Beiträge von trommla

    Hallo Jens,


    dieses Zurückprallen des Beaters kann man bei akustischen Bass Drums durch verschiedene Maßnahmen wie Patches auf der Fellmitte, Stimmung, Loch im Resonanzfell und Dämpfung etwas beeinflussen, die Hauptsache ist aber wie schon genannt die Spieltechnik, bei E-Drums sowieso. Das kann gerade als Anfänger eine echte Herausforderung sein. Einerseits hat man ja noch nicht die technischen Grundlagen, andererseits muss man auch erst das Gespür für den eigenen Körper entwickeln.


    Die meisten Anfänger lassen den Beater im Fell stehen, weil es vom Bewegungsablauf leichter ist. Um einen einzelnen Anschlag zu erreichen, solltest du aber genau das NICHT tun. Die Kunst ist nun, das Pedal gerade soweit zu entlasten, dass der Beater zurückschwingen kann, du aber trotzdem den Kontakt zum Footboard nicht verlierst. Du kannst dabei entweder die Ferse anheben und nur den Ballen aufs Pedal bringen (Heel Up). Dabei nutzt du die Kraft des gesamten Beins. Oder du legst die Sohle vollständig auf (Heel Down), wobei die Kraft entscheidend aus dem Sprunggelenk kommt. Das ist am Beginn für viele etwas ungewohnt, da wir das Sprunggelenk im Alltag meist noch nicht so trainiert haben. Wenn man etwas Übung mit Heel Down hat, fällt es auch leichter, Heel Up zu spielen und dennoch einen Teil der Kraft aus dem Sprunggelenk zu holen. Das finde ich persönlich die beste Kombination aus Kontrolle und Power.


    Wie bei allem brauchst du vor allem Fleiß und Geduld, um dein "Problem" in den Griff zu bekommen, aber das schaffst du schon :thumbup:

    Bin ich froh, dass heute keiner mehr bei folierten Kesseln aufschreit ("das tötet den Ton!!!") wie ab den 80ern in der Ära der Wohnzimmerschränke. Sonst hätten wir wohl auf deine schöne Arbeit verzichten müssen.


    Ich bin bei dcfix ehrlich gesagt seit Kindheitstagen skeptisch, da ich in den 70ern inmitten ge-dcfixter Sperrmüllmöbel aufgewachsen bin. Aber ich sehe, man kann damit schöne Dinge machen :)

    Die Originalen scheint es einzeln zu geben, zumindest kann man sie in diesem Geschäft in den USA bestellen. Bei gleich mehreren Snares könnte sich das schon lohnen, müsstest halt erfragen, ob sie international versenden, und welche Kosten dich da erwarten.
    In Deutschland fällt mir bei solchen Fragen am ehesten St-Drums ein. Falls Gerd Stegner die Schrauben nicht hat, weiß er aber zumindest, ob man sie in Deutschland (respektive über Fentex in Holland) bestellen kann.


    Allerdings kenne ich das Gepfriemel mit normalen Schrauben und weiß, wie sehr das nerven kann. Je nach Zustand und Erhaltungswert der Snares würde ich überlegen, ob da ein Upgrade nicht besser investiertes Geld ist und du einfach andere Butt Ends nachrüstest. Die Originalteile kannst du ja immer noch im Nachtkästchen aufbewahren, falls du mal an einen Sammler verkaufen willst ;)


    Ich finde, eine Supra will gespielt werden (so sehen sie meistens ja auch aus), und wenn mich Abhebe oder Butt End nerven, wäre ich recht großzügig mit Umbaumaßnahmen. Vierkantschrauben sind meiner Erfahrung nach meist dicker als die Pendants alter Abhebungen mit Kreuzschrauben, da könnte die Umrüstung schwierig werden. Zumindest meine alten Butt Ends haben alle ziemlich dünne Schrauben verbaut, und hier nur Vierkantschrauben nachzurüsten wäre mit dem Schneiden eines neuen Gewindes verbunden.


    Bei St-Drums gibt es beide Versionen von Ludwig Butt Ends, vielleicht erreicht man die derzeit telefonisch und kann sich beraten lassen? Wäre zumindest mein erster Gedanke, um Abhilfe schaffen zu können.


