Beiträge von trommla

    Für mich sind zwei Dinge beim Solieren wichtig.
    a) dynamisch abwechslungsreich muss es sein
    b) it must Schwing


    Kein Mensch interessiert sich dafür, ob ich ohne hörbaren Unterschied von Singles zu Doubles, über Paradiddles, Pataflaflas über eine lange Linkskurve durch Reverse Flam Taps wieder zurück zu Singles rase. Aber die allermeisten hören, wenn ich in einen subtilen Roll ein paar Akzente knalle, ein paar Flams auf den Toms in einem langen Crescendo anschwellen lasse oder unvermittelt mal eine Generalpause in den Raum stelle.


    Wenn mein Handwerkszeug es mir erlaubt, alles im Solo so zu spielen, dass der Swing nicht verloren geht und die Zuhörer nicht aufhören, mit den Füßen zu wippen, hab ich aus meinen überschaubaren technischen Fähigkeiten das beste rausgeholt.


    Und abgesehen davon, dass ich es technisch natürlich gar nicht könnte, Soli wie Buddy Rich zu spielen, finde ich es auch gähnend langweilig. Buddy spielte Soli ohne Punkt und Komma, wie manch andere Leute reden, und beides ertrage ich nicht lange.


    Ich finde, es lohnt sich, mal intensiver zuzuhören, wie die alten Meister solierten. Ob das nun Art Blakey, Gene Krupa oder Max Roach ist, alle haben oft mit recht einfachen technischen Mitteln großartige Wirkung erreicht, weil man den Swing jederzeit spüren konnte. Keiner von den dreien war techinsch in meinen Augen auch nur annähernd so gut wie Mr. Buddy Rich, aber sie hatten den Swing im Blut und waren keine Zirkusartisten wie BR.

    Bleibt nur die Frage wie ich das dann zusammen schneide ...


    Puh, aus dem Thema bin ich seid Jahren völlig raus, da ich schon lange keinen leistungsfähigen Rechner mehr besitze. Auf meinem Uralt-Thinkpad wird Videoschnitt zum Geduldsspiel.
    Aber gib mal bei YT Schnittsoftware ein, da findet man endlos Programmvorstellungen und Tutorials. Manche aktuellen Tools scheinen sogar halbwegs intuitiv zu funktionieren. ;)

    Hab mir gerade den ganzen Fred nochmal durchgelesen. Hmmm ich muss ja zugeben, ich würde die Überlegung mit mehreren Kameraperspektiven nicht ganz abhaken.
    Auch wenn du völlig recht hast, dass natürlich Bildschnitt immer auch bedeutet, dass ein Stück Autentizität verloren geht, wie du relativ am Anfang mal sagtest.


    Aber trotzdem stelle ich mir die Frage, warum veröffentlicht man Videos, wenn man gar kein Interesse hat, diese Videos auch nach seinen Möglichkeiten gut aussehen zu lassen. Die Ebene, kurze Filmchen in einer statischen Einstellung zu filmen, hat die Filmgeschichte aus gutem Grund schon Anfang des 20 Jahrhunderts hinter sich gelassen, weil man schnell gemerkt hat, dass das ziemlich langweilig rüberkommt. Und das ist heute ja nicht anders. Unter anderem deshalb hast du in einigen Wochen halt nur 450 Klicks bekommen, und das wird wohl auch nicht mehr deutlich mehr werden, obwohl dein Spiel viel viel mehr verdient hätte.


    Aber so ist es halt nun mal. Wenn man weiterkommen will, muss man irgendwie auffallen und in Erinnerung bleiben. Bei Videos klappt das halt mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn das Bild irgendwas besonderes hat. Und da ist der technisch allererste Schritt, interessante Einstellungen zu gestalten, wie es Fotografen, Kameraleute und Regisseure auch machen. Sonst kannst du auch in einem Track trommeln und ein paar Bilder von Sonnenuntergängen drunter legen, hätte ungefähr die gleiche Bildaussage.


    Und ganz ehrlich, wer schaut sich denn Youtube-Videos an, nur um zu erkennen, dass es sowohl bessere als auch schlechtere Drummer als einen selbst gibt? Entweder will man einen konkreten Mehrwert (z.B. Tutorials, Testberichte, whatever o.ä.), oder man will schnöde Unterhaltung. Eine einzige statische Einstellung unterhält aber nicht, da sollte auf dem Bildschirm schon ein bischen was passieren.


