Wir sind ja nicht in einem Fachforum für Gesundheitswesen, daher ist es nicht verwunderlich, dass solche "Anregungen" ziemlich aus dem Bauch raus ohne Kenntnis der realen Verhältnisse in den Raum geworfen werden.
Unbestreitbar ist allerdings dennoch, dass
a) die ärztliche Gebührenordnung auf Basis der durchgeführten Einzelmaßnahmen eine qualitativ hochwertige Medizin im Sinne des Patienten oft verhindert. Das medizinische Outcome zur Vergütungsgrundlage zu machen, ist natürlich, sorry, Unsinn. Dann würde kein Arzt mehr chronisch Kranke behandeln, na Prost Mahlzeit.
b) im gesellschaftlichen Gesamtgefüge Pflegeberufe einen weit wichtigeren Stellenwert einnehmen, als sich in ihrer Vergütung widerspiegelt. Eine leistungsgerechtere Bezahlung (aller sozialen Berufe!) wäre nur erreichbar, indem der Staat korrigierend und subventionierend einspringt. Sonst kann sich nämlich der Durchschnittsverdiener bald keine medizinische Behandlung mehr leisten.
Meines Erachtens gehört der Soli umgewidmet. Spitzenverdiener sollten einen deutlichen Solidaritätszuschlag für soziale Berufe zahlen. Ja ja, ich weiß, vermutlich verfassungsrechtlich undenkbar, Gleichbehandlung und so. Aber Jahreseinkommen von 500 000 oder mehr Euro finde ich einfach unmoralisch, da könnte man ansetzen und für alles, was drüber liegt, pauschal 25% "Soli" abziehen.
Wenn wir von mindestens 20000 Einkommensmillionären in Deutschland ausgehen (Stand 2014: rund 19000 lt. Presseangaben), müssten mindestens 10 Milliarden Euro besteuert werden, und unterm Strich hätte das Sozialwesen dadurch 2,5 Milliarden Euro mehr für Gehälter zur Verfügung. Damit könnte man evtl. jeder Pflegekraft zumindest 100 Euro steuerfrei monatlich obendrauf geben.
Aber wir sind kein Pflegeforum, also schnell wieder zu wichtigen Dingen wie Polizeiorchestern. 