Nochmal zur Ausgangsfrage:
Nach meiner Erfahrung ist das Dilemma, je mehr "Hobby" irgendwo drin ist, desto notwendiger sind gut vorbereitete, strukturierte und regelmäßige Proben.
Bei einer Band habe ich das riesengroße Glück, dass jedes einzelne Mitglied für sich alleine schon lange genug Musik macht, dass Egomanie kein Thema ist. Selbstlos genug, um miteinander an einem Strang zu ziehen, ambitioniert genug, um sich nicht alles gefallen zu lassen wie z. B. Spielen auf den Hut für's Image, bodenständig genug um zu wissen, dass es nicht der Lebensunterhalt ist. Ich weiß genau, dass es kein Problem sein wird, wenn die momentane musikalische Ausrichtung beim Publikum nicht mehr zieht. Dann wird über ein neues "Projekt" nachgedacht und hochgezogen. Sowas wie "ich will hier meinen Lieblingssong spielen, sonst steig ich aus" gibt's hier nicht. Mit den Leuten kann ich auch mal wochenlang nicht proben und wenn man wieder zusammenkommt, wird es ganz schnell wieder ordentlich, weil niemand zuhause sein Instrument in der Ecke stehen hat.
Bei der anderen Band ist der Hobbycharakter teilweise größer. Diese Band liegt mir persönlich aber sehr am Herzen und da investiere ich meine Zeit gerne hinein, weil es am Ende vor Publikum doch immer geil ist. Es passt dort einfach menschlich und man ergänzt sich super.
Das hat ne Zeit gebraucht, bis ich soweit war, vor allem auch mental: Früher habe ich an Bands festgehalten, wenn ich sowieso nur eine Band hatte und dachte, so schön wirds nie wieder, auch wenn es gar nicht so schön war. Irgendwann lernt man, den Moment zu genießen und zu denken: Wenn der Haufen morgen zusammen bricht, spiel ich halt wieder für mich allein und zwar das, was ich möchte. Natürlich ist es ärgerlich und schmerzhaft, ein liebgewonnenes Projekt zu verlieren, weil es in der Regel schon so 1 Jahr dauert, bis alles anfängt zu grooven.
Wie schon einige gesagt haben: Menschen kann man nicht ändern bzw. es kostet wahnsinnig Energie, wenn man es versucht. Ich glaube, Schlagzeuger/innen haben dafür zwar schon ein gewisses Händchen und manchmal kriegt man es auch verhältnismäßig gut hin, eine Band zum Laufen zu kriegen. Aber man muss sich selber für sich beantworten, ob man das möchte. Ich weiß aber mittlerweile ganz gut, auf welche Typen ich mich einlasse und welche nicht.
Ich glaube, dass das auch bei "Profis" so ist. Habe erst kürzlich den "Schlagabtausch Podcast" Episode 60 gehört, wo Dirk Brand genau das bei einer Frage anreißt, dass man als Drummer oft das Gefühl hat, die "anderen" wären nicht vorbereitet:
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RE: Schlagabtausch – Interviews, Talks & Ticker: Zwischen Baumarkt und Konzertsaal
Liebe Community,
in Episode 60 des Schlagabtauschs besprechen Dirk und ich die neue Ausgabe der Drums&Percussion und ihre Themen – ganz besonderen Eindruck hinterließ bei Dirk der Nachruf auf Ideal-Drummer Hansi Behrendt, mit dem Martell Beigang in der aktuellen Ausgabe seinen Einstand als Autor gibt. Dieser Nachruf aktivierte Erinnerungen bei Dirk, an denen er euch teilhaben lässt, bevor's ans Hauptthema dieser Folge geht: Fragem von Hörerinnen und Hörern, die an
podcast@drumsundpercussion.de…