ich mir gut vorstellen, dass es ihm so ein leichtes wäre, das passende Ride aus dem Bestand zu wählen und so die Klangästhetik für dieses Konzert zu optimieren. In Anbetracht der Becken, die Herrn Engel in der Backline zur Verfügung stehen werden, grenzt das vom Konzept her tendenziell aber immer noch eher in die Richtung horizontaler Skalierung. Die Möglichkeit die als Crash verwendenden Rides wieder dem Auswahlpool der Ridebecken zuzuführen, ergibt sich ja erst durch den Ausgleich mit dem Backlinebestand.


    Fallbeispiel 2 – "So oder so oder andersrum"

    Wieder ein paar Jahre später war ich auf einem Konzert einer klassischen 70s-Tribute-Rockband. Der Trommler hatte neben HH und R auch drei Crashes (20" bis 22") am Set. Zwei dieser Crashes waren allerdings 20"/22" Meinl Byzance Jazz (Thin) Rides. Mit diesen beiden bedient er sonst die Jazzkombo, allerdings wiederum als Main- und Sideride. Auch hier stieß ich ein zweites mal das Feld der Skalierbarkeit, allerdings werden hier Becken die am Vorabend noch als Crash gespielt wurden, im morgendlichen Jazzbuffet als Ride gespielt. E voilà: Diagonale Skalierung.


    Innerhalb der Unterteilung von Crash und Ride untereinander austauschbare Becken zu verwenden, würde ich daher als diagonale Skalierung bezeichnen. Gemessen daran, wie oft ich die Qualitäten eines reinen Crashes über 18" abrufe (Es geht nicht um die Spielzeit!) und wie oft es einfach nur der Wash ist, finde ich das bei dünnen Cymbals dieser Größe spannend.

    Von fünf in der Beckentasche schlummernden Rides hat niemand etwas und drei reine Crashes unterschiedlicher Größe zu spielen und womöglich in der Backline weiterer Tauschkandidaten liegen zu haben, gibt mir dennoch nur beschränkt Varianz. Zudem würde das ermöglichen, als "Haupt"-Ride einen Spezialisten (bspw. 24er Ride) zu wählen. Sollte dieser nicht passen, kann man problemlos dieses durch ein 22er zu ersetzen und die Crashpositionen der Becken über 18" wieder aus dem ancrashbaren Bestand aufzufüllen.


    Gleichwohl funktioniert das mit Becken mit flacher Profilhöhe erheblich besser, als mit Becken mit dem Profil eines Regenschirms. Die Zusammensetzung der Skalierbarkeit aus beider Beckentypen gestaltet sich durchaus komplexer, dafür läuft nicht Gefahr, der Suche nach dem einen Heiligen Gral zu verfallen und sammelt im Laufe der Zeit keine Unmengen an Material an.


    Über diese Idee der diagonalen Skalierung als Schwerpunkt des Beckensetups grüble ich seit einiger Zeit. Hypothetisch unterstellt, die Becken wären ab Werk nicht als Ride oder Crash bedruckt, würden letztlich nur noch die Ohren entscheiden können. Die Frage, die sich dahingehend stellt ist: Was grenzt in dieser Größenklasse (20 bis 22") die Eigenschaft eines Crash, eines crashbares Ride und eines ridebares Crash voneinander ab?


    Zusammenfassend wäre meine Philosophie:

    - Die Main-Hihat muss zum Main-Ride passen

    - Das Main-Crash muss die Qualitäten eines Crashes vollumfänglich erfüllen

    - Andere als Crash zu spielende Becken (über 18") müssen zwingend als Ride funktionieren können

    - Die Side-Hihat muss sowohl zu den Main-Becken als auch die crashbaren Rides ergänzen

    - Große Chinas müssen als Ride spielbar sein

    - Große Stacks (ab 17") müssen Timekeeper-Qualitäten haben

    - Splashes und kleine Stacks dürfen nicht nerven

    Es gibt das "Splash-Syndrom"

    Gleich danach folgt das "Hihat-Turbo-Frickelei-Syndrom", bei dem sinnlos und weit ab der Songdienlichkeit insbesondere ruhige Passagen, Intros oder Breakdowns mit allerlei tollkühnen, wilden und abenteuerlichsten Hihat-Figuren vollgespielt und inhaltlich weit mehr als nur überspielt werden, obwohl eine Pause an dieser Stelle erheblich mehr zum Song hätte beitragen können.


    Vielleicht doch noch ein paar Takte zu Splashbecken: Splashes spiele ich, wenn ich sie denn spiele, fast immer mit einem anderen Becken zusammen, um exakt dieses andere Becken in einen klanglichen Kontext zu setzen.

    Das kommt meines Erachtens auf die Qualität der Nylon Washer an.

    Wenn deren Material recht weich ist, bin ich ganz bei Hammus Empfehlung.

    Sind sie allerdings stabil, wie die Tama PW620, kann die Metallscheibe entfallen.

    Bei Engel fasziniert mich eigentlich immer diese gewisse Maß an latenter "Wurschtigkeit".

    Aus Komfortabilität zwei gleiche HH zu spielen, ist ja völlig legitim. Aber dann zu sagen, es klinge gleich, wo doch das im Panning sicher auffallen muss, scheint mir kein valides Argument zu sein.

    Eine 22x10 habe ich bereits (und ein Premier mit 20x8 hatte ich auch schon, die Toms waren klasse, aber die BD zu flach und pappig). Die 16er interessieren mich insoweit gerade ganz bewusst (bzw. ein Set 16-10-13, da ich für die 22x10 keine passenden Toms habe).


    Eine für mich seit einigen Jahren sehr gut funktionierende Lösung ist ein Modulbaukasten: Der Trommelpool besteht aus einem Set mit 13x09, 16x16, 20x14, das ich entweder auch als solche Kombi mit 20er BD und zwei Toms spiele oder aber als kleines Set mit 16er BD und das 13er als tiefes Tom. Sollte ich dann ein zweites Tom benötigen, ergänze ich nach oben mit einer 12x6 Snare in Tomstimmung. Da der Setsound insgesamt für alle sowieso nicht wie gewöhnlich klingt, fällt die Snare als Tom kaum auf und so kann man die 12er noch abseits des Moduls nutzen. So habe ich ein Set, dass überschaubaren Lagerbedarf hat und dennoch skalierbar bleibt. Für mich ein guter Kompromiss, für ein "Nicht-Hauptset".


    Ob es nun eine 16x14 BD mit üblichen BD-Woodhoops (40 mm je Reifen) oder eine 16x16 mit Tomspannreifen sein soll, ist vom Platzbedarf nahezu vernachlässigbar, denn die 16x14 mit Woodhoops braucht ca. 3 cm Platz nach vorne. 16x16 steht selbst mit dem Pearl Jungle Adapter Kit hervorragend und sofern man Vierkant-Schrauben nutzt, ist die Zeit für den Fellwechsel von ST zu BD nicht der Rede wert. 16x14 BD mit Tomspannreifen könnte allerdings zum kippen neigen.


    Was ist das denn für eine 22x10? Das ruft ja grade nach einer modularen Lösung.