Beiträge von trommla

    Warum Sela das so macht, kann ich dir nicht sagen, allerdings kaufe ich eine Kiste auch nur, wenn der Sound mich beim Anspielen überzeugt, wie er ist.


    Aber wie willst du das überhaupt bewerkstelligen? Schlagwerk verleimt im Gegensatz zu vielen anderen Hersteller die Schlagfläche im unteren Bereich fest mit dem Korpus, und nur die obere Hälfte ist verschraubt. Sollte man versuchen, sie zu lösen, rechne ich mit ziemlichen Flurschäden. Und durch's Schallloch wird es ohne endoskopische Hilfsmittel auch schwer, zumindest schätze ich das so ein.

    Ich verstehe den Ansatz gerade nicht ganz. Man hat ein Noname-China-Budget-Set und macht sich Gedanken, es etwas zu tunen. Statt aber dann über einen Qualitätssprung nachzudenken, sinniert man über "unschlagbar günstige" Varianten?


    Meine Mutter hat in den 70ern ständig Mobiliar mit DC-Fix aufgehübscht, und ich kann dir sagen, dass DC-Fix zwar geeignet sein mag, um ganz auf die Schnelle völlig Verwittertes einigermaßen sozialverträglich zu kaschieren. Der Langzeiteffekt war definitiv immer ernüchternd, wenn sich das Zeug nach einiger Zeit abzulösen begann. Die Originalfolie dürfte da deutlich mehr hermachen. Zumal ein halbwegs robustes Folienfinish die Kessel auch gegen moderate Beschädigungen schützt. Dezefix hat hier gleich verloren.


    Eine Sparkle-Lackierung, die sich wirklich mit Recht so nennen darf, ist nicht ganz unaufwändig, dann nimmt man aber kein Fertigspray, sondern Grundierung, Farblack, Glitzerflakes und ein Klarlackfinish. Sonst wird das nix mit der Tiefenwirkung. Kostet Geld, Zeit und (zumindest bei den ersten Versuchen) Nerven.


    Wenn Geld ne Rolle spielt, dann kommt m.E. entweder Uni-Lack in Frage oder günstige Wraps aus dem Schlagzeugbau wie die vom Hebbe genannten. Alles andere ist entweder dem Restwert des Sets unangemessen, oder Murks. Na ja, wenn es wirklich gut klingt und vernünftige Kesselhardware hat, kann man möglicherweise sogar Delmar-Folie rechtfertigen, würde ich allerdings bei den Kesseln so nicht erwarten.

    Mmm, so ähnlich hatte ich mir das Ergebnis vorgestellt. Mir wäre wahrscheinlich der Aufwand zu hoch und der Lack zu teuer, da was draus machen zu wollen. Es sei denn, es soll einem bestimmten Zweck dienen, wo das Set nicht wertvoll sein darf. Zum Beispiel ein Konzert, bei dem am Ende das Schlagzeug in Flammen steht :D


    Umso spannender, was du daraus machst.

    Ich hatte noch nie ein Set mit Plastikböckchen unter den Sticks. Zur Unterscheidung sollte aber eine einfache Berührung reichen. Metall fühlt sich kalt an, Plastik nicht.


    Und wie sollen wir wissen, ob man die Hülsen tauschen kann? Wir wissen ja gar nicht, welches Set du spielst :D


    Bei vielen Sets kann man die Gewindehülsen tatsächlich tauschen, allerdings passt vermutlich nicht jede Hülse in jedes Böckchen, und unterschiedliche Gewindesteigungen gibt es im Schlagzeugsektor auch. Genormt ist da leider nichts.


    Ich würde statt einer langen Foren- und Internetrecherche einfach mal eines der betroffenen Böckchen abschrauben und Kontakt zu einem renommierten Ersatzteilversorger wie St-Drums suchen. Anhand eines Fotos kann man dir dort vermutlich schnell Hilfe und hoffentlich Ersatz zukommen lassen.

