Beiträge von trommla

    Jeder Herstellerwechsel eines bekannten Trommlers bewirkt in mir ein Stück mehr Unglaubwirklichkeit ihm gegenüber.


    Immer wieder beeindruckend, wie viel Idealismus unter uns Freizeitdrummern zu herrschen scheint. Aber so idealistisch ich selbst sein kann, ein gewisses Kopfschütteln kann ich mir nicht verkneifen.


    Wir alle hier verdienen mit irgendeiner Leistung unseren Lebensunterhalt und sind darauf angewiesen, dass dies auch weiterhin so bleibt und die Rechnung am Monatsende aufgeht. Keiner käme auf die Idee, einen Autoverkäufer im Bekanntenkreis zu kritisieren, weil er bei Opel gelernt hat, dort übernommen und sozusagen "aufgebaut" wird, eines Tages aber ein besseres Angebot von Ford bekommt und wechselt. Die Gründe mögen naheliegenderweise monetär sein, aber vielleicht sind es auch die familienkompatibleren Arbeitszeiten oder die kürzere Fahrzeit. Was auch immer den Ausschlag gibt, wir wissen es zunächst nicht, und es geht uns auch nichts an.
    Sicher wissen wir hingegen, dass er sowohl bei Opel als auch bei Ford die jeweilige Produktpalette als das Nonplusultra des Automobilbaus hinstellen wird, statt die Kunden zum Wettbewerb zu schicken ;)


    Warum legen hier einige an Profidrummer ständig völlig andere Maßstäbe an als an alle anderen, die mit beiden Beinen im Beruf stehen? Ich finde, man darf sich über jeden freuen, der es langfristig schafft, mit dem, was ihm Spaß macht, ein gutes Leben führen zu können. Und bitte, liebe berufstätigen Freizeittrommler, fragt euch mal, ob sich nicht auch bei euch im Laufe der Jahre im Beruf ein gewisser Pragmatismus eingestellt hat, den man dann gemeinhin auch als Erfahrung bezeichnet, und der für's berufliche Fortkommen typischerweise als förderlich gilt.

    Kolberg hat sicher was, vermutlich aber nicht gerade nachgeschmissen.
    Vic Firth ist ebenfalls nicht schlecht sortiert im klassischen Schlagwerk, da habe ich z.B. den Tim Genis Leggiero und den SD2 bei mir rumliegen. Der Leggiero ist sogar dunkel gebeizt, vielleicht klingt er ja daher auch dunkler? ;)

    Ich spiele seit Jahren begeistert mein Gretsch Catalina Jazz Set. Minimal gepimpt sowie schön befellt und gestimmt, nutze ich dieses Set aufgrund seiner Kompaktheit recht häufig. Für Proben ist es eh mein Go-To Set, weil leicht und gut transportabel.


    Die Funktionalität muss gegeben sein, und die Verarbeitung sollte auf eine gewisse Haltbarkeit hindeuten. Aber weder will ich mit meinen Instrumenten einen Atomkrieg unbeschadet überstehen, noch wachse ich am Neid meiner trommelnden Kollegen. Ganz im Gegenteil, wenn Musiker den Klang meines Gretschchens loben, freut mich das mehr, als wenn sie Positives über mein Sonor sagen. Bei Sonor erwartet man das ja gewissermaßen.

    Mann, die Location macht was her. Da wär man selbst gerne auf der Bühne. Musikalisch? Darf ich ehrlich sein? Ganz solide gespielt, aber der Sänger hat keine Power und klingt nicht gut. Sucht nen richtigen Sänger, der zu eurem Backgroundsänger passt ;)


    Auch wenn es heute modern zu sein scheint, sein Selbstmarketing mit allerlei Superlative zu garnieren (früher galt Bescheidenheit mal als Tugend), "vom feinsten" wird es mit so ausdrucksloser Stimme nicht werden.


    Bei aller Kritik gefällt mir euer Sound an sich schon gut, und der Groove geht ins Bein!

