Beiträge von trommla

    Ach, ich hab schon nen Jazzgig überraschend aus Platzgründen nur mit Besen auf Snare und Hihat gespielt. Eigentlich als Garden Party im Rahmen einer Geburtstagsgesellschaft in einem Hotel gedacht, musste die Gesellschaft wetterbedingt in die Stube umziehen. Alles hatten sie bei der Planung bedacht, nur nicht, dass die Band ja mit rein muss, wenn man was hören möchte. Den Festsaal hatte der Gastgeber für zu groß/teuer(?) erachtet. Wir standen also als Sextett kuschelig vor dem Kachelofen, der Pianist hatte sein E-Piano senkrecht auf den Boden gestellt und spielte die Chords im Stehen, und für ne Bass Drum, Toms oder Becken war einfach nullkommanull Platz. Hat trotzdem - oder gerade deshalb - extrem viel Spaß gemacht.

    aber mir ist immer wieder aufgefallen, dass "musikalische Größe" auch immer mit perfekter Beherrschung des Instruments zusammen hängt


    Das erste Wort, was mir dazu gerade über die Lippen kam, war "Billshut" (oder so ähnlich, ich glaube meine Legasthenie plagt mich grad wieder).


    Nein im Ernst, diese Aussage zeugt von einer sehr einseitigen Wahrnehmung. Art Blakey, Charly Watts, Ringo Starr, um nur drei Namen zu nennen, die Insidern bekannt sein dürften ;). Keiner dieser drei ist oder war ein perfekter Techniker, dennoch haben alle drei mit Sicherheit Musikgeschichte geschrieben und Generationen geprägt. Perfekt haben aber mit Sicherheit alle drei in ihr musikalisches Umfeld gepaßt, und alle drei spiel(t)en grundsolide.


    Oder habe ich dich falsch verstanden?

    dass mein Proberaum über den Winter sehr abkühlt, nicht konsequent geheizt wird und eher von der feuchteren Sorte ist.


    und mir ein gutes gebrauchtes Set kaufen


    Ohne den Proberaum zu kennen, lässt sich wenig mit Sicherheit sagen. Wenn du das Klima in eurem Raum tatsächlich für riskant hältst, würde ich dort das abgerockteste Mittelklasseset reinstellen, welches ich für kaum Geld käuflich erwerben kann. Hauptsache technisch ist es in Ordnung, dann sollte man es zum Klingen bringen können. Gute Becken kann man sicherheitshalber nur zur Probe aufhängen und sonst trocken und sicher lagern.


    Das gute Set kommt zuhause in den Keller und wird nur bei repräsentativen Anlässen ausgeführt, z.B. bei Gigs. Auch wenn ich Hammu's (ja ich weiss, im Deutschen gehört da eigtl kein Apostroph hin) Beiträge immer sehr schätze, also Hammu seine Beiträge, hätte ich kein unbedingtes Vertrauen in die Resistenz moderner Sets. Kurzzeitig bin ich ebenfalls sehr entspannt, aber wenn ein Set über längere Zeit im feuchten Proberaum steht, hätte ich durchaus Sorge, dass sich das zumindest optisch irgendwann bemerkbar macht.


    Hier oder hier gäbe es so etwas in deiner Nähe. Dann könntest du tatsächlich in Ruhe abwarten, bis dir das perfekte Angebot über den Weg läuft. Dass man in Wien irgendwelche Problem bei der Wahl seines Equipments hat, kann ich mir allerdings so gar nicht vorstellen. Schließlich reden wir von einer künstlerisch sehr aktiven Weltstadt mit großer Musikszene.

    Ich hab mir von ein paar Drummer Freunden sagen lassen, dass der Gretsch Sound gut zu meiner Band passen würde.


    Na dann frag doch deine Drummer-Freunde mal, was denn überhaupt den "Gretsch Sound" ausmacht ;)


    Das Catalina hat mit den klassischen Gretschsets, auf deren Sound sich dieser Mythos gründet, etwa so viel zu tun wie ein Taxifahrer mit Sebastian Vettel. Beide verdienen mit Auto fahren ihr Geld, trotzdem kennen wir alle den Unterschied.


    Das Catalina ist ein günstiges Set aus günstigem L(a)uan ( auch genannt "philipinisches Mahagoni"), was in Asien in Lizenz gefertigt wird. Weder Holz, noch Verarbeitung, noch der berühmte Silver Sealer als innere Versiegelung, noch Kesselhardware haben irgendwas mit den amerikanischen Gretschsets zu tun. Sie sind trotzdem für ihr Geld nicht schlecht. Die Renown Serie ist definitiv ne höhere Liga und wohl qualitativ konstanter als die US-Serien.


