Ich denke da an meine Tochter, die vor etlichen Jahren in der städtischen Musikschule mit Harfe begonnen hatte.
Ihr machte es damals schon großen Spaß, zu Hause war ich aber immer etwas am Verzweifeln, weil sie in Sachen Rhythmik nicht wirklich ein Gefühl hatte.
Auch tat sie sich damit schwer, sanft zu spielen (was bei diesem Instrument manchmal durchaus reizvoll ist) und griff meistens volles Rohr in die Darmsaiten.
An Vorspielabenden merkte ich auch, dass ihr andere Schülerinnen, die durchaus später mit dem Unterricht begonnen hatten, vom Können was vormachten.
Ich zweifelte damals an der Musikalität meiner Tochter und am Sinn der monetären Ausgaben (Unterricht, Leihinstrument).
Mittlerweile ist die Situation eine komplett andere.
Sie hatte die letzten Jahre nicht mehr die Möglichkeit einen Unterricht zu besuchen, deshalb spielte sie "nur" noch für sich selbst. [Das soll jetzt aber nicht generell gegen den Unterricht sprechen!!]
Sie suchte sich ihre Lieder selber aus und arbeitete in ihrem eigenen Tempo.
Sie liebt ihr Instrument (Gebrauchtkauf, trotzdem eine vierstellige Summe) und bereut die Investition keineswegs.
Sie beherrscht es, laut, leise, schnell und langsam und - vor allem - mit Gefühl zu spielen.
Wenn ich sie mit der Gitarre begleite, dann macht es mir sehr großen Spaß.
Fazit: Sie hat eine Weile gebraucht.
Eine Weile länger, als ich gedacht hätte.
Zum Glück drängte ich damals nicht darauf, dass sie mit dem Harfenspiel aufhören soll.
Unsere Weihnachtsfeste sind sehr stimnmungsvoll.