    Falls du wirklich keinen filmischen Anspruch an deine Präsentation hast, dann überleg doch mal trotzdem, wie es wäre, dich von schräg hinten zu filmen und noch etwas näher ran zu gehen. Dann könnten die Drummer besser sehen, was du spielst, und auch der rechte Fuß wäre zu erkennen. Und jetzt sag nicht, geht nicht, dann sieht man das hässliche IKEA Regal. Dann musst halt das Drumset so aufbauen, dass der Hintergrund wieder stimmt ;)


    Für mich selbst würde ich das eh bevorzugen, weil man dann meine blöden Grimassen nicht so sieht :D

    Wenn eh alle gleich klingt, wäre dann der nächste Schritt konsequent. Man bietet Studios Templates an, bei denen (quantisierte) Drums, Bass, Gitarre und Keyboards schon komplett vorproduziert sind und der Produzent lediglich bei der Online-Bestellung noch die Tonart bzw. die Harmoniefolge wählt.


    Marius, das wäre doch ne Geschäftsidee ;)

    Das Thema ist wirklich nicht neu, und meine Einstellung dazu auch nicht. Allerdings lässt sie sich nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten.


    Das Quantisieren ist noch relativ leicht zu beantworten. Ich bin total begeistert von der technischen Möglichkeit, dank der heutigen Digitaltechnik im Track rumeditieren zu KÖNNEN. Ist mir nicht nur einmal passiert, dass ein eigentlich schöner Track irgendwo nen Holperer drin hatte, der hörbar genervt hat. Früher hat man dann halt damit leben müssen oder den Track wenigstens teilweise neu eingespielt. Heute schiebe ich mir das einfach so hin, dass es nicht mehr nervt. Spart einerseits Zeit, und andererseits hat oft der erste Track eine Energie, die möglicherweise bei Wiederholungen nicht mehr so da ist. Zumindest ich werde mit zunehmender Zahl an Versuchen dann nicht unbedingt besser, und oft genug haben wir uns dann doch für den ersten Track entschieden.


    Weshalb heute oft der gesamte Track am Grid ausgerichtet wird, erschließt sich mir nicht, und ich frage mich ehrlich gesagt, wie sich diese Produktionsweise so entwickeln konnte. Das passiert ja nicht nur bei wackeligen Amateurdrummern, sondern auch bei gefragten Studiogrößen. Na ja, ist halt inzwischen ein Industriestandard.


    Das Thema Click hängt meines Erachtens von mehreren Faktoren ab. Wenn man eine eingespielte Band aufnimmt, spricht nichts dagegen, wie früher die Band gemeinsam einzuspielen, um die bestmögliche Energie einzufangen. Click braucht es dabei nur, wenn nachträglich Bearbeitungen stattfinden sollen, die syncron sein müssen. Für reine Overdubs geht es auch gut ohne. Insbesondere für Amateurbands, die nicht viel Routine beim Spiel zum Click haben, eine ernstzunehmende Alternative, wenn man wirklich eine überzeugende Aufnahme will.


    Für "Auftragsproduktionen" macht es schon Sinn, Track für Track aufzunehmen, weil man ja in der Regel Termindruck hat und nicht die Zeit, einen für alle geeigneten Termin zu finden. Und da ist dann natürlich auch Click erforderlich. Für Multiinstrumentalisten wohl logischerweise auch. Obwohl ich mir vorstellen könnte, dass man sich selbst leichter auch ohne Click begleitet, weil man ja die eigene Phrasierung aus dem Effeff kennt.

    Wie bereits geschrieben, haben die Krupa Snares ein eher schmales Bed. Da würde ich mich nicht festlegen, dass 42 Spiralen nicht zu breit sind. Oder hast du sie auf besagter Slingerland-Schnarre, um die es hier geht? Dass die Masshoffs allgemein nicht schlecht sind, wissen wir ja schon :)

    Ich hoffe, dass die Suche inzwischen beendet ist, nachdem wir seit über einem halben Jahr keine weiteren Nachfragen mehr hatten. ;)


    Allerdings würde mich tatsächlich interessieren, was es denn nun geworden ist. Ich fürchte nur, Mama wird hier nicht mehr so intensiv mitlesen.

