Das Thema ist wirklich nicht neu, und meine Einstellung dazu auch nicht. Allerdings lässt sie sich nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten.
Das Quantisieren ist noch relativ leicht zu beantworten. Ich bin total begeistert von der technischen Möglichkeit, dank der heutigen Digitaltechnik im Track rumeditieren zu KÖNNEN. Ist mir nicht nur einmal passiert, dass ein eigentlich schöner Track irgendwo nen Holperer drin hatte, der hörbar genervt hat. Früher hat man dann halt damit leben müssen oder den Track wenigstens teilweise neu eingespielt. Heute schiebe ich mir das einfach so hin, dass es nicht mehr nervt. Spart einerseits Zeit, und andererseits hat oft der erste Track eine Energie, die möglicherweise bei Wiederholungen nicht mehr so da ist. Zumindest ich werde mit zunehmender Zahl an Versuchen dann nicht unbedingt besser, und oft genug haben wir uns dann doch für den ersten Track entschieden.
Weshalb heute oft der gesamte Track am Grid ausgerichtet wird, erschließt sich mir nicht, und ich frage mich ehrlich gesagt, wie sich diese Produktionsweise so entwickeln konnte. Das passiert ja nicht nur bei wackeligen Amateurdrummern, sondern auch bei gefragten Studiogrößen. Na ja, ist halt inzwischen ein Industriestandard.
Das Thema Click hängt meines Erachtens von mehreren Faktoren ab. Wenn man eine eingespielte Band aufnimmt, spricht nichts dagegen, wie früher die Band gemeinsam einzuspielen, um die bestmögliche Energie einzufangen. Click braucht es dabei nur, wenn nachträglich Bearbeitungen stattfinden sollen, die syncron sein müssen. Für reine Overdubs geht es auch gut ohne. Insbesondere für Amateurbands, die nicht viel Routine beim Spiel zum Click haben, eine ernstzunehmende Alternative, wenn man wirklich eine überzeugende Aufnahme will.
Für "Auftragsproduktionen" macht es schon Sinn, Track für Track aufzunehmen, weil man ja in der Regel Termindruck hat und nicht die Zeit, einen für alle geeigneten Termin zu finden. Und da ist dann natürlich auch Click erforderlich. Für Multiinstrumentalisten wohl logischerweise auch. Obwohl ich mir vorstellen könnte, dass man sich selbst leichter auch ohne Click begleitet, weil man ja die eigene Phrasierung aus dem Effeff kennt.