In meiner gesamten ersten Spielphase (als ich 7 bis 10 war) war mir die Qualität meines billigen Drumsets und dessen Stimmung ziemlich wurst.
Man darf hier auch nicht vergessen, dass es das Internet und seine ganzen Vor- und Nachzüge in dieser Form nicht gab, als du 10 warst.
Und das Geld fehlte vermutlich auch. Ganz genau wie bei mir, was ich oben schrieb. Ich möchte hier nicht persönlich werden! Aber man muss heutzutage einfach in Betracht ziehen, dass man viel mehr äußeren Einflüssen ausgesetzt ist und im Vergleich zum Teenie-Alter auch den ein oder anderen Groschen übrig hat, mit dem man sich dann verspricht, sich die eigenen Defizite wegzukaufen. Das geht mir ja ganz genau so: Wenn ich einen Youtube Drummer entdecke, der mir taugt und der ständig auf das China dengelt, glaube ich, dass ich jetzt auch ein China brauche, obwohl ich den Teilen vor Jahren abgeschworen hatte und bis jetzt sehr gut ohne klar kam. Wenn ich glaube, dass meine HiHat bescheiden klingt, führe ich das keineswegs auf meine Spielweise zurück, sondern kauf mir die, die mir auf der Herstellerdemo gut gefällt. Zuhause bin ich voller Euphorie und denke, alles richtig gemacht, bis ich damit in einen anderen Proberaum komme... ![]()
Als ich 12 war, hatte ich mein schrottiges Dixon Kit, keine Ahnung vom Stimmen und als einzige Referenz meine Bon Jovi CDs, mangels eigener Stereo-Anlage für den Proberaum auf Kassette überspielt. Es gab kein Youtube. Die einzige FOMO bestand darin, einen Schlag von der Aufnahme zu verpassen. Dann wurde die Kassette zurück gespult. Meine Soundvorstellungen habe ich durch Stimmversuche, Gaffa-Kapitulation und teils krude Spiel-/Schlagtechnik erreicht. Das Wichtigste war dabei: Ich habe Zeit mit dem Instrument verbracht.