    Du scheinst ja ein wirklich experimentierfreudiger und kreativer Kopf zu sein, klasse. Nur, und das ist nicht gar böse gemeint, ich finde du solltest auch und besonders noch an deiner Trommelei arbeiten.


    Man hört ja mit Freude zu, wenn jemand wirklich was drauf hat, aber dein Spiel klingt in meinen Ohren (logischerweise subjektiv) ziemlich holprig und ohne Groove. Leider schien mir das auch bei deinen Bandvideos nicht viel anders. Da sind 360°-Kameras und andere technische Ausstattung eher Nebenkriegsschauplätze.

    Habe zwar keine Erfahrungen mit Millenium Kesseln, aber warum nicht einfach probieren? Wenn tatsächlich eine schöne Maserung darunter ist, wäre es ein voller Erfolg, wenn nicht, kannst du immer noch neue Folie drauf machen. Allerdings sollte man sich wohl mental darauf vorbereiten, dass Billigsets nicht mit toller Maserung unter der Folie daher kommen.


    Dass sich hier im Forum irgendjemand die Mühe gemacht hat, n olles Millenium-Teil zu restaurieren, halte ich für eher unwahrscheinlich.

    Habe irgendwo gelesen, dass man sich dann genauso gut ein neues Schlagzeug kaufen könnte...


    Kann man pauschal nicht sagen. Gratung neu schneiden für sich alleine kostet nicht die Welt. Klar, der Zeitwert eines alten Sets kann natürlich bald erreicht sein, aber bei klassischen Serien zählt manchmal auch der ideelle Wert.


    Hast du die Probleme denn bei allen Trommeln gleichermaßen? Ich fände es einigermaßen merkwürdig, wenn sich alle Kessel aufgrund (identischer?) Alterungserscheinungen nicht mehr zum klingen bringen ließen. Hast du neue Felle draufgezogen, oder versuchst du den alten Pellen einen Klang zu entlocken? Wenn der oder die Vorbesitzer nämlich nicht in der Lage waren, das Set halbwegs ordentlich zu zentrieren und zu stimmen , und trotzdem drauf rumgedroschen haben, hast du kaum Chancen auf nen ordentlichen Sound. Die Felle sind einfach tot.


    Eine andere Erklärung könnte sein, dass falsche Felle drauf sind. In den 60ern hatten viele Kessel noch nicht das Untermaß heutiger Zeit, man sollte sich in dem Fall nach Remo Classic Fit oder Aquarian American Vintage umsehen. Diese Felltypen sind speziell für übergroße Vintage-Kessel gedacht.
    Allerdings kenne ich mich mit alten Sonorkesseln nicht aus, weiß daher nicht, ob dieses Problem bei Sonor überhaupt besteht.

    Eigentlich ne interessante Idee, aber werden die Dinger nicht recht unhandlich? Ich habe bei übergroßen Taschen/Kisten immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die gute Intention (nicht so oft laufen müssen) relativ schnell einer gewissen Ernüchterung gewichen ist. Für einen alleine zu schwer, schlechter im Auto zu verstauen, in engen Treppenhäusern mühevoll, um nur drei Aspekte zu nennen.


    Inzwischen bin ich mit der Kombi Einzelbags plus

    in den allermeisten Fällen sehr stressfrei unterwegs.

    Ich mag die Holzfinishes von Sonor auch schon lange nicht mehr. Allerdings hat das bei Sonor ja Tradition, schon das berühmte Signature in Bubinga war damals nicht gerade Mainstream und ziemlich auffällig. Aber eins kann man sagen, man erkennt ein Sonor auf den ersten Blick.


    Gäbe es die Vintage Series nicht, hätte ich mir wohl auch - rein aus optischen Gründen - nie ein Sonor gekauft.

    Wow, sehr toller Beitrag. Wobei für mich die Trommelbauerei fast zur Nebensache gerät. Du könntest in diesen beeindruckenden Werkstatträumen auch Schränke bauen, und ich würde dir dennoch begeistert zusehen, so spannend finde ich die ganze Atmosphäre dort. Was nicht unwesentlich auch an deiner Ausstrahlung liegen dürfte.