    Auf jeden Fall trotz der derzeitigen Lage viel Erfolg bei deiner Recherche!


    Edit: jetzt sehe ich erst, dass du sogar von Schlitzschrauben sprichst, das sind dann vermutlich wirklich alte Modelle, deren Bauteile es wohl neu so nirgends mehr geben dürfte. Dann vergiss den Link einfach.

    Das einzige, was mir an dem Video nicht gefällt, ist die Hallfahne über allem. ;)


    Die Becken klingen alle sehr schön, ob Crashes oder HiHat. Ich könnte mich zwischen den Crashes nicht entscheiden und finde die Kombination sehr stimmig. Warum nicht zwei schöne 19er nebeneinander hängen?

    Wie alt ist das Gerät? Neu oder gebraucht gekauft? Rechnung vorhanden?


    Wenn es auf Monitor UND Kopfhörer rausch (verschiedene Ausgänge), vermute ich ein internes Problem des Brains, und da hilft dir im Zweifel nur der Hersteller.
    Dass ein elektronisches Bauteil spontan und ohne erkennbare Ursache die Grätsche macht, ist ja leider in unserer Wegwerfgesellschaft nichts ungewöhnliches.

    3 und 4 sind schon sehr stark gedämpft - da ist der Kicker vielleicht etwas zuviel des Guten


    Das ist für mich eigentlich die Quintessenz deiner bisherigen Bemühungen. Du hast bislang das Pferd zu sehr von hinten aufgezäumt. Klar, das erklärte Ziel ist legitim, eine geschlossene Bass Drum ohne zusätzliche Stative von innen abzunehmen. Aber als nächstes käme für mich der Versuch, die Stimmung und vor allem die Dämpfung zu optimieren. Der Kicker mag für manche Anwendungen perfekt sein, ist aber unflexibel und teuer. Es gibt so viele Herangehensweisen, die sich sogar von Bass Drum zu Bass Drum bezüglich des optimalen Ergebnisses unterscheiden. Ob das nun Fleecedecke, Handtuchrolle, Noppenschaum oder Omas Plümo ist, da ist einfach Experimentieren mit Fellkombi, Stimmung und Materialien angesagt. Ohne geilen Natursound wird ja bekanntermaßen auch der abgenommene Sound nix. Shit In = Shit Out ;)
    Ich mag's ja mit genau soviel Dämpfung wie nötig, aber so wenig wie möglich. So ein industrieller Keil ist nur rausgeschmissene Kohle, wenn es Hausmittelchen auch tun.


    Erst danach stehen für mich die Versuche mit Mikropositionen, und da helfen Luftloch und Stativ extrem weiter. War selbst überrascht, wie unterschiedlich meine Favoriten bei dem verlinkten Vergleich ausfielen, je nachdem wo das Mikro positioniert war. Am Ende würde ich das Kelly Shu System dann exakt passend zu meinem ermittelten Sweet Spot einbauen.


    Wenn Geld keine Rolle spielt, kauf dir noch alternative Mikros und experimentiere damit rum ;)

    Mein Bruder versucht gerade, wegen der Ausgangssperren in Bayern seine Gitarrenschüler übers Internet zu unterrichten. Sein bisheriges Fazit ist aufgrund verschiedener Aspekte, aber insbesondere aufgrund der Latenzen sehr ernüchternd. Und da reden wir nur über 2 Teilnehmer.


    Wieviel Traffic generieren eigentlich solche Anwendungen? Besteht das Risiko, unsere Netze in die Knie zu zwingen, wenn neben denen, die beruflich auf Heimarbeit setzen müssen, alle Bürger ihre Hobbies ihre Freizeitaktivitäten aufs Internet verlegen? Auch Netflix und Co werden in Zeiten der Ausgangssperren ja Hochkonjunktur haben. Wie seht ihr das?

    Wow, schaut toll aus, und die Kombi Natur geölt mit dunkler Hardware hat was. Ist der Kessel tatsächlich selbst gebaut? Oder selbst gekauft und bearbeitet? ;) Sieht aus wie ein Schichtholzkessel, und um den selbst zu bauen, bräuchte man doch entsprechende Gerätschaften wie Pressen etc.?


