Beiträge von MoM Jovi

    Eine Freundin meiner Frau war bei der ersten Adele-Veranstaltung. So fand die es:


    Eine beeindruckende Location mit einer schicken, aber unspektakulären "Event Area", reibungslose und fehlerfreie Organisation. Das Infield ist wohl wirklich beindruckend, echter Wow-Effekt. Das Konzert selber war für eine halbe Stunde echt ganz spannend, zumal die Adele echt ne Riesenstimme hat. Aber dann wurde es irgendwie langweilig. Ja, die Videoleinwände sind beeindruckend, ja, Adele ist eine tolle Sängerin. Aber es passiert halt einfach nicht viel. So richtig stimmungsvoll sah es eben aus, wenn viele Handys geleuchtet haben, aber insgesamt war es doch ziemlich zäh, ohne einen echten Spannungsbogen. Gesanglich gut, aber nichts was zwei Stunden trägt. Dafür fand sie es viel zu teuer.

    Die "Event Area" verstehe ich tatsächlich auch nicht. Habe sowas bei einem anderen Konzert auf der Münchner Messe schon erlebt. Riesenrad und Wurststände mit 50m Schlange. Auch die Toiletten auf der "Event Area" - ein Toilettengang vom Stehplatz Innenraum 15 Minuten reiner Gehweg hin und zurück. Wir sind aber auch erst gegen 16 Uhr oder so zum Gelände gekommen, haben die Kirmes also nicht mitgenommen, sondern direkt zur Bühne gegangen. Verstehe also nicht, wer sowas wirklich braucht, aber offensichtlich wird's gebraucht. Schlimm wird's dann, wenn einen das Gefühl beschreibt, dass man diesen Rummel mit seinem Ticket mitfinanziert zu haben scheint. Das Ticket zu meinem Konzert war aber nicht so teuer wie bei Adele.


    Wenn ich mir die Hits von Adele ins Gedächtnis rufe, dann tu ich mich ein bisschen schwer, wie das in dieser Arena 2 Stunden lang funktionieren soll. Eine Band hat sie schon dabei, und live knallt ja bekanntlich alles mehr. Aber wenn da so gar kein Midtempo Rocker im Repertoire ist!? Ich kenne aber auch längst nicht alles von ihr. Ich war ja neulich bei Mando Diao, da ging es mir ähnlich, ich kannte 3 Songs und wusste nach einer halben Stunde, dass die die 2h nicht voll machen werden. Für Die Hard Fans war es wahrscheinlich spitze. Wenn die das nun 10 mal am Stück in München macht, wird das dann Abend für Abend besser, oder stellt sich nach einer Handvoll Konzerte Ernüchterung ein - auch bei den Musikern? Das sind Profis, klar, aber man kennt das doch selber. 2-3, vielleicht auch 4 Konzerte mögen ganz spannend sein. Aber wenn am 8. Abend in derselben Stadt noch halt noch mal 70.000 neue Leute kommen, das Repertoire aber noch nicht größer ist, dann sagt man sich doch "haja, bald haben wir's geschafft." Oder nicht? Ich kann mir halt bei Adele kein wahnsinniges Impro-Feuerwerk und Abrocken vorstellen - aber auch keine knappe Million Die Hard Fans in 1 Woche, die gleichzeitig Kirmes brauchen. Kirmes passt doch eher zu Bon Jovi. :D

    Das war jetzt Off Topic - aber vielleicht auch nicht: Geht's am Ende einfach doch ums Dagewesensein? "Hach das war so schööön!" Und es war schon teuer, aber man bekommt ja so viel noch geboten. Die Riesenradfahrt war mit Sicherheit im Ticket inklusive! Ganz zu schweigen vom Caipirinha und der Zuckerwatte. 8o

    Und überhaupt ist diese Filmerei echt die Seuche. Ich gehe ja oft auf Konzerte, aber ich filme da maximal einmal einen kurzen Schnipsel, ansonsten will ich das Konzeert erleben. Und wenn es gut war bleibt es mir auch in der Erinnerung.

