Eine Freundin meiner Frau war bei der ersten Adele-Veranstaltung. So fand die es:
Eine beeindruckende Location mit einer schicken, aber unspektakulären "Event Area", reibungslose und fehlerfreie Organisation. Das Infield ist wohl wirklich beindruckend, echter Wow-Effekt. Das Konzert selber war für eine halbe Stunde echt ganz spannend, zumal die Adele echt ne Riesenstimme hat. Aber dann wurde es irgendwie langweilig. Ja, die Videoleinwände sind beeindruckend, ja, Adele ist eine tolle Sängerin. Aber es passiert halt einfach nicht viel. So richtig stimmungsvoll sah es eben aus, wenn viele Handys geleuchtet haben, aber insgesamt war es doch ziemlich zäh, ohne einen echten Spannungsbogen. Gesanglich gut, aber nichts was zwei Stunden trägt. Dafür fand sie es viel zu teuer.
Die "Event Area" verstehe ich tatsächlich auch nicht. Habe sowas bei einem anderen Konzert auf der Münchner Messe schon erlebt. Riesenrad und Wurststände mit 50m Schlange. Auch die Toiletten auf der "Event Area" - ein Toilettengang vom Stehplatz Innenraum 15 Minuten reiner Gehweg hin und zurück. Wir sind aber auch erst gegen 16 Uhr oder so zum Gelände gekommen, haben die Kirmes also nicht mitgenommen, sondern direkt zur Bühne gegangen. Verstehe also nicht, wer sowas wirklich braucht, aber offensichtlich wird's gebraucht. Schlimm wird's dann, wenn einen das Gefühl beschreibt, dass man diesen Rummel mit seinem Ticket mitfinanziert zu haben scheint. Das Ticket zu meinem Konzert war aber nicht so teuer wie bei Adele.
Wenn ich mir die Hits von Adele ins Gedächtnis rufe, dann tu ich mich ein bisschen schwer, wie das in dieser Arena 2 Stunden lang funktionieren soll. Eine Band hat sie schon dabei, und live knallt ja bekanntlich alles mehr. Aber wenn da so gar kein Midtempo Rocker im Repertoire ist!? Ich kenne aber auch längst nicht alles von ihr. Ich war ja neulich bei Mando Diao, da ging es mir ähnlich, ich kannte 3 Songs und wusste nach einer halben Stunde, dass die die 2h nicht voll machen werden. Für Die Hard Fans war es wahrscheinlich spitze. Wenn die das nun 10 mal am Stück in München macht, wird das dann Abend für Abend besser, oder stellt sich nach einer Handvoll Konzerte Ernüchterung ein - auch bei den Musikern? Das sind Profis, klar, aber man kennt das doch selber. 2-3, vielleicht auch 4 Konzerte mögen ganz spannend sein. Aber wenn am 8. Abend in derselben Stadt noch halt noch mal 70.000 neue Leute kommen, das Repertoire aber noch nicht größer ist, dann sagt man sich doch "haja, bald haben wir's geschafft." Oder nicht? Ich kann mir halt bei Adele kein wahnsinniges Impro-Feuerwerk und Abrocken vorstellen - aber auch keine knappe Million Die Hard Fans in 1 Woche, die gleichzeitig Kirmes brauchen. Kirmes passt doch eher zu Bon Jovi. ![]()
Das war jetzt Off Topic - aber vielleicht auch nicht: Geht's am Ende einfach doch ums Dagewesensein? "Hach das war so schööön!" Und es war schon teuer, aber man bekommt ja so viel noch geboten. Die Riesenradfahrt war mit Sicherheit im Ticket inklusive! Ganz zu schweigen vom Caipirinha und der Zuckerwatte. ![]()
Und überhaupt ist diese Filmerei echt die Seuche. Ich gehe ja oft auf Konzerte, aber ich filme da maximal einmal einen kurzen Schnipsel, ansonsten will ich das Konzeert erleben. Und wenn es gut war bleibt es mir auch in der Erinnerung.
Sprichst du jetzt wieder von dir, oder ist das noch eine Anmerkung der Freundin? Wollte dir sonst beipflichten. Wenn das jeder aus 70.000 denkt, und jeder auch nur 1 Minute filmt, dann müssten bei 120 Minuten ständig 583 Kameras in der Luft sein - wäre immerhin überschaubar. Ganz schlimm sind aber die, die nicht musikalisch filmen, also mitten in der Strophe beginnen und nach 2 Takten Refrain abbrechen oder so. Damit ist das Video im Prinzip unverwertbar.