    Wenn du aber bei begrenztem Budget noch ordentliche Becken und Hardware möchtest, dann würde ich erst recht das verlinkte Tama in Erwägung ziehen. Das kann alles, was du brauchst, sieht gut aus, und ist günstig. Man darf nicht vergessen, dass man aus guten, günstigen Kesseln richtig viel rausholen kann, wenn man weiß, wie es geht. Falls man wegen eines höherpreisigen Sets am Ende bei Becken und Hardware Kompromisse eingeht, hat man hingegen keinerlei Möglichkeiten, da noch was rauszuholen.

    Üblicherweise werden die Catalinas mit Tomhalterung ausgeliefert, das ist richtig.


    Was mir gerade völlig unklar ist: warum willst du dieses "Angebot", wenn es die gleiche Konfiguration bei Thomann und anderen Shops für 819,-€ gibt? Da ist dann übrigens der Tomhalter laut Beschreibung enthalten.


    Hast du das Set mal anspielen können? Nicht dass das Cat ein schlechtes Set im Budgetsegment ist, aber als ich meins kaufte, musste ich noch die eine oder andere Modifikation anbringen, bis ich wirklich mit dem Klang zufrieden war. Der mitgelieferte Freischwinger hat das Hängetom abgewürgt, das Tom klang erst nach Wechsel auf eine RIM-Style Halterung. Und die Floortombeine musste ich auch modifizieren, da sie mir zunächst zu wenig Wumms hatten.


    Es war nach meinem Geschmack definitiv kein Set, das man aufbaut, stimmt und sich freut. Dieses hier wäre mir für einen Newbie sympathischer. Erstens Kessel aus Birke, zweitens meiner Erfahrung nach ohne Modifikationen schon ab Werk geil. Und drittens keine Snare dabei, die eh das schwächste Glied beim Set ist und möglicherweise nicht lange Freude macht. Für die Differenz zu deinem Link (=250,-€) bekommst du schon eine ziemlich amtliche Snare separat dazu.

    Also wenn man sich wie ihr von allen musikalischen Zwängen befreien möchte, darf man das alles eigentlich nicht aufnehmen und ner Community vorstellen, damit viele es liken ;)


    Erzähl doch mal genauer vom Entstehungsprozess eurer Tracks. Steht ihr alle im Studio, und jeder spielt, was ihm gerade einfällt? Oder gibt es eine Art Road Map, an der ihr euch orientiert? Gibt es einen "Musikalischen Leiter", der musikalisch führt und ggf. Cues gibt? Passiert alles gleichtzeitig, oder macht ihr Overdubs?

    Eigentlich ist hier schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem ;)


    Ich nutze mal den Esszimmertisch mit Kissen drauf, mal das Bett meiner Tochter, mal meinen 1st Chair mit Hydraulik. Am Boden ist es mir als älterem Semester inzwischen zu mühselig. Ein Extradevice zum Trommeln stimmen käme sowas von nicht in Frage, weil ich schon genug Kram rumstehen habe und mir nicht gerne unnötig die Bude voll stelle.


    Klar, wenn man das industriell betreibt, mag die Investition sinnvoll sein, aber selbst wenn ich jeden Tag ein Schlagzeug zu stimmen hätte, wäre es mir um den Platz und das Geld noch zu schade. Im Keller habe ich ein Rollbrett vom letzten Umzug übrig, das kann ich dir ersatzweise anbieten. Kann man auch auf den Tisch stellen und drehen, wenn einem das hilft.

    Was sich der Farian (oder der Drummer) damals dachten, weiß ich natürlich nicht.


    Allerdings habe ich eine Weile lang in einer Band bewusst nur mit Snare, HiHat und Bass Drum gespielt, um einen neuen Blickwinkel auf Fills zu bekommen. Klar, wenn man nur eine Trommel zur Verfügung hat, muss man seine Fills mehr durch Rhythmik und Dynamik gestalten, statt irgendein Ratatata Ratatata Ratatata Ratata über die Toms laufen zu lassen und zu hoffen, dass die unterschiedlichen Sounds schon spannend genug sind. Und mir schien auch, dass ich dadurch mehr musikalisch als technisch an Fills ran ging.


    Mache ich auch heute noch ganz gerne, wenn ich mal keine Möglichkeit habe, ein ganzes Set mitzunehmen.

    Federn reißen insbesondere an der Stelle (am Übergang bzw. "Umkehrpunkt" des Federverlaufs) an denen sie in die Ösenform gebogen sind. Dies ist ihre Achillesverse.