    Sprichst du jetzt wieder von dir, oder ist das noch eine Anmerkung der Freundin? Wollte dir sonst beipflichten. Wenn das jeder aus 70.000 denkt, und jeder auch nur 1 Minute filmt, dann müssten bei 120 Minuten ständig 583 Kameras in der Luft sein - wäre immerhin überschaubar. Ganz schlimm sind aber die, die nicht musikalisch filmen, also mitten in der Strophe beginnen und nach 2 Takten Refrain abbrechen oder so. Damit ist das Video im Prinzip unverwertbar.

    Dann ist ein 10er einfach nicht dein Ding, scheint mir. Mal mit 12 und 13 probiert? War vielleicht nicht ohne Grund mal son Standard.

    Ja...würde mich tatsächlich als sehr empfindlich beschreiben was Sounds angeht, die nicht der Hörgewohnheit entsprechen. :saint: 10/12/14/20 ist zwar schön kompakt, aber alles bedienen kann ich halt damit doch irgendwie auch nicht - Betonung auf ich.

    Bei meiner anderen 3er Kombi mit 12/14/16 (2 Floors) habe ich das Problem nicht.

    Kleine Korrektur: Hier stimme ich 12 und 16 im Abstand einer Oktave und 12 -> 14 eine Quarte bzw. 16 -> 14 eine Quinte. Also quasi der Powerchord, den trommla meint. Trotzdem wird das 12er naturgemäß nicht so hoch wie das 10er. Ich denke, mein "Problem" ist das 10er an sich und sein natürlicher Sweetspot.

    Und relativ sicher wurde der Tom-Backbeat in Zombie auch nicht mit einem 10er eingespielt - egal, wo am Set es hing.


    OT: Ich variiere das bei Zombie im übrigen auch. Spiele mal das "Hi-Tom" (dann aber 12") auf 2 und Floor auf 4 oder Hi auf 2 und Hi/Floor auf 4 +. Aber eben nicht das 10er und schon gar nicht ständig. B2T: Weil mich das ständig hohe "Doung" nerven tut.

    Schönen Montag allerseits. ^^

    Ich hab das ganze Wochenende mitgelesen, aber war zu sehr mit dem aktuell sehr zeitfressenden neuen Zweithobby beschäftigt, den Wohnwagen urlaubsreif zu machen. 8o

    Beim ein oder anderen Beitrag hats mich in den Fingern gejuckt, aber ich lass jetzt spezifische Zitate weg und versuch mal auf alles einzugehen:


    Ich denke es geht hier im speziellen um die "Eigenheit" von 10er Toms und deren "Sweetspot". Auf der anderen Seite des Spektrums, bei den großen Floors, gibt es das ja auch, wie oben jemand mit Tontechnik-Erfahrung treffend schrieb.

    Es ging mir von Anfang an in diesem Thread nicht um die Grundsatzdiskussion, wie viele Toms man musikalisch braucht und was logistisch Sinn macht.

    Es geht um den speziellen Fall von 3 Toms. In meinem Fall sind das Racks in 10" und 12" und ein Floor in 14". Ich stimme die Racktoms eigentlich immer im Terzabstand, und zwischen 2. Racktom und Floortom liegt eine Quarte. Fange ich oben an, ist das 10er Tom vergleichsweise tief - damit es mich halt nicht nervt aus Spielerposition. Hat dann meist zur Folge, dass das Floor Schwierigkeiten macht und wabert, es sei denn man dämpft es tot. Fängt man unten an und stimmt nach oben, wird das 10er Tom subjektiv gehört viel zu hoch. Es ist dann so hoch, dass ich beim Spielen zum mittleren Tom greife, wie beschrieben. Das 10er ist für mich dann eher ein Effekt, wenn alleine gespielt. Im Verbund mit mindestens einem weiteren Tom, sodass tonal ein Abschluss möglich ist, funktioniert es auch, nur eben nicht alleine. Kommt das rüber, was ich meine?

