Beiträge von trommla

    Ich hab regelmäßig an Musikschul- oder -vereinssets gesessen, die teilweise unterste Preiskategorie waren. Bei allen ließ sich feststellen, dass die Kessel, wenn man etwas Zeit (und Kraft wegen strenger Stimmschrauben) investierte, einigermaßen erträgliche Sounds aus den Kesseln holen konnte. Bei Snares klappt das leider üblicherweise nicht, da meine Kompromißbereitschaft da sehr endlich ist und man die Snare ja doch ständig bedient.


    Was hingegen meist völlig untauglich war, waren Hardwarekomponenten jeglicher Art. Angefangen von den bereits beschriebenen Problemen, gab es auch Beckenstative, deren Höhe nicht einmal ausreichte, um das Crashbecken über Tomniveau anzuheben. Vollgewindestangen ohne Schutz an Schrägstellern aus dem 19. Jahrhundert kamen hinzu. Hihat-Maschinen, die trotz Leichtbauweise so schwergängig war, dass ich nach 2 Stunden getretener Viertel nen Muskelkater hatte, Schlagzeughocker, deren Sitzfläche gebrochen war, metallene Gußteile am Beckentilter, die einfach brachen. Snareabhebungen, die nach der dritten Bedienung schon nur noch hakelig funktionieren oder sich von alleine abspannten, weil ausgeleiert.


    Gebrochene Böckchen kamen mir selten unter, kenne ich aber auch bei solchen Billigmöhren.


    Die Problem mögen bei Markenherstellern nicht ganz so gravierend sein, allerdings spiele ich zur Zeit gelegentlich an nem billigen Yamaha-Musikschulset, das durchaus ähnliche Defizite hat.


    Insgesamt ist mein Fazit bei aller Kompromißbereitschaft daher: Kessel - außer Snare - ja, Hardware nein. Und da es Billigsets üblicherweise nicht als Shell Sets gibt, kann man von solchen Investitionen eigentlich nur abraten.

    "PIEK-pack-pack-pack" ist da einfach fehl am Platze, das hört man durchaus


    Wow, man lernt nie aus. Das hätte ich bei geschlossenen Kopfhörern jetzt echt ausgeschlossen. Zumal der Click ja nicht brüllend laut, sondern meist gerade so hörbar ist.


    Was den Drumsound über Kopfhörer betrifft, hängt vielleicht auch von der Art der Musik ab. Ich bin zu Feinheiten wahrscheinlich nicht in der Lage, daher reicht mir ne echt grobe Orientierung dessen, was ich spiele. :D
    Vielleicht, weil ich schon oft mit völlig überdrehten Leuten auf der Bühne froh war, überhaupt irgend etwas zu hören. Das Monitorsignal über Kopfhörer beim Recorden war noch immer bei weitem besser als mancher Bühnensound. Vielleicht eher ne Frage der Übung statt ner technischen Lösung?

    Hab gerade ein Deja Vu. Gab's nicht vor ner Weile schon mal nen Pedal-Designer, der hier mit stolzgeschwellter Brust seine Neuentwicklungen präsentiert hat, auf kritische Bemerkungen und Nachfragen aber eher "zurückhaltend" reagiert hat?


    Mann, wenn schon die deutsche Drummerszene in Gestalt des DF verhalten reagiert, wer soll denn dann bitte dein Produkt kaufen???
    Glaubst du, internationales Publikum reagiert wesentlich anders?


    Auf der NAMM 2020 dürfte das Pedal mit Sicherheit der Renner sein :D


    Edit: Nicht falsch verstehen, ich finde es grundsätzlich immer gut, wenn jemand sich Gedanken macht und neue Dinge entwickelt. Da aber anscheinend bislang wenige Forenuser überzeugt zu sein scheinen, solltest du dich der Kritik stellen, statt mit Behauptungen ala "echte Schlagzeuger wissen, was ich meine" um dich zu werfen.
    So lange der potentielle Kunde (also wir) den Eindruck gewinnt, dass dein Produkt überflüssig ist, ist dein Auftritt hier missglückt und ne glatte Themaverfehlung, egal wie gut das Pedal tatsächlich sein mag.

    also ich finde das Sabian QT practice pad toll


    Finde ich auch, insbesondere da man darauf wie auf einer echten Snare Rim Clicks spielen oder mit Besen wischen kann. Nur wirklich leise ist es nicht, und während einer Orchesterprobe hört man das Geklapper mit Sicherheit.


    Ist zwar jetzt ein anderes Thema, aber wer von euch übt während der laufenden Probe Rudiments? Ich finde, auch wenn man gerade keine Noten auf dem Blatt stehen hat, sollte man selbst immer konzentriert dabei sein und vermeiden, andere in ihrer Konzentration zu stören. Mich selbst stört Unruhe im Ensemble ja auch.


