Es liegt an den Eltern, ihre Stärken zu bemerken und zu entwickeln
Natürlich, da hast du völlig recht. Darum geht es mir auch nicht. Nur die öffentliche Zurschaustellung finde ich bedenklich. Dein Sohn spielt genauso herausragend Schlagzeug, wenn ihn keiner auf Youtube sieht, du würdest dich ohne Kamera deiner Verantwortung nicht entziehen.
Mit deiner Präsentation rückst du die Mediennutzung, die du angeblich damit unterbinden willst, von klein auf in den Mittelpunkt der Wahrnehmung deines Sohnes, weil er schon mit der Muttermilch aufsagt, dass YT-Likes wichtig sind im Leben. Gehört das zu den Grundwerten, die du deinem Sohn vermitteln willst? Ein Wertesystem gehört nämlich m.E. auch zu den Dingen, die Kinder von ihren Eltern lernen sollten. Für mich macht es wenig Unterschied, ob ein Kind den ganzen Tag hirntote Fernsehsendungen schaut (TV ist bei den meisten Kids heute übrigens überhaupt kein Thema), oder sich mit seinen Youtube-Vorbildern beschäftigt.
Und weshalb sollten Eltern ständig nach öffentlichem Applaus für ihre Kinder suchen, wenn nicht, um die Talente irgendwann mal monetarisieren zu können? Meist steckt doch das dahinter, ob es nun um Schönheitswettbewerbe, Schauspielerei oder Musik geht. Klar, Youtube ist inzwischen ein realistisches Geschäftsmodell, egal was man von den Protagonisten hält. Sich als lebende Werbetafel zu vermarkten, sollte aber jeder Mensch für sich selbst entscheiden dürfen, statt schon von den Eltern auf dieses Gleis gesetzt zu werden.
Gut, lassen wir's, da werden wir vermutlich kaum auf einen Nenner kommen. Ob meine Ansichten Unsinn sind, wirst du schlimmstenfalls irgendwann von deinem Sohn erfahren, wenn er anfängt, sich seinen eigenen Kopf um die Dinge zu machen und sich seinen eigenen Ziele zu setzen. Dass man allerdings nicht nur als kinderloser Zeitgenosse diese kruden Ansichten vertreten kann, versichere ich dir hiermit ![]()
Netter Strohmann, aber ein bisschen zuuuu offensichtlich
Haha, wusste ich nicht, arbeite in einem systemrelevanten Beruf (=schlechte Arbeitsbedingungen gegen miese Bezahlung), da sitzt man selten in Rhetorikseminaren.