    Bei meiner anderen 3er Kombi mit 12/14/16 (2 Floors) habe ich das Problem nicht. Muss also schon irgendwie am Sweetspot des 10" liegen, der mir persönlich nicht gefällt. Manche spielen ja sogar 10" und 16" als 2er Kombi, stelle mir das schwierig vor.

    Es ist auch egal, was der bei Zombie gespielt hat. Womöglich hatte er im Studio auch nur 1up1down und hat das obere so runter gedreht, dass es passt. Ist ja alles relativ. Aber bei 3 Toms, die man der Reihe nach stimmt, hat man halt gewisse Abhängigkeiten - wenn man sie der Größe nach von hoch nach tief stimmen möchte.

    Bei systematischem scannen von Post fällt mir mein Besuch in der Runden Ecke in Leipzig vor zwei Wochen ein. Dort kann man fassungslos anschauen, wie professionelle Brieföffnungsanlagen in der DDR aussahen. Brauchen wir glaube ich nicht wieder...

    Daran dachte ich auch, als ich es schrieb. Ich weiß was du meinst und sehe das genau so. Bei jeder digitalen Ticketlösung muss man sich die Frage aber grundsätzlich auch stellen, wer da wo was scannt und weiß, bezgl. Personalisierung. Darum sagte ich "in dem [nur wirklich notwendigen] Umfang":

    Dazu darf die Post Briefe in dem Umfang kontaktlos scannen, ob darin ein Ticket mit besagtem RFID Chip drin ist.

    Natürlich gibt es dabei einige rechtliche Hürden und letztlich auch technische Hürden zu nehmen.

    Ich sprach aber auch nicht vom Öffnen der Briefe, sondern kontaklosem Scannen nach dem RFID Chip. Am Flughafen wird mein Gepäck auch gescannt. Und werden nicht auch Pakete bei der Post grundsätzlich gescannt, ob da nicht Sprengstoff drin ist (kenne mich da ehrlich gesagt nicht aus).

    Beim von mir vorgeschlagenen Verfahren geht es lediglich darum, ob die für Tickets eindeutige RFID Kennung im Brief enthalten ist und ob die für den Versand notwendige Legitimation auf dem Unschlag außen drauf ist. Mehr nicht. Dazu müssen die Tickets nicht einmal mehr an Personendaten gebunden werden.


    Zu den Kosten: Es gibt heute schon digitale Posteingangslösungen. Ist der Prozess mal etabliert, kann man das meiner Meinung nach auf den Ticketkäufer umlegen. Dafür gibt es keinen Betrug mehr.

    Kennt ihr das? Ihr spielt eine 2Up1Down Kombi und eines der Racktoms "nervt" immer ein bisschen? Entweder es ist das zweite Racktom, mit dem man nicht so recht was anzufangen weiß - wenn man sonst 1Up1Down spielt. Oder viel öfter: Das erste Tom nervt, weil es im Kontext zu hoch ist. Es geht da nicht um die absolute Tonhöhe, sondern dass (aus der Sicht des Spielers) scheinbar aus der Reihe tanzt/hervorsticht, wenn es nicht im Kontext mit den anderen beiden Toms gespielt wird.


    3 Beispiele:

    - Der typische Fill auf 4e+ (Snare, Rack, Floor): Das Racktom passt nicht rein.

    - Oder auch der einfache Fill 4e+e (Snare, Snare, Tom, Tom) und dann Crash-Abschlag. Mit dem ersten Racktom klingt das so unvollkommen. Mit dem zweiten Racktom viel runder.

    - Zombie/The Cranberries: In der Strophe das Tom auf dem Backbeat, ich spiele das 2. Racktom, weil mir das 1. zu hoch klingt.