    Bin ich da möglicherweise zu streng?

    Ich sehe diese Entwicklung durchaus auch mit einer ausgeprägten Skepsis und kann der eher sportlichen Auslegung des Drummings selbst wenig abgewinnen. Und meine Füße machen auch nach 40 Jahren immer noch weitestgehen nur "Bumm" ohne viel Drumrum.


    Trotzdem muss ich als "Alter Sack" in vielen Bereichen - nicht nur des Drummings - einfach anerkennen, dass die Zeit nicht stehen bleibt und Dinge sich u.U. auch in Richtungen weiterentwickeln, mit denen ich nicht mehr so recht warm werde. Aufs Trommeln bezogen bedeutet das, dass ich wohl auch weiterhin als Groove Drummer und nicht als Zirkusartist auf der Bühne stehe und damit auch völlig zufrieden bin. Und ich versuche auch in Zukunft, mit dem Bassisten zusammenzukommen, selbst wenn heutige Metaller angeblich vor allem mit dem Gitarrenriff synchron sein sollten.


    Wer für sich - unabhängig vom Spiellevel - andere Prioritäten setzt, tut auch keinem Weh damit, selbst wenn vielleicht am Ende weniger Musik daraus entsteht als bei dir oder mir ;)
    Wobei, was ist eigentlich Musik?

    Die besten Ergebnisse bekommt man vermutlich immer mit der Lösung, die man gewöhnt ist und die einen daher am wenigsten einschränkt, egal ob nun Woodblock, Cowbell, Stimme oder irgendein Rhythmus-Pattern.


    Wie du allerdings selbst schon festgestellt hast, gibt der programmierte Groove auf dem Kopfhörer unter Umständen eher schlechte Orientierung.


    Ich bin ein allerdings Fan davon, auch stark synkopierte, "vertrackte" Grooves immer mit einem starken Gefühl für die Zählzeiten zu üben. Denn das macht es letztendlich unter anderem aus, dass Musik zum Mitwippen oder gar -tanzen animiert. Andererseits gibt es mir selbst bei komplexeren Beats die innere Stabilität, den Laden zusammenzuhalten.


    Daher plädiere ich eindeutig für den klassischen Weg, die Viertel laufen zu lassen, die Eins betont, ggf. die Achtel leiser mit dem Shaker dazwischen, und dann einfach so lange üben, bis man sich wohl fühlt. Und keine Angst, den Kopfhörersound hört man auf der Drumspur nicht, wie Rampen schon schrub.


    Wenn man nicht mit Sequenzern oder Samples 100% synchron sein muss, ziehe ich es ja vor, die Rhythmusgruppe zusammen einzuspielen, statt auf dem Click rumzueiern. Unterstützend gibt es dafür die App Live BPM, die einem das aktuelle Tempo beim Spielen anzeigt, jedoch nicht vorgibt. Das lässt der Musik Luft zu atmen und man kann trotzdem gut verhindern, schneller oder langsamer zu werden.

    Für Leute, die nicht viel mit Geschrei anfangen können also wahrscheinlich eher nix


    Dann fühle ich mich hier ja gleich angesprochen und schreib mal was dazu.


    Verstehe nicht, welche Aggressionen man in sich tragen muss, um solche Musik zu spielen. Aber wenn ich tatsächlich mal den passenden Sound suche, um mit ner Flasche Alk in der Hand nachts durch die Straßen zu ziehen und wahllos Leute abzuschlachten, denk ich an euch. Ich finde Sound und Video nämlich wirklich cool gemacht ;)

    der Thread ist unnötig, weil es ja bald wieder andere Finishes gibt


    Gerade diesen Gedanken finde ich sogar recht charmant. Egal wie lange dieser Fred laufen wird, man wird immer mal wieder auf neue Folien am Markt hingewiesen.


    Auch wenn ich eher ein Fan solider Hausmannskost bin und Angst hätte, mich dauerhaft an sehr extravagante Finishes zu binden (s.o.), haben Folien unbestreitbare Vorteile. Einen Kratzer in der Folie verdaue zumindest ich deutlich besser als ein Lackschaden beim edlen Hochglanzlack über exklusiver Maserung in außergewöhnlicher Farbgebung. Zumal manche Folien im Bühnenlicht einfach geil ausschauen.


