Beiträge von trommla

    Danke. Das dachte ich mir auch die ganze Zeit. Wer notiert so nen Unfug? Es wäre völlig ausreichend und deutlich grooviger, die zusätzlichen Akzente ENTWEDER auf der Snare ODER der Bassdrum zu spielen und das jeweils andere gerade durchzuspielen. Zumindest vom musikalischen Standpunkt her. Um die Koordination zu trainieren, kann man das aber schon mal machen.

    Unbek.Pferd

    Entscheidend ist ja, dass es für alle funktioniert. Trotzdem stelle ich mal in den Raum, das is ne Notlösung. Keiner außer dem Drummer ist so richtig temposicher, und statt dass alle üben, verlässt man sich drauf: der Drummer wird's schon richten. In einer guten/sicheren Band kann jede(r) das Tempo halten, und man trägt sich gegenseitig. Während bei guten Musikern bildlich gesprochen der Schwerpunkt in der Mitte zwischen allen Musikern liegt, ist er bei euch am Schlagzeug, und alle versuchen sich dran festzuhalten. Welches Gebilde klingt stabiler? ;)

    Am Ende wird man nie sagen können, dass eins von beiden "besser" ist, aber mehr Freiheit bietet die Sichheit, es solide ohne Click zu beherrschen. Daher schadet es sicher keiner Band, aktiv gemeinsam (mit Click ;) ) zu üben, damit man lernt, es ohne zu können.

    Ich benutze immer ein Click um das exakt vorher geimeinsam bestimmte Tempo vorzugeben,

    Das mache ich häufig, denn es gibt Nummern, die sich für mich zu langsam anfühlen, die aber keinesfalls schneller sein dürfen, weil sonst den Bläsern die Puste ausgeht oder Sänger nur noch Buchstabenkauderwelsch rausbringen. Nach dem Einzahlen wird dann aber auch ohne Fangnetz gespielt.

    Unsere Karnevalsauftritte sind oft sehr strikt getimed.

    Na sag doch, dass ihr ne Karnevalstruppe seid. Da geht's ja schließlich drum, komische Sachen zu machen :D


    Klar, wer drauf steht, soll das machen. Gibt auch Menschen, die sich in Gebäude verlieben und sie heiraten wollen. Ich glaube aber trotzdem, dass es als Standardlösung nicht dazu führen wird, dass ne Band live eher überzeugt. Perfekte Time als Selbstzweck ist nicht das, was gute Musik ausmacht. Selbst im Studio, wo Click als Referenz zweifelsohne hilfreich sein kann, gab es schon Sessions, die von nem gemeinsam live ohne Click eingespielten Basistrack profitiert hätten.

    Da wir keine Samples oder Loops oder Ähnliches haben, geht das eigentlich sehr gut.

    Warum braucht man dann überhaupt nen Click?

    Da ist eine kurze Ansage von mir auch unauffälliger als wenn alle den Blickkontakt suchen

    Irgendwie hab ich das Gefühl, bei euch wird versucht, Probleme technisch zu lösen, statt zu üben, miteinander Musik zu machen. Aber so muss das wohl heute in Zeiten, in denen nur noch Einheitsbrei in Perfektion zählt.

    Wenn man dann ein Sinfonieorchester sieht, ich meine, da sitzen zig Leute

    Glaube nicht, dass sich das vergleichen lässt. Bei Recording Sessions kommen Musiker zusammen, um etwas neues zu schaffen. Mal ausnotiert, mal nicht, mal gibt/gab es nicht mal eine exakte Vorgabe, was zu spielen ist. Klar, früher konnte man ja nicht in der DAW alles vorproduzieren, und viele Stars der jeweils modernen Musik konnten wohl eher keine Partituren aus der Vorstellung schreiben. Zumal auch nicht jeder große Musiker im Rock und Jazz perfekt Noten las.


    Orchester reproduzieren meist Werke anderer, die komplett notiert und schon häufig aufgeführt wurden. Ein Orchestermusiker hat also so manches schon im Repertoire und kann den Rest mit Noten und Aufnahmen vorbereiten. Das Feintuning kommt dann vom Dirigenten. Nicht zu vergessen, die meisten Stimmen sind mehrfach besetzt.

