Aber alle (zumindest von mir gehörten) bekannten Jazz-Drummer bauen auf den gleiche Grundprinzipien (Rudiments halt) auf
Ich sage oder meine damit auch nicht, dass man seine Rudiments nicht üben sollte. Ein paar davon zu können hat noch niemandem geschadet 
Lass es mich mit einem Vergleicht veranschaulichen, was ich meine. Einen Vortrag vor Publikum baut man nicht auf dem Alphabet auf, sondern auf den Inhalten, die man dem Publikum vermitteln möchte. Die einzelnen Buchstaben mögen Teil des Werkzeugkastens sein, aber sicher nicht Inhalt der Rede. Ein Mensch mit schlampiger Handschrift kann trotzdem ein guter Redner sein.
Da nicht jeder von uns Rudiments wie Buddy Rich oder Dave Weckl beherrscht, stelle ich beim Solieren mehr die musikalische "Kernaussage" in den Vordergrund, denn das kann ich - und auch viele andere Durchschnittstrommler - in dem einem mir zur Verfügung stehenden Leben sehr viel wahrscheinlicher erlernen als solche Zirkusnummern.
bergheimer: Danke für die Blumen
Beim Jazzsolo zähle ich oft überhaupt nicht konkret mit, sondern denke in musikalischen Phrasen. Wenn es heißt "da machma dann ein Schema Drumsolo", läuft bei mir die entsprechende Melodie, Basslinie oder Akkordfolge im Kopf mit, und ich begleite solistisch die Band in meinem Kopf. Das klappt natürlich leichter bei einfacheren Stücken, und manchmal stoße ich auch an meine Grenzen. Aber das, was wir Teilzeitjazzer so spielen, sind ja meist die allseits bekannten Gassenhauer des Jazz wie Tenor Madness, Take the A Train, St. Thomas oder Take Five, um nur ein paar zu nennen. Entsprechend bei 4ern/8ern.
Oder halt das freie Solo, bei dem man vorher ausmacht, welchen Cue man der Band gibt, um wieder reinzukommen. Mach ich aber nicht so gerne, weil ich mich schnell selbst dabei langweile 