    Und auch wenn man sie genauso gut weglassen könnte, mache ich mir über kritische Äußerungen keinen Kopp, sondern lese drüber weg. Im wahren Leben sagen auch manche Leute schwachsinniges Zeug, und man muss es trotzdem ertragen ;)

    Irgendwie lässt mich das immer vermuten, dass der Fokus auf das Ganze vielleicht nicht so recht ausbalanciert ist


    Interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind. Mir kommt es eher vor, als ob sich im Zuge der heute geläufigen Schlagzeugartistik die Beschäftigung mit den Füßen begonnen hat, weiterzuentwickeln. Zu meinen Anfangszeiten in den Achtzigern beschäftigte man sich ausschließlich mit den Händen und übte Rudiments, bis sie saßen. Der rechte Fuß hingegen gab sich damit zufrieden, zu definierten Zählzeiten auch synkopiert in time "Bumm" zu machen, und wer saubere Doubles hinbekam, war schon der King. Noch einsilbiger war der linke Fuß, dessen Hauptaufgabe es war, entweder auf dem Beat oder zum Offbeat die Time zu markieren.


    Und auch damals gab es schon große Drummer, die die Frage aufwarfen, ob man derlei Virtuosität überhaupt braucht, und ob nicht einfachstes, musikalisches Spiel mit gutem Feeling völlig ausreicht (z.B. Ringo, Charlie Watts, Nick Mason und wie sie alle heißen).


    Mit der Zeit erkannte ich dann, dass es für die Hände neben German, French und American Grip noch diverse andere Ansätze bekannter Lehrer gab, ob das jetzt Moeller, Gladstone oder andere waren. Plötzlich hörte ich von Push-Pull und anderen nie gesehenen Dingen, und obwohl alle "nur" trommelten, wurde der Fundus dessen, was man üben konnte, immer größer. Und bei mir machte die Bass Drum immer noch brav Bumm...


    Ich finde es völlig einleuchtend, dass unterschiedliche Fußtechniken junge Drummer motivieren können, irgendwann mit viel Fleiß und Glück mit Händen und Füßen annähernd gleichwertig agieren zu können. Insofern scheint mir die Fußtechnik noch auf dem Weg zu sein, sich neben den Händen als gleichwertig und gleichbedeutend zu emanzipieren.


    Braucht man das? Ich glaube nein, man kann auch ohne virtuose Technik gute Musik machen. Darf man das üben? Natürlich ja, denn alles andere wäre Stillstand, und wir alle würden immer noch Märsche auf Snares trommeln. :)


    orinocco: ich verstehe gerade (wieder mal) nicht genau, was du eigentlich sagen möchtest :D

    Vielleicht bringt mich dieses Beispiel ja jetzt dazu, mal einen Grundsatz-Thread zu diesem Thema.zu öffnen... Ich schlafe nochmal drüber.


    OT:


    Ja, gute Idee, bitte mach das!!!


    Es gibt nämlich meines Erachtens überhaupt keinen vernünftigen Grund, zu erwarten, dass in einem Forum (noch anderswo) Rat suchende nur gemäß ihren Erwartungen beraten werden. Freier Gedankenaustausch ist eines der höchsten Güter, die wir uns in Jahrzehnten erarbeitet haben, sofern gegenseitiger Respekt gewahrt bleibt, was in diesem wie in vielen anderen Fällen eindeutig der Fall ist.


    OT Off


    Edit: natürlich ist nicht jeder User in jeder Situation gleich geschickt in seinen Formulierungen, was dann vielleicht einen falschen Eindruck erwecken mag. Aber klugschei**erisch oder ignorant war hier im Verlauf glaub ich keiner, sondern lediglich bemüht, Alternativen zu vermutlich nicht unerheblichen Kosten und Aufwand vs. Nutzen aufzuzeigen.

    Gerade von Dir als Schlagzeuglehrer hätte ich mir da mehr Offenheit gewünscht


    Ups, das war wohl ein Mißverständnis. Ich habe zwar früher mal unterrichtet, das ist aber schon lange her, und aktuell wollte ich mich nicht als Lehrer darstellen, sondern eher meine (rein menschlichen) Eindrücke wiedergeben.


    Und deine technischen Fertigkeiten wollte ich keinesfalls in Frage stellen, sondern lediglich hinterfragen ;)


    Hintergrund: ich habe selbst lange Zeit vermieden, Soli zu spielen, da meine Technik (in meinen Augen) zwar gut genug ist, um musikdienlich Songs zu begleiten und vielleicht sogar mal dein einen oder anderen Lick abzufeuern, aber als Amateur fehlte mir immer die Routine und Konstanz, um auch Soli SOUVERÄN über mehrere Minuten abwechslungsreich und trotzdem auf den Punkt zuverlässig so abliefern zu können, dass es meinen Erwartungen gerecht werden könnte. Geht mir auch heute noch so, allerdings spiele ich, wenn schon, dann gerne über den Groove, kurz und schmerzlos über 8 oder 16 Takte, und gut is.