    Ich vermisse vor allem das Gefühl bei Durchblättern alter Kataloge. fwdrums hat es auf den Punkt gebracht.

    Vieles daran war genau diese Träumerei, was man sich leisten würde, wenn man es sich als Schüler leisten könnte. Heute säße ich vor Katalogen, würde sie ähnlich zielgerichtet durchblättern, wie ich Internetseiten durchclicke, und würde mich möglicherweise schmunzelnd an meine jugendlichen Träumereien erinnern. Alleine dafür brauche ich heute keine Kataloge mehr, Informationen finde ich im Netz deutlich schneller. Der letzte Versandhauskatalog bei mir war der eines großen Segelzubehörversenders. Lag tatsächlich noch jahrelang irgendwo rum, während ich längst auf der Homepage stöberte und bestellte.


    Alleine die Preisgestaltung ist heutzutage einer so hohen Dynamik unterworfen, dass ein Katalog, der ja früher notwendigerweise eine Preisbindung einschloss, heute als obsolet angesehen werden kann. Zumindest soweit es Consumerprodukte betrifft. Mal ne Gegenfrage: würde heute noch wer die guten alten Falkpläne kaufen, ehe er in Urlaub fährt? Ich bin froh, dass Navis heute selbstverständlich sind und Google Maps dir sogar weltweit den Weg weist.

    genauso gut spielen wie einer der ganz großen.

    Und auch das ist ja eine sehr weitläufige Definition. Charlie Watts zählt sicher zu den ganz Großen, aber heißt das, dass ich deshalb der schlechtere Drummer bin? Gerade die nicht so sehr technisch orientierten Banddrummer sind oder waren oftmals ja keine Cracks, trotzdem haben sie mir ihrer Art zu trommeln gemeinsam mit ihrer jeweiligen Band das Genre beeinflusst oder gar verändert. Und das hat sie eben groß gemacht, wozu vor allem das Glück gehört, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein. Was vermutlich in den 60ern und 70ern noch leichter war als heute., weil es eben nicht so sauviele herausragende Drummer gab wie heute, auch dank der neuen Medien.

    Die einen würden einen nach Hause schicken, die anderen nicht.

    Klar, es muss zum musikalischen Anspruch der Band passen, und bei vielen guten Bands würde man vermutlich freiwillig schon nach kurzer Zeit gehen, weil man erkennt, das ist ne andere Liga. Aber Anfänger ist für mich jemand, der noch gar keinen Plan hat, wie man welches Handwerkszeug einsetzt. Als Bandmusikerin musst du den schon haben, auch wenn du selbstredend noch viel, viel lernen wirst. Aber wer nicht? ;)


    Ich finde ehrlich gesagt diese Nomenklatur wenig hilfreich bis ausgesprochen unnütz. Meist wird eh meinem Eindruck nach der Begriff "Anfänger" gerne von den so genannten "Alten Hasen" gebraucht, um damit ihr eigenes Können zu betonen . Helfen tut das aber weder dem Anfänger noch dem Profi. Wenn ich mit einer neuen Sache beginne, würde ich mich eher mit den Worten beschreiben "ich lerne noch", das bezieht nämlich den Fortschritt mit ein, während der Anfänger ein statischer Begriff ist. Lernen ist aber alles, nur nicht statisch. Ok, manche Menschen mögen da ne Ausnahme sein... :D

    Es ist wohl einfach die große Differenz zwischen ihm und mir, nicht die Zeit, aber das unterschiedlich schnelle Lernen und Können.

    Das scheint mir bisher die treffendste Analyse. Solche Naturtalente sind oft etwas schwierig in der Zusammenarbeit, wenn gleichzeitig die Erfahrung fehlt. Nach 7 Jahren hat man noch so viele Flausen im Kopf, da kann es gar nicht perfekt genug sein ;) Abgesehen davon ist es mega doof, auf die wichtigste Komponente guter Songs verzichten zu müssen, das ist nun mal die Gesangsmelodie und der Text. Da muss man als Musiker mit hohem Anspruch ja unzufrieden werden und sich nach Alternativen umschauen.