    Aktuell:


    Rohema 5a American Hickory Classic Series


    Vic Firth American Classic Extreme 5b (wenns lauter zu Werke geht, danke Mark Schulman ;))


    und man glaubt es kaum, Millenium Jazz Hickory Stick (für's gepflegte Jazzen im kleinen Kreis)


    Wäre schön, wenn es den "One fits all"-Stick für mich gäbe, aber noch habe ich ihn nicht gefunden.

    Kann ich gut verstehen. Ich war mit meinem Standard-Amba (nee, stimmt nicht, war ja ein Aquarian Texture Coated) auch an sich zufrieden. Allerdings knallte das Ding doch ziemlich, und mir war das bei der Mucke, die ich überwiegend spiele, immer schnell nen Tacken zu aggressiv. Nächstes Wochenende werde ich sie (erstmalig mit Skyntone) beim Jazz-Frühschoppen am See testen und hören, wie sie sich da so macht. Sonst war das immer ein Job für die Supra.

    Einen Profigitarristen habe ich auch in der Band und der kommt 1kanalig mit 4x12er zum Gig und will das Teil laut machen


    Bin ich froh, in etwas "gesetzteren" Kreisen zu verkehren, wo alle schon Rücken haben und nicht mehr dauernd schwer schleppen wollen :D

    Mittlerer 4-stelliger meint 5xxx, nicht die Position.


    Haha, na dann dürfte deine Snare vermutlich aus den ganz frühen Siebzigern stammen. Und in die Bördelung hineingepresst ist die Art von Snarebed, die ich meinte ;) Crimpen ist im Grunde ja nur der englische Ausdruck für Quetschen.
    Für einen ebenso vintagemäßigen Sound macht sich übrigens das Remo Skyntone ganz herrlich auf dieser Snare, also zumindest auf der großen Schwester.

    Keine Ahnung, welches Badge du meinst. Ich kenne keines mit mittlerer Seriennummer. Die Seriennummern sind seid den 60ern immer rechts vom Air Vent gewesen, soweit mir bekannt. Und aus Alu sind die Ovalen Badges in den 70ern gewesen. Welchen Strainer hast du verbaut? Zoomatic? TDR? Irgendwas anderes?


    Ich habe eine 14x6,5 Soundking aus den 70ern, die ist mit Teppichen nicht besonders kritisch. Hat deine auch ein gecrimptes Snarebed wie meine? Das wäre dann nämlich eher schmal gehalten, daher hätte ich bedenken bei überbreiten Teppichen. Aber 24 Spiralen kann sie gut, mein Fat Cat mit den verstellbaren mittleren 8 12 Spiralen hat super funktioniert, war vom Sound etwas dunkler. Aktuell ist ein Masshoff mit 24 Spiralen drauf, der klingt etwas heller. Allerdings im Vergleich in meinen Augen schlicht zu teuer dafür, dass er nicht wirklich was besser kann. Mir hat bei 24 Spiralen jedenfalls an Teppichsound bisher nichts gefehlt.


    Der Rest ist wie immer Geschmacksfrage.

    Flachatmer: wow, aus der Nummer bin ich dann mal raus, meine Erfahrungen als Drummer vor 4 bis 5 Tausend Gästen ist doch sehr überschaubar. Ich glaube, mein Alltime-High waren 3500. Aber da könnte ich nicht behaupten, dass das "Grundrauschen" in der Halle dem von dir beschriebenen Lärm entsprach.


    Denkbar wäre das Szenario für meine bescheidene Vorstellungskraft eventuell noch als Partyband im voll besetzten Festzelt mit lauter Betrunkenen und zunehmender Dauer des Abends, oder vielleicht auf Bühne 5 in irgendeiner lauten Messehalle ;) Aber das sind Szenarien, die heute wohl jeder, der das regelmäßig macht, mit In Ears spielt. Und da gibt es, wie m-tree erwähnte, natürlich gute Gründe, die Drums auf dem Monitor zu haben.


    Akustischen Blindflug aufgrund der Grundlautstärke der Location habe ich bislang nur einmal erlebt in einem Irish Pub mit dem Charme eine Bahnhofshalle. Da hätten die Drums auf dem Monitor die Situation aber nicht verbessert. Nach meiner Erfahrung ist es ein Trugschluss, Lautstärke mit Lautstärke bekämpfen zu können (außer durch phasengedrehten "Gegenschall" ;)). Wenn die Lärmschwelle erst mal erreicht ist, hilft nur Augen zu und durch.


