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Doch, sind sie sehr wohl. Es dauert schon einige Zeit, bis man da durchsteigt. Aber je öfter man es hört, desto beeindruckender und nachvollziehbarer wird es. Mit zwei Durchgängen ist es schwer, das Album zu beurteilen, es wächst. Und das war bei den vorherigen Scheiben nicht so, die waren doch eher straightforward.
Naja, es mag vielleicht etwas überheblich klingen, aber über komplexe Songstrukturen und schwer zugängliche Alben braucht man mir als Geilfinder der alten Genesis, Yes, Jethro Tull, Zappa, Miles Davis, Van der Graaf Generator, Magma, Gentle Giant oder auch The Mars Volta nicht sooo viel zu erzählen. Ich kapiere vieles in meinem Leben nicht, aber Melodie-/Harmoniegefüge, Songabläufe, Arrangements und Spannungsbögen meine ich recht schnell zu peilen.
Ich hab mir die neuen Maiden-Lieder allesamt schon recht oft und bisweilen auch in unterschiedlicher Reihenfolge angehört, aber das Zeug reißt mich irgendwie nicht richtig mit - mit einer einzigen Ausnahme, du hast es selbst schon erwähnt:
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wieso "The Pilgrim" langweilig sein soll, obwohl es am allermeisten nach "früher" (Powerslave) klingt, kann ich nicht verstehen.
Dito... endlich mal wieder ein klassischer, kompakter Maiden-Song.
Aber sonst... es tut mir leid. Naja, vielleicht noch "The Legacy", das lässt zu Beginn ebenfalls aufhorchen, aber spätestens ab der Hälfte muss ich schon wieder mit der Stirn runzeln, wenn man aus dem epischen Spannungsaufbau plötzlich in einen simplen Rock'n'Roll-Shuffle übergeht, was soll das?!
Schlusslicht ist für mich die "Benjamin Breeg"-Nummer, da schlafen mir wirklich die Füße ein, was für ein uninspiriertes Geplänkel. Zudem noch grausam schlecht produziert: Man hat manche Parts einfach kopiert und weiter hinten eingefügt, so hört man die Spielfehler gleich mehrmals hintereinander. Unglaublich...
Bestes Maiden-Album der letzten 15 Jahre? Da würde meine Wahl eher auf "Brave New World" fallen, wenn es auch an manchen Stellen ähnlich gemacht ist, aber vor 6 Jahren war der Überraschungseffekt halt noch etwas mehr vorhanden. Zudem verursachte die Reunion mit Dickinson und Smith allgemein frischen Wind und große Euphorie, das kam dieser LP natürlich zugute. Die BNW erscheint mir außerdem auch abwechslungsreicher. Die Songs haben individuellere Strukturen.
Soundmäßig ist die Neue recht muffig, und die Überkompression im Mastering ist kaum auszuhalten, aber das Problem haben wir ja bereits seit Virtual XI.
Meines Erachtens brauchen die Herren einen anderen Produzenten, einer wie Martin Birch, der nicht nur für einen besseren Klang sorgt, sondern wieder frischen Wind in die Bude bringt und sich auch mal "Leute, so nicht!" zu sagen traut.