    Ich bin deshalb auch schon ab und zu dazu übergegangen, die beiden Racktoms im Aufbau zu tauschen (kleineres rechts, größeres links), so wie es Open Handed Spieler manchmal machen. So hat man als Basis einen 1Up1Down Aufbau mit "größerem" Racktom und das kleine Racktom noch als Option dabei, nur nicht an der komfortablen "1er Position".

    Es ist keine Frage der Stimmung, sondern eher ein systematisches Problem. Egal wie hoch oder tief die Toms absolut gestimmt sind, das Phänomen stellt sich bei mir meistens ein.

    Eventim sind die größten Halsabschneider die es in der Branche in D gibt.

    Besonders kreativ, die Service Pauschale, wenn ich mit meinem Drucker, mit meinem Toner auf mein Papier das Ticket ausdrucke, darf ich, weil ich denen die Arbeit abnehme, auch noch dafür bezahlen 🤔🤦‍♂️

    Man müsste dazu mal hinterfragen, wie die Vergabe und Verifikation der Ticket-ID läuft. Faktisch interessiert die ID zwar niemanden, aber es kann schon sein, dass erstmal eine bestimmte Anzahl Tickets mit jeweils eindeutiger ID "gedruckt" werden, also an Papiertickets gebunden werden. Jedes Mal, wenn dann jemand zuhause drucken möchte, muss diese eine ID vom potentiellen Papierticket gelöst werden. Und dieser Vorgang kostet Geld, weil irgendein Prozess abläuft. Finde das aber eher zu rechtfertigen als die unverschämte 2-stellige Prozentbeteiligung beim Wiederverkauf.

    Ich schrieb ja oben schon, bei Corona hat man gesehen, was technisch möglich ist, wenn man will (und es gut findet). Ohne den passenden QR-Code kam niemand irgendwo rein. Fälschen war auch relativ schwer und es wurde dagegen vorgegangen. Was so ein System für eine Großveranstaltung bedeuten würde, kann man nicht abschließend sagen, weil es die da ja nicht gab. Das Handling war selbst bei kleinen Angelegenheiten wohl mit einigem personellen Aufwand verbunden.

    Aber ob es wirklich soweit kommen muss und soll, muss man sich ernsthaft fragen.


    Ich hätte da eine andere Idee, die vielleicht das beste aus analoger und digitaler Welt vereint:

    Grundsätzlich gibt es keine digitalen Tickets mehr, nur welche aus Papier. Diese haben aber einen kleinen RFID Chip eingebaut, der neben dem aufgedruckten QR-Code zur Legitimation verwendet werden kann. Ein inoffizieller Weiterverkauf ist grundsätzlich verboten. Dazu darf die Post Briefe in dem Umfang kontaktlos scannen, ob darin ein Ticket mit besagtem RFID Chip drin ist.

    Der Weiterverkauf wird über offizielle Portale aber gestattet, und dabei erhält der Verkäufer einen entsprechenden Nachweis (Code), der wiederum digital verifiziert und dem verkauften Ticket eindeutig zugeordnet ist. Nur wenn dieser Nachweis außen auf dem Versandumschlag sichtbar angebracht ist, geht der Brief beim Scan durch die Post durch, anderenfalls geht der Brief zurück an den Absender. Es kommt nur derjenige zum Konzert rein, der das Papierticket in der Hand hat. So ist auch keine Ausweisverifikation notwendig. Es müssen nicht einmal persönliche Daten irgendwo gespeichert werden, lediglich die Ticket-ID. Eine Art Blockchain, wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe. Nur brauche ich dazu eben zwingend immer das Papierticket.

