Wichtig ist auch, dass Musik nicht Sport ist. Beim Wettkampfsport geht es darum, besser zu sein als der andere - deshalb mache ich Musik, denn da ist es überhaupt nicht so. In unserem Proberaum sind wir drei Drummer und wir helfen uns, wo es geht, dass jeder besser wird und besser klingt. Hat jemand nen neuen Song, lässt man mal den anderen drüber spielen und vielleicht ist da ja ne geile Idee dabei.
Es sind dann eher die Gitarristen die immer fachsimpeln, wer jetzt "der bessere" von uns Drummern ist.
Ich persönlich denke, ich bin der bessere - und die anderen denken wohl das gleich von sich. Aber es ist sooooo unwichtig.
Vielleicht jetzt ein wenig OT, aber genau diesen kompetitiven Gedanken habe ich in der Musik nie verstanden. Hatte über dieses Thema schon oft Diskussionen mit Leuten die vielleicht eher aus der Sportwelt kommen und das einfach nicht verstehen können.
Da kommen dann Gedanken auf wie "der kann mehr Geld verlangen, der ist besser", oder "der ist erfolgreich, also muss er auch gut sein". Wenn ich da jetzt das krasse Beispiel von Austropop oder österreichischen Schlagers hernehme (ja ich weiß ich sollte das nicht mal in den Mund nehmen
), hat das sehr oft mit Musik gar nichts mehr zu tun, sondern ist lediglich Marketing und man stellt einfach irgendeine Strohfigur die völlig austauschbar ist hin.
Natürlich ist nicht alles was irgendjemand verzapft gleich "gut" und "künstlerisch wertvoll" und man kann natürlich mit ein paar objektiven Faktoren eine Bewertung erstellen. Objektiv wie Timing, Lautstärkenausgleich der Instrumente, wenn bereits aufgenommen der Mix, das Mastering, etc. Was man aber oft auch bei Kritiken liest ist zum Beispiel Bewertungsfaktoren wie Stil, Interpretation, Aufbau, etc. Sowas kann meiner Meinung nie absolut objektiv beurteilt werden, weil immer jemanden etwas besser oder schlechter gefällt. Das ist dann so ähnlich als ob ich sagen würde Fußballer AB ist besser als BA, weil mir die Farbe der Schuhe von BA nicht gefällt.
Um wieder ein wenig die Kurve zurück zum Thema zu kriegen, fortgeschritten würde ich jemanden bezeichnen, der das was er machen will für sich und sein Umfeld zufriedenstellend abliefern kann. Bei steigendem Fortschritt steigt auch der Anspruch ob man mit dem abgelieferten zufrieden ist oder nicht.
lg