    Da mich selten epische Schlagzeugsoli von Durchschnittsdrummern - egal ob Amateur oder Profi - begeistert haben, ist meine Meßlatte scheinbar ziemlich hoch, und ich kann auf Soli jeglicher Art daher meist gut verzichten. Ähnlich geht es mir bei vielen Hobbybigbands, bei denen jeder mal ran darf und kaum einer über simple Pentatonik rauskommt. Gääääähn!!! Soli werden überbewertet ;)

    Jein. Der Hauptgag in Niles genialem Post nebst meinem Feedback lag (siehe Smilies) ohnehin im Titel "Higher"
    Grandios!


    Dass der Titel in dem Kontext originell ist, lässt sich nicht leugnen.


    Ich vermute allerdings eher, da alte Stimmen - wie so vieles im Alter - unabhängig von der Tonlage häufig an Qualität verlieren, dass sich Songs in der Originaltonart heutzutage wahrscheinlich ähnlich traurig anhören würden.

    Der Song "Higher" so heruntertransponiert... das ist echt ein Stimmungs-downer für meine Seele


    Leute, meint ihr das im Ernst????


    Auch wenn der Fred nicht ganz ohne Augenzwinkern daher kommt, die Nummer ist gerade mal nen Halbton runtertransponiert, also die nach westlichem Musikverständnis kleinstmögliche Einheit. Ich bin zwar auch der Meinung, dass sich nicht jeder Song im Laufe der Jahrzehnte live positiv verändert hat, aber sollten die alten Herren deshalb Bühnenverbot bekommen? Wenn die Natur es nicht mehr ganz hergibt, dann findet Mensch doch auch in anderen Situationen Lösungen.


    Mir wäre lieber, manch ein Rock-Dino würde sein Outfit dem fortgeschrittenen Lebensalter anpassen und sich und uns manche Peinlichkeit ersparen :D

    Ich bin aus der ganz anderen Ecke Deutschlands, daher weiß ich nicht, wie viele hundert Schlagzeuglehrer es in Hamburg vermutlich gibt.


    Dennoch bin ich mal so frei, dir (ungefragt) meine Meinung kundzutun.


    Zwar kann ich die Idee nachvollziehen, sich professionelle Unterstützung zu holen, wenn man irgendwo nicht weiter kommt. Andererseits ist das Schlagzeugsolo dein ganz persönliches Feature und sollte daher noch mehr als alles andere (beim Covern ist der Spielraum ja naturgemäß etwas enger) deine Persönlichkeit präsentieren. Wenn du beim Entwickeln eines Solos stagnierst, heißt das nach meinem Verständnis
    a) deine technischen Fertigkeiten reichen nicht aus,
    b) du hast keine kreative Idee, was du deinem Publikum "erzählen" willst,
    c) Anspruch und spielerische Wirklichkeit stimmen nicht überein, oder
    d) von jedem etwas.


    Insgesamt nicht unbedingt eine Situation, die einen prädestiniert, Soli zu spielen. Daher würde ich die Idee von drumrumköln nicht unbedacht verwerfen, denn glänzen kannst du mit einem musikalischen Solo über einen Grooveteil der Band mindestens ebenso wie mit einem reinen Drumsolo. Und du schaffst dir selbst den doppelten Boden, auch an nem schlechten/uninspirierten Tag nicht völlig abzukacken, weil der Rest der Band dich sicher trägt. Im Gegenteil kann ein hörbar auswendig gelerntes Solo eines technisch durchwachsenen und uninspirierten Drummers echt abtörnen. Da gehe ich als Zuhörer schon mal vor die Türe, wenn es die Örtlichkeit zulässt.


    Entsprechend würde ich als Lehrer argumentieren, dass ich dir gerne ein paar Gimmicks zeigen kann, die kreative Ausgestaltung aber natürlich vom Drummer selbst kommen muss. Anders sähe es aus, wenn du schon jetzt und mittelfristig planbar mein Schüler wärst. Dann könnte man Solieren gern als Teil des regelmäßigen Unterrichts etwas forcieren, allerdings nicht unbedingt im Sinne eines festen "Abgabetermins" mit Erfolgsgarantie.


    Ehrlich gesagt klingt dein Anliegen so ein wenig nach All-Inclusive-Mentalität. Sollen dir Andere einen Lehrer suchen, Andere dir ein Solo "massschneidern", dann aber bitteschön keine alternativen Ideen nennen, und du darfst am Ende damit glänzen?


    Hock dich hin, sehe und höre dir andere Schlagzeugsoli an, analysiere und übe Passagen draus. Und dann spring ins kalte Wasser und versuch's einfach. Gitarristen oder Bläser machen es nicht anders, nur haben die im Programm oft mehr Gelegenheit dazu. In jedem zweiten Stück ein Drumsolo erträgt ja kein Mensch ;)