    Aber es war wirklich DIE Lösung die Hängetoms zu tauschen weil ich mit der rechten Hand mit den Fills beginnen will und dann nicht wie vorher über Kreuz starten muss. Und wenn man nicht über Kreuz startet aber die Toms absteigend aufgehängt sind, dann hört sich das tonal komisch an …

    Das ist relativ. Das Vertauschen der Hängetoms führt auch bei Nicht-Überkreuz Spielen zu interessanten Möglichkeiten, weil es eben nicht immer tonal nur in eine Richtung geht. ;)

    DRUMK ich weiß auch nicht, welche Leute und welche Konzerte du meinst.


    Eine Freundin von uns hatte alle Tickets gekauft und ich wollte meins auf meinen Sohn übertragen.

    Dafür müsste die Freundin mein Ticket auf der Fansale Seite zum Weiterverkauf anbieten und mir per E-Mail ein Vorkaufsrecht einräumen. Ich musste quasi mein eigenes Ticket nochmal kaufen um den Namen ändern zu können. Dafür hat Eventim natürlich nochmal die Hand aufgehalten und 10€ kassiert. X(

    Ja aber deine Freundin hat doch wenigstens einen Teil, abzgl. Gebühren für Eventim (über die man diskutieren kann), durch den Wiederverkauf wieder bekommen. Wenn sie dir das nicht gegeben hat, dann ist die Frage, wer der Gauner ist. :D

    Spaß beiseite, das ist doch abgesehen von den Gebühren, eine vernünftige Lösung. Oder nicht?

    Einer der größten **** ist dabei der Spotify CEO.

    Wie jeder CEO ist er ausschließlich daran interessiert, dass der Aktienkurs hoch geht. Musik und Kunden interessieren den doch nicht. Da wird bis zum nächsten Bonus gedacht und dann wird weiter gezogen 🤷‍♂️

    Naja, seine Einstellung zur Musik war von Anfang an, dass sie nichts kosten darf. In der ersten Folge von "The Playlist" wird er dargestellt als junger spätpubertärer Hacker, der böse wird, wenn er seine Musik nicht (kostenlos) downloaden kann. Ist zwar ein Spielfilm, aber wenn man jüngste Aussagen von ihm hört, dass die Kosten für Content-Erstellung gegen null gingen, dann klingt das genau nach dem mit sich selbst unzufriedenen Menschen, der im Film dargestellt wird.

    Und ich bin mir nicht sicher, ob jeder CEO jedes Unternehmens seinen Lieferanten gegenüber so drauf ist.

    aber doch nicht, weil ich denke, dass ich bei einem Stadion Gig mehr verdienen würde?
    Bei der ersten Chance auf ein Stadion Konzert (mit einer meiner Bands) wäre mein erster Gedanke: "wie geil! da hören uns plötzlich viel viel viel mehr Leute!!" Mein zweiter Gedanke wäre: "wie peinlich, da würden wir wohl vor einem riesengroßen leeren Platz stehen, wo dann unsere 40 Zuschauer sich verlieren" :D weil ich davon ausgehen würde, dass die Leute dann halt erst später ins Stadion kommen, wenn wir fertig sind und der Hauptact beginnt :D

    Ich meinte ja auch nicht, dass du heute in der Szene Wien und morgen im Münchner Olympiastadion spielst. ;) Sondern das geht in kleinen, kontinuierlichen Schritten: proberaum -> Schulbühne -> Dorffest -> lokales Festival -> Support-Act -> eigene Club Tour -> Plattenvertrag -> kleine Hallentour -> große Hallentour -> Grammy -> Stadion-Tour- > Welttour ... wo ist da die Grenze, wo soll man aufhören, ab wann wird man gegeiselt?

    Meiner Meinung nach hätte man den Schwarzmarkt mit anderen Maßnahmen eindämmen und sich kein Beispiel an der Abzocke nehmen sollen. Z.B. mit Tickets, die auf die Namen der Besucher ausgestellt werden und mit einer anderen Politik für Erstattungen bzw. Rücknahmen dieser Tickets.