    Zu den Kosten kann ich nur sagen, dass man mit ca. 470€ Material auch nicht günstiger weg kommt


    Ich hätte die Freischwinger weggelassen, das hätte einiges an Kosten eingespart. Klar, wenn ich auf der Suche nach paukenartigem Sustain bin, könnte das noch was bringen. Ich hatte allerdings bislang noch bei keinem Floortom ohne Freischwinger einen Mangel an Sustain. Entweder klangen die genau richtig (seltener) oder benötigten noch nen Hauch Dämpfung (häufiger). Stopp, stimmt so nicht, an meinem 14er Catalina FT habe ich die harten Werksfüße gegen die gefederten von Pearl getauscht, danach war's perfekt. Kosten hierfür aktuell 18 Euro.

    Ungeachtet der technischen Machbarkeit mir ist nicht ganz klar, was solche Lösungen bringen sollen. In den Bands, in denen ich spiel(t)e, übt jeder seine individuellen Parts für sich alleine ein, und Proben dienen dann dem Zusammenfügen. Hierbei ist besonders wichtig, wie man als Band kommuniziert, wer an welcher Stelle welchen Cue gibt usw. Genau solche Punkte lassen sich aber doch online nicht oder maximal schwierig abbilden, oder sehe ich da was falsch?
    Zum Beispiel erkennt man ja oft an der Körpersprache eines Musikers, was er gerade vorhat (z.B. Saxofonist geht ans Mikrofon, um seinen Part zu spielen, sehe ich online gar nicht erst).


    Eine routinierte, gut eingespielte Band zeichnet mehr aus, als dass jeder wie ein Duracell-Häschen Songs von Anfang bis Ende fehlerfrei durchspielen kann. Gutes Zusammenspiel ist ja eine Kombi aus akustischen und optischen Signalen, oft subtil, manchmal auch überdeutlich. Wie kann das funktionieren?

    Ich schließe mich Beeble an, etwas mehr Infos wären nett.
    Im Moment höre ich 4 unterschiedliche Stimmungen derselben Bass Drum, und alle 4 Sounds werden in irgendeinem Zusammenhang funktionieren. Fragt sich nur, in welchem.


    Sag mal, was ist das bei den ersten beiden Versionen für ein metallisches Geräusch? Klingt als wenn du synchron auf eine Cowbell schlägst. Bei einem isolierten Bass Drum Sound möchte ich so ein Geschepper eigentlich vermeiden, oder? Die zweite Aufnahme liefert mir darüber hinaus noch ein Clicken, als wenn du zwei Holzbretter aneinander schlägst. Diese beiden Sounds sind für einen gängigen Rocksound m.E. komplett für die Tonne, sofern du nicht tatsächlich noch irgendein anderes Teil angespielt hättest.


    Mein Weg, um zu lernen, wäre eine gut gestimmte Bass Drum mit Korrekturen der Mikroposition optimal abzunehmen, statt gleich verschiedenen Stimmungen durchzutesten.


    Also Mikro im Inneren unterschiedlich positionieren, um die verschiedenen Soundanteile herauszuarbeiten (Attack, Bauch, etc.). Als Ausgangspunkt könntest du nach der 2/3 Regel vorgehen. Wenn ich da durch bin, Mikro raus und ausprobieren, wie sich eine von außen abgenommene Bass Drum so schlägt. Dabei sowohl die Variante Resofell von außen als auch Schlagfell von außen berücksichtigen. Wenn ich damit durch bin, teste ich die Kombi innen/außen in verschiedenen Positionen und sehe, was passiert. Wohlgemerkt, erst mal alles pur, ohne irgendeine Bearbeitung.
    Und wenn wir mit nur einem Mikro beginnen, nehme ich gleich noch die Wurst mit rein ins Testfeld.