    Seit wann kämpft ihr euch denn schon ohne Vocals durchs Notendickicht?


    Bei mir persönlich wäre da wahrscheinlich schnell die Luft raus, und ich würde selbst zickig werden. Mal ne Probe ohne Gesang mag funktionieren, aber ständig ohne hätte ich wirklich keine Lust drauf, sofern man nicht Instrumentalmusik macht. Wie ist denn eure Strategie aus der Misere raus?

    Schuldzuweisungen Auf der Bühne sind peinlich und helfen in dem Moment herzlich wenig.

    Finde, das gilt auch für danach. Beim Abbau lauthals über Fehler beschweren führt nur dazu, dass jeder genervt ist und mit schlechter Laune heim fährt. Und auch beim gemeinsamen Abschlußbier sich gegenseitig ankacken sollte man sein lassen. Lieber nur kurz anmerken, dass diese oder jene Situation auf der Bühne unklar war und man gemeinsam bei der nächsten Probe nochmal dran geht.


    Ich hab mir angewöhnt, Fehler auf der Bühne (meine eigenen oder andere) mit Humor zu nehmen statt mit angespannter Miene. Je lockerer man bleibt, umso einfacher findet man gleich wieder zusammen, ist meine Erfahrung. Fehler passieren, sind sympathisch und keinesfalls peinlich. Also nicht damit aufhalten, sonst verkrampfen sich alle, was wiederum neue Fehler mit sich bringt.

    Wenn ich zum Thema DB-Drumming was schreibe, ist das ein wenig, wie wenn der Papst über die besten Stellungen beim Sex erzählt. Aber wenn du mit der Speed Cobra limitiert bist, kann ich mir nicht vorstellen, dass Gear das Problem ist.

    Gene Hoglan spielt ja auch nicht gerade Bluesrock, und er kann sein Zeug auf alten Camcos mit Springerstiefeln abliefern.

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    Auch wenns schwerfällt, hier ist wohl einfach (noch) mehr und vielleicht effektiveres Üben angesagt.


    Ach ja, ich kenn mich in der Terminologie nicht so aus. Wenn du von 200 Bpm sprichst, meinst du dann 8tel oder 16tel?

    Apropos: ab wann ist man eigentlich kein Anfänger mehr, sondern darf sich zum erlesenen Kreis der "Fortgeschrittenen" zählen?

    Für mich ist jede/r, der in einer Band mitspielt und nicht schon nach den ersten Takten mit warmen Worten nach Hause geschickt wird, definitiv raus aus dem Anfängerstatus. Der Rest ist wie so oft fließend und eine Frage des Blickwinkels. Ich spiele aktuell in einer Band mit Balkan-Einflüssen, da komme ich mir stellenweise brutal wie ein Anfänger vor :D

    Für ne Extreme-Mättl-Band träfe selbiges zu, aber da lass ich die Finger davon.

    Aber das ist dennoch interaktiv und sollte nur "diktatorisch" sein, wenn der Drummer als einziger einen Klick hat.

    Selbst da würde ich nicht von diktatorisch sprechen, denn alle wissen ja in dem Moment, dass der Drummer nicht aus kann. Und dann sollten eben auch allen klar sein, dass alle zum Click spielen, obwohl nur der Drummer ihn hört. Wenn das dann nicht klappt, muss man eh überlegen, ob Click ne gute Idee war ;)

    Was dein Gitarrist da erzählt ist Käse.

    Dein Gitarrist scheint eine der typischen Gitarristen-Macken zu haben -> die Neigung, sich als Diva auf der Rhythmusgruppe auszuruhen.

    Na du hast ja ne hohe Meinung von Gitarristen. Ich glaube, der Gitarrist hat nicht so unrecht, du verstehst nur die Aussage falsch. Als unerfahrender Drummer/Drummerin neigt man manchmal dazu, es der Band recht machen zu wollen, indem man immer schön bei allem mitgeht. Wie wenn man neu in ein Team kommt und erst mal nur zuhört und allen beipflichtet, um mit niemandem anzuecken, bis man weiß, wer das Sagen hat und wessen Meinung nicht so gefragt ist. Das habe ich jedenfalls schon mehrfach so mitbekommen.