    Genau diese beiden Stellen meinte ich ja ;)


    Ich zweifle ja nicht dran, dass dir das genauso passiert ist, nur fehlt mir - rein technisch - völlig die Vorstellungskraft, wie das von jetzt auf gleich passieren kann. Klar, speziell an diesen beiden Punkten treten vermutlich Kräfte ziemlich variabel in alle möglichen Richtungen auf, aber unabhängig von der Federspannung immer "sanft" und nie ruckartig. Oft brechen Materialien ja bei plötzlichen Belastungsspitzen.


    Dass du vermutlich ein paar (deutlich) mehr Betriebsstunden auf dem Buckel hast, nehme ich wohl an. Aber 7 - 8 mal mit deutlich mehr verschiedenen Modellen reduziert ja die Belastung je Pedal rechnerisch auch wieder ;)


    Und wie du sagst, im Zweifel will man das Teil schnell wechseln können und sich nicht die Finger blutig frickeln.

    7 - 9 Federn stets völlig überraschend bzw. unerwartet gerissen sind


    Wo sind denn die Wissenschaftler, wenn man sie braucht?


    Ich habe gerade ein massives Verständnisproblem, wie einem in schöner (Un)Regelmäßigkeit Federn der Bass Drum reißen können. Mechanische Überlastung ist konstruktiv an sich völlig ausgeschlossen, denn die Feder wird - bei korrekter Benutzung an der BD - nie auch nur annähernd bis zur Belastungsgrenze gedehnt, da die maximale Auslenkung durch den Aufschlag des Beaters zuverlässig limitiert sein sollte.


    Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Drummer eher sanft oder ruppig tritt, denn die Feder dürfte ungefähr das Teil am Pedal sein, was am wenigstens Kraft aufnimmt und daher am wenigsten leidet, zumal die Bewegung ja radial ist. Sprich, die Bewegung setzt nie ruckartig ein, sondern immer sanft entlang eines Kreisbogens.


    Erwartbare Bruchstellen sind die obere oder untere Aufhängung der Feder, sofern die Lager scharfkantig, rau oder sonstwie beschädigt sind. Das lässt sich aber bei gelegentlicher Inspektion frühzeitig verhindern, weil dem Abriß eine sichtbare Abnutzung vorausgehen sollte.


    Vielleicht bin ich ja kein richtiger Drummer, aber auch hier stelle ich fest, dass ich 40 Jahre unfallfrei fahre. ;)


    Edit: mir fällt grad ein, ich hab aber auch an meiner Camco vor ca. 15 Jahren mal die Feder gewechselt, weil mir die originale aus den 80ern ausgeleiert schien. Wer weiß, vielleicht hat mich das gerettet.

    Hab mir gerade mal ein Videoreview angeschaut. Schon beachtlich, was dieses Gerät alles zum Verstellen bietet. Tja, der Kunde will halt bei Laune gehalten werden.


    Trotzdem kann ich mir nur schwer vorstellen, dass die Montage einer Feder derart zur Belastungsprobe gerät. Schon in der Fertigung bei der Montage müsste das irgendwem auffallen. Vielleicht doch in Teilen Anwenderfehler?

    Also z.B. definitiv nicht, 4h Coverauftritte mit dem halben Arsch und 50% Bum-Tschak runter zu spielen ...


    Doch, selbst das gehört dazu. Meistern des Instruments (sorry dass ich auf der Begrifflichkeit rumreite) heißt, den Anforderungen gerecht zu werden, nicht irrwitzige solistische Einlagen mit einem Grinsen im Gesicht abliefern zu können und dabei noch lustige Kommentare von sich zu geben.


    Also gehören auch Kondition/Ausdauer und schnelle Reaktionsfähigkeit dazu, die man mit - manchmal brutalen - Coverjobs durchaus verbessert. Wenn jemand in einer Minute über Tausend Schläge auf die Snare knallt, hat derjenige sicher viel geübt, im Bandzusammenhang stellt das jedoch kaum einen relevanten Gewinn dar.


    Musik ist eben doch kein Leistungssport, wo am Ende eine Zeit oder ein Ergebnis steht, das wäre zu einfach.

    Was war so schwierig? Klar, ne innen liegende Feder ist nicht so gut erreichbar, aber beschreib doch mal näher.


    Und ja, gut laufende Maschinen gibt es wie Sand am Meer, ich kann mir vorstellen, dass da manch ein Hersteller Kaufanreize in die falsche Richtung setzt.

    Und Jemand, der zB. gewisse Rudiments nicht über ein Fuß- Ostinato spielen kann, würde ich keinen Meister nennen.


    Deshalb habe ich Rudd als provokatives Beispiel genannt. Musik rein über die technische Seite zu begreifen, vereinfacht die Frage für mein Empfinden zu sehr. Man kann auch Meister des Weglassens, Meister der Einfachheit etc. sein, immer eine Frage des Blickwinkels, unter dem man sich der Musik nähert.


