Weil du München in München erwähnst, ich finde Sessions eine sehr gute Möglichkeit, um Leute kennen zu lernen. Die Musikerpolizei kann dir doch am Allerwertesten vorbei gehen. Entscheidend ist, ob du deine Mitmusiker überzeugen kannst, der Rest spielt keine Rolle. Bei Sessions erkennst du wenigstens sofort, wie die Leute ticken und mit wem man echt Spaß hat, und wer nur autistisch vor sich hin nudelt.
Ob und was ggf. daraus entsteht, ist ne andere Geschichte. Ich war vor ner Weile auf der einen oder anderen Blues- und Rock-Session und wurde danach mehrfach kurzfristig angerufen. Da ich leider an den jeweiligen Tagen schon mit anderen Gigs gebucht war oder aus familiären Gründen nicht konnte, hat sich das dann aber auch wieder gelegt. Klar, gerade wenn's um schnelle Verfügbarkeit geht, kann man sich gut rein- oder rauskatapultieren. Bei mir ging's in dem Fall raus, macht aber nix, hab noch keine Spinnweben angesetzt.
Die andere Frage, die einem das Leben schwer machen kann, ist der eigene Anspruch. Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass es mit zunehmender Erfahrung nicht leichter wird, eine passende Band zu finden, wenn man recht spezielle Anforderungen stellt. Nicht zu viele Proben, gutes musikalisches Niveau, ne gute Anzahl Konzerte, flexible Probenzeiten, und dann auch noch ne bestimmte Musikrichtung, das kann dann schon mal eng werden. Wenn ich Anzeigen lese, in der ein fester wöchentlicher Probentag steht, bin ich z.B. schon raus, ebenso wenn Bands Mitmusiker für die Ganz Große Nummer suchen. Ebenso könnten die als Voraussetzung reinschreiben "wenn du eine gute Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität hast, dann melde dich" 
Bei halbwegs seriösen Bands finde ich es aber keinesfalls verschwendete Zeit, zum Vorspielen zu gehen, selbst wenn man nicht auf einen Nenner kommt. Erstens lernt man immer was für sich selbst dazu, und zweitens können auch solche Kontakte eventuell neue Türen aufstoßen.