    Hast du überprüft, ob die Kessel rund sind und die Auflage auf der Gratung plan? Dein beschriebenes Problem klingt, als ob die alten Kessel etwas aus der Form sind. Wenn dem so wäre, gibt es leider nur die Möglichkeit, sich an den Trommelbauer seines Vertrauens zu wenden. Seit das Thema Custom Schlagzeugbau in aller Munde ist, gibt es davon etliche in Deutschland, die in der Regel auch solche Dienstleistungen anbieten. Hier im Forum ist z.B. der User Bruzzi ein toller Trommelbauer mit seinen Midmill Drums.


    Bei handwerklichem Geschick und entsprechender Werkstatt kann man das ggf auch selbst angehen, aber wer hat schon einen Frästisch bei sich rumstehen.

    Ich führe folgende Dialog gelegentlich mit meinem Gitarristen -
    der ein fühlt (Talent?), der andere muss es sich erarbeiten (ich?).


    Hihi, die Situation kennen im Freizeitbereich viele Drummer mit ihren Gitarristen, glaube ich. Hat aber weniger mit Musikalität/Talent zu tun, als dass viele Stromgitarristen keine echten Teamplayer sind , sondern nur solieren wollen, was das Zeug hält. Zählen und grooven können die einfach nicht.
    Ergänzend kommt dann noch gelegentlich der Spruch "Zwei Minuten das gleiche Riff spielen, des is mir zu langweilig". Wenn sie dann auch noch Leadsänger sind, wird die Band schnell zur reinen Begleitband.
    Jaja, ich weiß, ich bin ein Gitarristenhasser ;)

    Aber alle (zumindest von mir gehörten) bekannten Jazz-Drummer bauen auf den gleiche Grundprinzipien (Rudiments halt) auf


    Ich sage oder meine damit auch nicht, dass man seine Rudiments nicht üben sollte. Ein paar davon zu können hat noch niemandem geschadet ;)


    Lass es mich mit einem Vergleicht veranschaulichen, was ich meine. Einen Vortrag vor Publikum baut man nicht auf dem Alphabet auf, sondern auf den Inhalten, die man dem Publikum vermitteln möchte. Die einzelnen Buchstaben mögen Teil des Werkzeugkastens sein, aber sicher nicht Inhalt der Rede. Ein Mensch mit schlampiger Handschrift kann trotzdem ein guter Redner sein.


    Da nicht jeder von uns Rudiments wie Buddy Rich oder Dave Weckl beherrscht, stelle ich beim Solieren mehr die musikalische "Kernaussage" in den Vordergrund, denn das kann ich - und auch viele andere Durchschnittstrommler - in dem einem mir zur Verfügung stehenden Leben sehr viel wahrscheinlicher erlernen als solche Zirkusnummern.


    bergheimer: Danke für die Blumen :)
    Beim Jazzsolo zähle ich oft überhaupt nicht konkret mit, sondern denke in musikalischen Phrasen. Wenn es heißt "da machma dann ein Schema Drumsolo", läuft bei mir die entsprechende Melodie, Basslinie oder Akkordfolge im Kopf mit, und ich begleite solistisch die Band in meinem Kopf. Das klappt natürlich leichter bei einfacheren Stücken, und manchmal stoße ich auch an meine Grenzen. Aber das, was wir Teilzeitjazzer so spielen, sind ja meist die allseits bekannten Gassenhauer des Jazz wie Tenor Madness, Take the A Train, St. Thomas oder Take Five, um nur ein paar zu nennen. Entsprechend bei 4ern/8ern.


    Oder halt das freie Solo, bei dem man vorher ausmacht, welchen Cue man der Band gibt, um wieder reinzukommen. Mach ich aber nicht so gerne, weil ich mich schnell selbst dabei langweile :D