    Und "sein Instrument meistern" bedeutet rein sprachlich etwas anderes als, als ein "Meister" auf seinem Instrument zu sein. Jeder Mensch meistert viele Dinge im Leben ohne nennenswerte Schwierigkeiten, ohne jeweils ein Meister zu sein. Zumal der Artikel von durchschnittlicher Begabung auszugehen scheint. Auch das ein Indiz, dass nicht Dave Weckl, Virgil Donati oder Buddy Rich gemeint waren.


    Edit. Um die 10000 Stunden zu erreichen, müsste man ca. dreieinhalb Jahre jeden Tag 8 Stunden spielen, sieben Tage die Woche.

    Oidmo on Drums, geiler Name :) Da weiß man wenigstens sofort, wo du her kommst.


    Zum Rest kann ich nicht viel sagen, weil die Nummer echt gruslig klingt. Hab mich die ersten Sekunden gefragt, welchem armen Kerl sie da die Eier bearbeiten, musste aber dann relativ bald Stop drücken, weils für mich nicht auszuhalten war.


    Allerdings bietet leider dein Spiel auch wenig, was mich bei der Stange gehalten hätte. Du siehst sehr diszipliniert und konzentriert bei Spielen aus, ohne Spielfreude auszustrahlen, und die Kameraführung kann man ja trotz Split Screen als Minimalistisch bezeichnen.


    Klanglich ist mir jetzt weder positiv noch negativ was aufgefallen, klingt rund und unaufdringlich. Du scheinst zu wissen, was du machst ;)


    Edit: nachdem ich mir die anderen Nummern deines Channels angehört habe, bestätigt sich der Gesamteindruck. Nur hast du hier den - in meinen Ohren - schlechtesten Titel präsentiert. Allerdings bin ich in dem Genre auch wirklich ganz und gar absolut nicht zuhause (falls das jetzt der Hottest Shice wäre)

    Toll gemachtes Video. Toll gemachte Musik. Beeindruckend, was man mit wenig Technik schon so alles aus seinen Bildern rausholen kann, wenn man weiß, wie.


    Eine Kleinigkeit ist mir störend aufgefallen. Dein Drumming, konkret deine Bewegungsabläufe, sehen aus, als ob du die Order hattest "Tu mal so als ob du trommelst, aber bitte LEISE". Ich sehe auch ein paar Anschlussfehler, bei denen die Schlagbewegungen beim Schnitt mal größer, mal kleiner sind. Ohne dass sich das in der Dynamik des Stückes abbildet.


    Wenn du normal gespielt hast und das nur eben bei dir so aussieht, dann würde ich an der Körpersprache etwas feilen.


    Wenn meine Beobachtung richtig ist, dann helfen für viele Blickwinkel Pads auf allen Trommeln, und man kann trotzdem nach Herzenslust hinlangen. Nur für POV des Drummers muss man halt kurz die Matten wegmachen, sonst sieht's echt doof aus ;)

    Am Bass habe ich 2500 - 3000 und könnte vielleicht sub im Musical spielen. Mehr aber auch nicht.


    Oho, ein Sub im Musical sollte sein Handwerkszeug aber schon beherrschen, schließlich fehlt ihm im Vergleich zum Principal die ganze Probenzeit. Das ganze qualitativ zu beurteilen, ist dünnes Eis. Zumal es sicher einen Unterschied macht, ob du Mamma Mia spielst oder Miss Saigon mit ungeraden Metren, Quintolen und anderen Grausamkeiten.


    Für mich klingt die Behauptung nach ziemlichem Schwachsinn (nicht von deiner Seite natürlich, du gibts es ja nur wieder), solange nicht definiert ist, was für Kriterien "meistern" definieren. Ich behaupte mal, dass man nicht behaupten kann, Phil Rudd hätte sein Instrument nicht "gemeistert", schließlich stand er jahrzehntelang auf Stadionbühnen und hat mit ACDC Musikgeschichte geschrieben.


    Zeitaufwand als alleinige Aspekt zu betrachten, greift viel zu kurz. Wie struktuiere ich meine Probenzeit? Welche Art von Musik spiele ich überwiegend? Unter welchen Rahmenbedingungen spiele ich (freie Improvisation, Noten, live, Studio etc.), mit WEM spiele ich? Gerade die Qualität der Mitmusiker hat entscheidenden Einfluss auf die musikalische Entwicklung.


    Es fördert und formt dich einfach ganz anders, mit Profis zu spielen als mit Feierabendmuckern, und du wirst nach einer bestimmten Zeit ganz woanders stehen.


    Verlink doch den Artikel mal, dann macht die Fragestellung vielleicht mehr Sinn.