    Als Drummer sollte man aber von Anfang an ein Statement abgeben, auf das alle hören können. Das erwarten viele Bands einfach, sei es bezüglich Time, oder auch Lautstärke. Du kannst als Drummer super tight auf den Punkt spielen, und plötzlich sagt jemand, gut, aber hau fester rein, weil die Band einfach diese brachiale Energie braucht.

    Haha, das alte Problem, dass sich immer noch nicht zufriedenstellend lösen lässt, denn eigentlich muss man beides gleichzeitig. Einerseits der Fels in der Brandung sein und eine solide Time vorgeben, andererseits der Band in gewissen Grenzen auch folgen.


    Allerdings lässt es sich in meinen Augen nicht vernünftig beantworten, wie vor allem das "Folgen" genau aussieht. Und vor allem, wem??? Ich bin definitiv beim Gitarristen, man darf sich als Drummer nicht an einzelne "dranhängen". Wenn man als Drummer merkt, dass die Sache auseinanderzulaufen beginnt, ist es wichtiger, die Time ganz klar zu betonen, um allen anderen zu zeigen "Aufgepasst, hier stimmt was nicht!!!". Welches Mittel dazu geeignet ist, hängt vom Stil und vom einzelnen Stück ab. Z.B. kann es manchmal sinnvoll sein, statt ausgezirkelter Grooves plötzlich klar die Viertel zu betonen, um die Leute ein bisschen aufzuwecken und ihnen Orientierung zu geben.


    Andererseits achte ich schon drauf, vor allem zu hören, was der Bass gerade macht und ihm in Maßen zu folgen. Wenn nämlich Bass und Drums zusammen sind, ist das Fundament für den Rest der Band gelegt. Wenn das nicht reicht und plötzlich Teile der Band ein Achtel vor oder zurück liegen, versucht man halt gemeinsam, wieder mit dem Rest in den Tritt zu kommen. Passiert nicht mal so selten, dass ich nachher der Band sage, im Stück XY habt ihr übrigens auf dem Weg irgendwo ein Achtel liegen lassen. Manche merken das noch nicht mal, sondern geben nur zu, dass irgendwas komisch war.

    Das kannst du von Billigfelen nicht erwarten denn sie würden selbst dann noch tonlos und plärrig klingen..

    Ich "erwarte" selten was, weder von Produkten noch von Mitmenschen. Sonst würde ich von dir "erwarten", dass du nur noch über Dinge schreibst, von denen du was verstehst. Vielleicht solltest du dir aber zur Regel machen, nur noch über Erfahrungen mit Produkten zu berichten, die du schon selbst in Händen hattest. Ob nun Becken, Felle oder der ganze Rest, deine Youtube- und Pressetext-Weltsicht hilft uns allen nicht viel, weil wir all das auch schon konsumiert haben ;)

    Ist nicht auch ein Kriterium die gute Stimmbarkeit über die gesamte Range, von bassig-fett bis zu jazzig-percussiv? Wer einen Middle-of-the-Road-Sound mag, braucht vielleicht die Extreme nicht und kann sich freuen, wenn NoNames/Hausmarken genau dort ihr Potenzial entfalten, selbst wenn an den "Rändern" kaum noch mit guten Ergebnissen zu rechnen ist.

    Ja, die "Hin- und Herschickerei" bei Nichtgefallen-Geld zurück, so toll es manche finden, ist faktisch für unseren Erdball auch nicht ideal oder erstrebenswert.

    Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass gerade bei günstigen Produkten Retouren i.d.R. ungeprüft auf den Müll fliegen, da eine Prüfung, ggf. Aufbereitung und Veräußerung als B-Ware unwirtschaftlich scheint. Auch deshalb bin ich ein Fan einer starken Second-Hand-Kultur und kaufe vorzugsweise gebraucht, wo immer es sinnvoll ist bzw ein entsprechendes Angebot zu finden ist.


    Danke für deinen Versuch, die Drummergemeinde für solche Feinheiten zu sensibilisieren.