Hallo Tschattner,
die Art wie du schreibst, verleitet mich zu der Annahme, dass du schon ein paar Jahre auf unserem Planeten verbracht hast und nicht gerade erst den ersten Flaum am Kinn entdeckt hast?
Es ist völlig normal, dass man sich als Anfänger zunächst etwas müht und einen vermeintlich einfache Dinge (jaa, bei anderen sieht das immer so locker aus) an den Rand der Verzweiflung bringen. Je früher man beginnt, umso leichter fällt einem naturgemäß das Lernen, und Ü20 ist aber tatsächlich schon "steinalt", was die optimale Lernphysiologie betrifft. Und trotzdem gibt es hier und anderswo genügend erwachsene Leute, die die anfänglichen Bretter vor dem Kopf wegräumen und mit der Zeit zu richtig soliden Drummern werden. Was unter ADHS vielleicht geringer ausfällt, ist die Geduld, sich ausgiebig mit den Dingen zu beschäftigen, ohne dass einem langweilig wird. Zumindest ist das ein Merkmal, das ich bei meiner (angeblich ;)) ADHS-betroffenen Tochter häufig feststelle.
Rhythmen nicht sofort zu verinnerlichen, ist hingegen m.E. alleine auf fehlende Übung zurückzuführen und kommt von ganz alleine. So ähnlich verhält es sich bei mir z.B., wenn ich komplette Arrangements vom Blatt weg spielen muss. Da ich bis vor wenigen Jahren trotz Notenkenntnissen selten in die Verlegenheit kam, mehr als Lead Sheets trommeln zu müssen, war diese Fähigkeit bei mir einfach nicht entwickelt. Seitdem ich regelmäßig Big Band spiele, merke ich wie ich sicherer werde und inzwischen auch Konzerte ungeprobt vom Blatt spiele, ohne mich zu verheddern. Na gut, bei Uptempo-Zeug fall ich nach wie vor gelegentlich raus, wenn ich mal wieder eine Wiederholung übersehen habe oder das Segno nicht gleich finde ![]()
Also einfach schön dran bleiben und sich über kleine Schritte freuen, dann wird das!