    Spätestens bei Corona hat man gesehen, wie eine "Zutrittskontrolle" technisch funktionieren kann. Ganz so ausarten müsste es ja nicht. Aber das Rausreden von Veranstaltern und Verkaufsplattformen ist auch zu einfach. Das lustige ist ja auch, dass die Einlasser mittlerweile in jedem Club das Ticket per Handy-App abscannen, aber im Münchner Olympiastadion die Tickets einfach eingerissen oder per Edding-Strich "entwertet" werden.

    Es wäre doch ein leichtes, beim offiziellen Erstkauf einen QR-Code zu vergeben und den bei Wiederverkauf über ein entsprechendes Portal digital zu "entwerten". Im Stadion des SC Freiburg funktioniert das mittlerweile so: Tickets werden beim EInlass am Drehkreuz gescannt, Wiederverkauf ist ausdrücklich nur über das offizielle Wiederverkaufsportal zugelassen - alternative Geschäfte werden rigoros verfolgt und bestraft und das mit Erfolg. Beim Wiederverkauf wird ein neuer digitaler Code vergeben und der ursprüngliche aus dem Verkehr bezogen.

    Noch mal nachdrücklicher formuliert:

    Die Entwicklungen sowohl beim Streaming als auch bei den Konzerttickets beruhen in beiden Fällen auf den Machenschaften von skrupellosen Leuten, die entweder auf den Wert von Musik scheißen oder einen Reibach mit den Sehnsüchten der Fans machen. Da stellen sich aus meiner Sicht schon eher grundsätzliche ethische Fragen als alles andere ...

    Einer der größten **** ist dabei der Spotify CEO. Schaut euch mal die Serie "The Playlist" an.

    Das Beispiel hatte ich nur genannt, weil die Presse bei ihr explizit von "Musicalcharakter" schrieb. Man könnte auch Robbie Williams oder Udo Lindenberg nennen.

    Umgekehrt gefragt, ist ein Künstler der sich nur auf kleineren Bühnen u.a. rumtreibt, musikalisch künstlerisch schlechter, nur weil er evtl. weniger in Vermarktung oder auf Vermarktung gesetzt, oder sich sonstigen "Geiselungen" aussestzt, bzw. sich aussetzen muss, und einfach nur dadurch Unbekannter ist.

    Das hab ich nicht gesagt. Ich hab nur infrage gestellt, wer das Recht/die Kompetenz/was auch immer hat sich anzumaßen, was "zuviel" Vermarktung ist und was "sich geiseln lassen" ist. Denn:

    Und die Bands bzw. Artists, die da mitmachen, kann ich im Grunde auch verstehen. Wenn ich die Wahl hab an nem Abend bei mehr oder weniger gleichen Bedingungen einen Gig für 100€ zu spielen oder einen für 1000€ dann nehm ich auch zweiteren.

    Das sollte sich mal jeder überlegen, ob er es nicht auch so machen würde. Das kommt ja bei vielen nicht von heute auf morgen, sondern kontinuierlich, und ist das Resultat aus (harter) Arbeit. Christian Streich, der ehemalige Trainer des SC Freiburg, hat das im Fußballkontext mal sehr treffend gesagt, als er zu den überirdischen Gehältern von Profi-Fußballern gefragt wurde. Es gibt dazu ein Video von einer Pressekonferenz, aber sinngemäß: "Du spielst gut, du trainierst, du spielst besser. Du bekommst mehr Geld dafür. Irgendwann hast du mehr Geld, als du selber brauchst. Du kennst jemanden, der vielleicht schwer krank ist und dem du helfen könntest, wenn du genug Geld hättest..." Ehrlich gesagt würden sich viele wohl eher einen Luxus leisten in Form von Häusern, Reisen etc. anstatt jedem über 3 Ecken Bekannten ne Therapie zu zahlen - aber alles schafft wieder Verbindlichkeiten. Es gibt genug Promis, die haben sich verzockt mit ihren Millionen und haben heute nichts mehr.