    Geht es nur mir so, dass ich solche Aussagen, vor allem in der Kombi, etwas suspekt finde (frei und hoffentlich inhaltlich korrekt zitiert)?


    - irgendwann hatte ich Krämpfe in den Fingern beim Spielen
    - an der Stockhaltung liegt es nicht, mach ich ja schon 38 Jahre so
    - neue Stöcke such ich mir jetzt keine, hab eh schon so lange gesucht
    - hab in meiner Karriere nur 7 Felle durchgehauen


    Jeder ist frei zu tun, was er möchte, aber seine bisherige Herangehensweise (egal wobei) immer mal wieder zu überdenken, hat selten geschadet, vor allem wenn man mit irgendwas Probleme hat.

    Gibst denn bei der Snare ein Merkmal, etwas spezifisches woran du sie wiedererkennen würdest?


    Nö, aber bei den meisten Serientrommeln wäre das unwahrscheinlich. Dann habe ich die Intention deines Freds wohl falsch verstanden ;)


    Klar, bei handgemachten Becken ist u.U. der Verlust noch größer, weil keins wie's andere klingt.

    Bei mir wäre das am ehesten meine Sonor Signature HLD 582, der ich gelegentlich eine Träne nachweine. Die Verarbeitung - und auch das Gewicht - waren schon erste Sahne. Na ja, vielleicht überkommt es mich eines Tages, dieses Modell taucht ja gelegentlich mal auf.

    Ja richtig, wenn du initial das Ding net gscheit zum Klingen bringst, ist das ja auch ein Indiz. Nur alleine aufgrund des Spaltes, ohne dass man klangliche Effekte beobachtet, sagt es eben dann wenig aus. Wobei ich ja selbst überrascht war, ich dachte immer, die Ceranfelder sind zuverlässig plan.


    Es geht mir ja nicht drum, deine Aussage platt zu reden. Nur, hätte ich damals die Trommel zum Graten gegeben, hätte ich vielleicht das Geld zum Fenster rausgeworfen und das 'Tom hätte nachher geklungen wie vorher, weil der Fehler beim Ceranfeld lag. Und gerade unerfahrenere Drummer als du machen vielleicht genau das, wenn sie ihre Gratung ohne Not auf dem Ceranfeld prüfen.

    Aber gerade ein Spalt beim Rotieren auf dem Ceranfeld ist ja, vor allem wenn man eine Lampe in den Kessel hält, schnell augenfällig. Sofern Ceranfelder nicht ganz plan sind, tendiert die Aussagekraft somit insbesondere bei kleinen Spalten gegen Null. Mein Catalina 12" Tom offenbart auf meinem Ceranfeld einen Spalt von ca. 1 mm, das Tom klingt aber völlig ok. Hätte ich es umtauschen sollen? Muss ich morgen beim Kandler in Olching einen Termin zum neu Graten vereinbaren?


    Meines Erachtens ist wie so oft etwas gesunder Menschenverstand hilfreich, um sich unnötigen Stress zu sparen. Wenn ich bei einem 1000,-€ Set an irgendeiner Gratung leichte Riefen ohne klangliche Relevanz feststelle, dann sehe ich darüber hinweg. Bei einem 10k-Set sieht das völlig anders aus, da der Mehrpreis nicht zuletzt auch durch penibelste Qualitätskontrollen zu rechtfertigen ist. Kein Holzfurnier, keine Kesselhardware und auch keine Lackierung kann solche Preise rechtfertigen. Abgesehen natürlich von Massivgold oder Diamantinlays ;)

    Ich kenne es auch aus Big Bands nicht anders, als dass man sich mit Bleistift Notizen macht. Wenn tatsächlich eine Nummer so fehlerhaft ist, dass die Noten nicht verwertbar sind, dann wird die Nummer bis zur nächsten Probe beiseite gelegt, bzw. bis die Noten korrigiert sind. Das stellt sich ja in der Regel beim ersten Anspielen raus. Wenn der erste Durchlauf ohne große Irritationen funktioniert, dann kann man auch mit den Stimmen arbeiten, und dann wird da auch nichts aktualisiert, egal ob in bester Absicht oder nicht.