    Von vorne herein 4 unterschiedliche Bass Drums aufzunehmen (schon klar, ist immer die geiche, aber komplett unterschiedlich präpariert), macht die Soundfiles schwerer vergleichbar, und meist bevorzugt man ja einen bestimmten Natursound, den es abzubilden gilt. Abgesehen davon darf heute nur noch Phil Collins Trommeln ohne Reso spielen ;)


    Ich kann dir aber schon mal das Feedback geben, dass mir der Sound 1 bis 3 viel zu stark Richtung Attack tendiert, was bei 10 cm Abstand zum Schlagfell nicht weiter verwundert. Wie schon oben angesprochen, 2/3 von 18" wären wenigstens 15 cm Abstand. Sound 4 profitiert vom Raummikro, ist aber leider irrelevant ohne das restliche Gedöns. Oder möchtest du die Bass Drum solo aufnehmen?


    Ach ja, dazu noch ein Gedanke. Hast du das restliche Set denn auch aufgebaut, oder stand da tatsächlich nur eine BD im Raum? Sinnvoll ist die ganze Aktion m.E. erst, wenn du Mikrofonieren am vollständigen Set übst, denn auch Übersprechen und Mitresonieren anderer Kessel und Becken beeinflussen den Gesamtklang. Eine Bass Drum klingt eingebettet in ein komplettes Set zwangsläufig anders als ein "Einzelstück". Und manchmal stellt man auf seinen schönen Aufnahmen plötzlich ein unangenehmes Nebengeräusch fest, welches unser natürlicher "Gehörgangsfilter" zuvor gnädig ignoriert hat.


    Edit: gerade gefunden click

    Ok, der Fred wird schon arg OT jetzt. Nur noch ganz kurz: ich beginne zu verstehen, weshalb wir da völlig unterschiedlich ticken. Meine "Stars" lassen die Musik gut klingen, nicht nur ihr Schlagzeug, du siehst das Schlagzeug isoliert vom Rest und interessierst dich mehr für die individuelle Technik dabei. Schlagzeug als Mittel zum Zweck, oder Schlagzeug als Selbstzweck, das ist wohl die Frage. Wäre ein interessantes Thema für nen eigenen Fred :D

    Irgendwie muss ich ja schon hören was ich da mache


    Kann es sein, dass du Sorge hast, mit einem Gehörschutz nichts mehr vom Schlagzeug zu hören? Das wäre ein wirklich effektiver Gehörschutz, der in der Praxis so aber glaube ich nicht existiert. Die Alpine Dinger nehmen dem Sound etwas Brillianz, je nach Einsatz mehr oder weniger, und dämpfen die Lautstärke auf ein unkritisches Maß. Man hört aber noch sehr genau, was man macht, selbst Ghost Notes kommen gut rüber. Lediglich so Dinge wie nerviger Snare Buzz gehen möglicherweise verloren. Auch wenn ich mit Besen wischen übe, fehlen ggf. die Nuancen. Aber da brauch ich dann auch definitiv keinen Gehörschutz. Mit geschlossenen Kopfhörern verhält es sich ähnlich. Also alles kein Problem im Normalfall.

    Gibt es eigentlich noch Möglichkeiten als Musiker Musikgeschichte zu schreiben? Eigentlich ist doch alles abgedeckt was das Musikerherz braucht.


    Ich glaube, die wenigsten Musiker kalkulieren ein, in die Annalen einzugehen, das ist etwas, das von den Folgegenerationen entschieden wird. Entscheidend für die Bedeutung eines Drummers ist letztendlich, ob man sich auch nach seinem Karriereende noch an ihn erinnert (für alle Genderbeauftragten: setzt die weibliche und diverse Form bitte selbst ein).


    Was dazu geführt hat, ist vielleicht gar nicht so wichtig. Charlie Watts oder Ringo Starr sind beispielsweise keine herausragenden Techniker, beide haben aber mit ihrer zuverlässig musikdienlichen Art die Musik ihrer Bands entscheidend geprägt und sich damit den Platz im Drummerolymp redlich verdient. Ebenso Nick Mason. Und Keith Moon bleibt uns wohl vor allem durch sein wildes Temperament in großartiger Erinnerung.


    Mit dieser Form der Heldenverehrung assoziiere ich die genannten Damen bislang nicht, auch wenn sie unter den weiblichen Schlagzeugern herausragen. Vielleicht wird es aber genau das irgendwann sein, was ihren Namen unsterblich werden lässt, wer weiß das schon.