    Aber ganz ehrlich, wer von uns würde bei der ersten Chance auf ein Stadionkonzert mit seiner Band sagen: "Ne, ich will vernünftig bleiben, schau mal, ob wir an dem Termin auch nen kleinen Club bespielen können." Und auch nicht beim 2. oder 13. Stadionkonzert.

    Und da ist jetzt die subjektive Frage: Was möchte ich eigentlich? Ist mir das Ticket zu teuer und ich denke dann, mit 40 Tänzern weniger, ohne den Catwalk und ohne Video Screen wäre das Ticket für mich günstiger? Wer sagt eigentlich, dass es sich bei Taylor Swift um ein "Konzert" handelt? Die Presse schrieb neulich irgendwo vom "Musicalcharakter". Wieder: Wo sind die Grenzen?

    Braucht es die fantastischen Bühnenaufbauten bei Nature One oder Tomorrowland? Da sagt mein subjektives Ich wiederum: "Da ist doch nur ein DJ, der Platten abspielt. Warum diese Show?"


    Versteht mich nicht falsch. Ich weiß "kleine Konzerte" sehr zu schätzen. Was man z. B. bei Larkin Poe für 50€ in knapp 2 Stunden geboten bekommt, ist unglaublich. Die brauchen keine Videoleinwand und Special Effects, das knallt von Minute 1 bis zum Ende. Ich finde aber, dass sich bei diesem Thema so viel angemaßt wird und emotional betrachtet wird.

    bei festivals hat eine band wenig einfluss auf den ticketpreis, denke ich, die bekommen gage vom veranstalter, der macht den preis. der bestimmt die standgebühren usw.

    mein letzter festivalbesuch war rock am ring mit metallica und ratm, jan delay, fettes brot, kid rock, motorhead....usw. hab mit campingplatz ca. 200euro bezahlt. ich musste feststellen, das das aber nicht mehr meine welt ist. mit rockfestival hatte das, ausser der musik, nicht mehr viel zu tun. das festivalgelände gleichte eher einem jahrmarkt. ein discozelt gab es auch. jeder handgriff kostete geld.

    ich glaube meine generation war mit dem wesentlichen zufrieden. wir wollten konzert kucken, dann auf dem campingplatz lagerfeuer, schwenker, und paar bierchen ( :Q ), musik aus dem auto. nachkommende generationen müssen, meiner meinung, immer und pausenlos bespasst werden, damit das fest ein erfolg wird. hinzu kommt gesehen und gesehen werden! es ist ja hipp sich auf wacken die karten zu legen.

    Daran sieht man aber ja vielleicht auch - nur eine These - dass "wir einfachen Konzertgänger" uns das doch nicht mehr bieten lassen. Die stellen Discozelte auf und lassen bisweilen Hip Hopper bei "Rock am Ring" auftreten, weil sie die Masse an Besuchern sonst nicht mehr halten können.

    Interessant, Dream Theater kosten zB in Zagreb Front of Stage € 80,--, Normalplätze zwischen 45 und 65 Euro. Finde ich noch im Rahmen.

    TOTO ist auch „günstig“ (ca. 70.-€) Wollen nicht mehr so viele hören und spielen auch auf kleineren Bühnen.

    Das sind Preise, die sind auf jeden Fall im Rahmen (für eine "Stadion-/Hallen-Show", also nicht nur kleiner Club) und eigentlich Stand von vor 20 Jahren: 2008 Bon Jovi in Stuttgart, Front of stage 67€, Innenraum kostete meiner Erinnerung genau gleich viel, für FOS musste man halt schnell sein bzw. die DVD gekauft haben, um einen Early Bird Code für Eventim zu bekommen. Ging also damals schon los damit. Aber wenigstens wurde "first come first serve" noch zu bodenständigen Preisen gelebt.