    Der Nachteil ist ja nicht nur, dass man ggf. handschriftliche Notizen übertragen müsste, sondern dass insbesondere Aushilfen nicht erkennen, welche Version sie nun gerade in der Hand haben. Und plötzlich spielen sie "Fehler", mit denen keiner mehr rechnet (weil der Principal seine Altstimme aus irgendeinem Grund aufbewahrt hat).


    Noten im Nachgang zu aktualisieren hat m.E. eher mit der Eitelkeit des Arrangeurs zu tun, nicht ständig an seine Fehlbarkeit erinnert werden zu wollen ;)
    Wenn man öfter mal gekaufte Noten mit Fehlern in der Hand hatte, verliert sich diese Sorge :D

    Wenn ich einen Song finde der mir gut gefällt schau ich auch gern mal nach der Geschwindigkeit


    Hehe, da halte ich mein Smartphone mit LiveBMP vor den Lautsprecher.


    Sorry, falls mein Post irgendwie überheblich klang, wollte damit tatsächlich nur meine persönliche Bedürfnisse artikulieren, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.
    Aber es überrascht mich tatsächlich, dass ihr alle keine Smartphones habt, ich kenne in meinem Umfeld exakt eine Person ohne, und das ist kein Musiker und auch ansonsten ziemlich analog unterwegs :)


    MS-SPO: guter Hinweis, das sollte ich auch mal häufiger machen.

    die Sache ist, daß eigentlich fast alles nach langer Gewohnheit öde und lame wird


    Da ist möglicherweise was dran. Zudem ändern sich musikalische Vorlieben und damit auch die Anforderungen ans Besteck.


    Meine Historie ist schnell erzählt. Mein erstes Ridebecken war in den frühen 80ern ein 20" Avedis Ping Ride, welches ich bis Anfang der 2000er spielte. So richtig meins war es glaube ich nie, aber es hat sich nie jemand darüber beschwert ;)
    Als Ersatz kam dann ein Sabian HH 20" Classic Ride, welches als Allrounder immer noch vor allem im Rock/Pop-Bereich am Set hängt, aber zur Not auf die Schnelle auch im Jazz einigermaßen klingt. Ergänzt habe ich es im Laufe der Zeit durch ein 18" HH Flat Bell Ride und ein 21"Vault Crossover Ride für ganz leise und leise Spielarten. Mit diesen drei Rides komme ich gut durch den Tag, allerdings ist das Thema noch nicht durch, denn manchmal wünsche ich mir schon auch ein großes tiefes Ride für lautere Sachen. Mal schauen, was so kommt.


    Den hl. Gral zu suchen, habe ich eigentlich nie begonnen, hab wohl doch mehr G.E.I.Z. als G.A.S. :thumbup:
    Meine Bleche funktionieren in allen Bereichen, die ich in den letzten Jahren so gespielt habe, in mehr oder weniger jeder Kombination, deshalb gab es zwar immer wieder Verlockungen, aber keine Not.

    bis dahin muss ich ohne Lehrer klarkommen


    Na ja, es gibt ja auch noch 2 bis 3 freie Lehrer in München, hab ich mir sagen lassen ;)
    Und manche bieten sogar Einzelstunden ohne Vertrag an, wenn du sie darum bittest. Das ließe sich verknüpfen mit dem Auftrag, mal einen Blick auf deine Fußtechnik zu werfen. 2 bis 3 Stunden in den kommenden Wochen, dann hast du vielleicht schon den Input, um die Zeit bis Oktober effektiver zu überbrücken.


    Oft stimmt, wie Hajo K schon schrub, der Bewegungsablauf als ganzes nicht, und das lässt sich durch Vergleiche mit YT-Videos möglicherweise aufdecken. Nimm mal deine Füße mit der Cam auf und schau dir die Bewegungen in Ruhe an.