    Der Satz, der schon manchen Rock-Gitarristen überfordert hat:
    Gitarrist: "ich hör mich nicht"
    Drummer: "dann dreh dich leiser"


    Ich denke, besondere Situationen erfordern besondere Strategien, aber grundsätzlich fährt man mit der Herangehensweise, auf der Bühne NICHT sofort alles auf den Monitor zu legen, sondern nur gezielt die wirklich leisen Instrumente mehr oder weniger sanft anzuheben und ansonsten primär mit der Eigenlautstärke auf der Bühne zu arbeiten, im allgemeinen nicht schlecht.


    Trotz nicht immer 100% akustischer Kontrolle tight und selbstbewusst zu trommeln, ist natürlich ein Lernprozess, den man als Musiker im Laufe der Zeit durchmacht.

    dass sie sich gegen den allgemeinen Lärm durchsetzen


    Da liegt möglicherweise der Hund begraben. Eine routinierte Band sollte auf der Bühne das Ziel haben, mit möglichst geringer Eigenlautstärke zu fahren, damit der FOH-Mix die maximale Kontrolle hat. Ich habe nicht nur einmal bei undisziplinierten Bands den Mischer kritisieren gehört, dass der Bühnensound so unglaublich laut war (gerne Gitarren oder Bass ;)), dass er die entsprechenden Kanäle komplett rausgezogen hat und trotzdem den Lärm nicht in den Griff gekriegt hat.


    Profigitarristen aus meinem Umfeld gehen in der Regel mit kleinen Amps auf die Bühne, die auch bei hohem Gain noch so "leise" sind, dass es kein Lärm wird. Und auf der Bühne herrscht im Grunde (fast) Zimmerlautstärke, bei der jeder jeden hören kann und bei der fast nur Gesang und rein elektronische Instrumente auf die Monitore gelegt werden müssen. Dann klappts nämlich auch mit dem Nachbarn.

    Ich sehe bei normalem Monitoring live keinen Grund, vom Drumset was auf dem Monitor zu haben


    Etwas Kick habe ich ganz gerne drauf, ansonsten 100% Zustimmung. Nach der Devise, so viel wie nötig, so wenig wie möglich, habe ich auf der Bühne ne gute Orientierung. Ich muss nicht jedes Detail hören können, sondern mich im Song orientieren, also die Vocals und die Chords irgendwie mitbekommen.

    Wenn man die Parallele zur Schauspielerei herstellt, ist es ja auch so, dass viele Kreative zum Endergebnis eines Kinofilms beitragen


    Haha, das ist ein treffender Vergleich. Selten wird es einem eher durchschnittlich begabten Schauspieler gelingen, einen an sich gut gemachten Film zu versauen. Umgekehrt habe ich aber schon manche Filme gesehen, die trotz eigentlich grandioser Schauspieler völlig daneben gingen, weil es an anderer Stelle im Kreativprozess hakte.


    Wir Musiker neigen dazu, zu glauben, wichtiger zu sein als alle anderen, weil ohne uns die ganze Show überhaupt nicht laufen würde. Richtig, aber ohne die Technik-Crew an den Reglern auch nicht, wenn wir vor Publikum auftreten wollen oder unsere Musik schön auf CD veröffentlichen wollen. Und wehe, wenn das Catering nicht stimmt, dann ist Polen offen :D
    Eigentlich sind wir nur die Verkäufer, die die Idee des/der Komponisten unters Volk bringen dürfen, um es mal provokativ zu formulieren.


    Meine Verantwortung besteht aus (hoffentlich) geil spielen und mein Set gut stimmen, alles andere im Signalweg auf der Reise durch die PA geht mich erst mal nix an. Wenn ich's nämlich besser könnte als ein Tontechniker, dann hätte man mich gefragt, ob ich die Show fahre ;)


    Im Studio hängt es vielleicht mehr davon ab, ob ich als Drummer einer Band Teil der kreativen Entscheidungen bin oder nicht, als "hired guy" lehne ich mich aber auch nicht aus dem Fenster, sondern mache, was meine Aufgabe ist, nämlich ordentlich trommeln.