    Für mich ein Trost. die Bands, die diese Preise aufrufen, haben für mich ihren Zenit längst überschritten oder sind für mich nicht so interessant, daher juckt mich das gar nicht, ich finde es einfach viel schlimmer, wie wenig die Leute neue Sachen suchen und die bestehenden günstigen Möglichkeiten der Clubs nicht nutzen, selbst schuld, das führt zum Sterben von Livemusik...ne richtige Apathie, was Livemusik angeht....so blöde teure Nostalgie in den Stadien geht mir auf die Nerven....


    Klar, mich nerven auch die reduzierten Bands, schlecht geprobt in Minimalbesetzung, ist einfach zu teuer, das Reisen mit ner Unterkunft...lohnt nicht.

    Ist halt auch immer die Frage, wann eine Band "den Zenith überschritten hat". Nehmen wir eine Taylor Swift, die schon als kleines Kind jede mögliche Bühne mit ihrer Gitarre erklommen hat und gewachsen ist. An welchem Punkt in ihrer Laufbahn hätte sie "Stop" sagen sollen? Was würde unsereiner machen, wenn er/sie immer erfolgreicher würde? Ab wann war sie "eine überproduzierte Trulla" wie man in den sozialen Medien lesen kann? Man liest da die letzten Tage schier unglaubliches Zeug in den Kommentaren, das eigentlich nur auf blankem Neid vor dieser Karriere beruhen kann. Ist ein Künstler nur dann gut, wenn er sich sein Leben lang auf Clubbühnen rumtreibt? Natürlich sind Stehplätze für 500€ überirdisch. Aber wo ist die Grenze zu ziehen? Muss der/die Künstler/in dann Stop sagen, wenn die Produktionskosten so groß werden, dass ein "normaler" Ticketpreis von 80€ für den individuellen Konzertbesucher nicht mehr zu halten ist? Muss man dann ggf. auf Tänzer, Leinwände oder einfach einen weiteren Monitormischer verzichten? Letztendlich stecken hinter so einem Act auch arbeitende Menschen, die auch alle essen müssen. Wenn die Stones mit 10 Menschen auf der Bühne 80€ kosten und Taylor Swift mit 150 Menschen soll auch 80€ kosten, dann sind die einen zu teuer oder die andere zu billig. Ob der Konzertbesucher 30 Tänzer sehen will oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Natürlich kriegt ein Jon Bon Jovi keinen geraden Ton mehr raus, aber der hat auch 150 Leute hinter sich, die er nicht alle mit ner Abfindung nach Hause schicken kann. Solche Sachen werden in der allgemeinen Diskussion (nicht hier im DF) immer vernachlässigt.

    Wie Rolf Miller schon sagt: Das ischt immer ein zweigleisiges Schwert. Es ist natürlich so, dass die Veranstaltung eines größeren Konzertes sich massiv verteuert hat. Da hat Corona schon Wirkbeschleuniger gespielt. Und erhöhte Energiepreise und allgemeine Inflation (einen Seitenhieb auf unsere derzeitige Regierung spare ich mir) machen natürlich so was generell erstmal teurer, bis hin zu einem großen Security-Aufgebot, was vor 10 Jahren nicht gebraucht wurde.

    Ich habe kürzlich gehört, dass die Rolling Stones im Münchner Olympiastadion grundsätzlich ihre Dieselaggregate dabei haben, weil die Energiekosten der Stadt München schlicht zu teuer sind. Adele baut u. a. aus diesem Grund ihre eigene Bühne aus der Messe auf. Auch die Mieten fürs Stadion sind selbst bei 10 Shows dermaßen hoch, dass das "DIY-Stadion" auf dem Messegelände inkl. Tribünen günstiger ist. Dass der Einzelhandel und die Gastronomie während der ganzen Sause schätzungsweise 3 Mrd. Euro Umsatz machen, bringt die Verwaltung auch nicht zum Umdenken.