    Übrigens kann es durchaus auch mit der Federspannung respektive der sonstigen Einstellungen zusammen hängen. Nicht dass die richtigen Einstellungen plötzlich die Überei überflüssig machen, aber falsche (oft zu harte) Einstellung hemmt möglicherweise deine Fortschritte. Generell lese ich von Drummern mit bekannt guter Fußtechnik häufig, dass sie leichte Spannungen bevorzugen.

    Grundsätzlich finde ich es immer top, persönliche Empfehlungen mit der Community zu teilen.


    Ehrlich gesagt finde ich aber dieses Teil recht sinnfrei, denn entweder


    a) habe ich mein Metronom mit Tap-Funktion dabei
    oder
    b) ist das Smartphone meist in Reichweite, und darauf habe ich ebenfalls Metronome und LiveBPM installiert.
    oder
    c) habe ich sogar beide Alternativen dabei ;)


    Ein Online-Tool könnte ich zwar bei entsprechender Netzabdeckung theoretisch auch nutzen, aber wie oft bin ich an Orten, an denen es genau daran hapert?!


    Daher meines Erachtens nur ein Gimmick ohne Mehrwert.

    Jetzt muss ich doch mal nachfragen. Irgendwie versteh ich dein Anliegen glaube ich nicht. Wenn du präzise, synchron zu Samples spielen willst, führt meines Erachtens kein Weg an nem akustischen Signal auf den Ohren vorbei. Wenn es lediglich darum geht, ein vorher vereinbartes Tempo zuverlässig zu bedienen, dann sollte es doch reichen, sich vorher ein paar Takte vom Metronom zu holen und den Song ansonsten frei zu spielen. Wenn dabei das Metronom blinkt, reicht das doch allemal, um zu erkennen, ob man noch in etwa die richtige Geschwindigkeit hat.


    Im Gegenteil ist vielleicht sogar das Blinkeding aus dem Augenwinkel eindeutiger zu erkennen als der Zeiger, wenn man auch mal seine Mitmusiker anschauen will. Das soll ja auf der Bühne durchaus sympathisch wirken ;)

    Warum wird hier denn immer noch diskutiert? Dass Thomas Lang irgendwas richtig macht, zeigt doch sein Bekanntheitsgrad, seine Referenzen und vermutlich auch sein Bankkonto ;) Ob es uns gefällt, spielt keine große Rolle. Vermutlich tut es das ebensowenig für den Produzenten. Da zählt vor allem Perfektion, denn Perfektion spart Geld. Thomas Lang ist ein perfekter Techniker (soweit ich das von recht weit unten beurteilen kann) mit einem (vermutlich perfekten) eigenen Studio, der perfekten Sound abliefert.


    Es gibt Drummer, die vermutlich mehr die Kunst im Sinn haben (und mich vermutlich eher flashen würden), die werden aber auch von anderen Producern für andere Projekte gebucht.


    Bei allem Respekt, Marco Minnemann wäre für mich persönlich der klare Sieger gewesen. Seine Begabung ist nochmals eine Klasse für sich.


    Du vergisst möglicherweise, dass die Kamera nicht immer läuft bzw. nicht alles zeigt, was in einer Audition läuft. Welche Faktoren zur letztendlichen Entscheidung beigetragen haben, können wir nicht beurteilen, auch wenn solche Castingshows gerne so tun, als ob man live dabei wäre.

    Hängt davon ab, was du als festes Engagement definierst. Zum Beispiel war er mit Gianna Nannini auf Tour.
    Das wäre für mich aber kein Qualitätskriterium, denn wenn einer eher Projektarbeiter ist und keine festen Engagements sucht, sagt das ja nicht zwingend was über seine Fähigkeiten aus.


    Edit: Gianna Nannini ging sogar über einige Jahre

    aber ich werd mit ihm und seinem Getrommel halt einfach ned warm


    Geht mir leider auch so. Was ihn auszeichnet, ist vor allem seine Tightness. Ein Spezl von mir arbeitet gelegentlich mit ihm im Studio und sagt, das ist unglaublich präzise, und man muss so gut wie nichts nacheditieren, auch im Vergleich zu anderen durchaus namhaften Drummern wie Mark Schulman etc.