Beiträge von trommla

    Wobei man ehrlich sagen muss, dass das alles zwar rasend interessant, aber überhaupt nicht relevant ist. Zumindest nicht, wenn die Bandkasse nur ein paar Euro 50 für Akustikmaßnahmen hergibt. Schall breitet sich omnidirektional aus, und wenn du explizit nur die Höhenanteile deines Sets eliminieren willst, musst du in eine Kabine. Sonst wirkt sich das zwingend auf alle Mitmusiker aus.


    Einen Raum akustisch wirklich zu optimieren, kostet Tausende von Euro und benötigt einen Akustiker, der den Raum durchmessen und analysieren kann, das fällt wohl raus ;) Hab das gerade bei einem befreundeten Studiobetreiber mitbekommen, ziemlich irrer Aufwand.

    Dann schau ich mal rein zu den Hessen äh Rheinhessen, ja sag ich doch. Rheinhessen sind doch auch die, die den Wein erfunden haben so wie die Sachsen das Angeln, nicht wahr? :D ist ja eh viel besser dann...


    Edith macht mich gerade aufmerksam, dass es sich ja auch um einen traditionellen Schreibfehler handelt und das eigentlich mal die Weinhessen waren, die zu viel Flüsterpost gespielt haben ^^

    Da wäre ich glatt bereit, mal einen Ausflug in Richtung Hessen zu machen. Vorausgesetzt, die Degustation findet dann in der Mittelmühle statt, denn die Location sollte man als Schlagzeuger eigentlich kennen. :thumbup:

    Ausschließen möchte ich das nicht. Aufgebrachte Absorber verändern natürlich auch den Klang anderswo im Raum, da Reflexionen nicht nur rechtwinklig am nächstgelegenen Ort stattfinden. Wir erinnern uns: Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel. Und in welche Himmelsrichtung Becken den stärksten Schall emittieren, müsste man erst mal messen. Vielleicht ja gar nicht nach oben, sondern horizontal? Oder schräg?


    Aber der Gitarrist wird sich schon dran gewöhnen, vielleicht muss er auch nur seinen Amp etwas anders stellen.

    So langsam wird ein Schuh draus :)
    Das Thema oben anzupinnen, fänd ich tatsächlich überlegenswert (hoffentlich sieht das ein Mod), denn aus deinen Ausführungen als Fachmann kann auch ein Einsteiger recht klar schließen, dass vor dem Neuerwerb eines Sets die Frage nach dem "richtigen" Holz nicht nur wenig hilfreich, sondern im Grunde sogar kontraproduktiv sein kann, weil man nämlich Gefahr läuft, das extremst geil klingende und aussehende Set vom Hersteller XY zu übersehen, da es vermeintlich nicht den eigenen Bedürfnissen entspricht.

    So, und jetzt bitte noch wie Oliver Stein das Playalong, um die Abstimmung zur Musik ebenfalls beurteilen zu können :D
    Ich finde es ja klasse, wie ihr euch da ins Zeug legt


    Ehrlich gesagt hab ich aber schon im ersten Step das Problem, dass mir der Drumsound nicht gefällt. Hört sich nach dogmatischem "Auf meine Felle kommt keine Dämpfung!!!" an. Bei der Snare ist es noch ganz ok, aber Toms und vor allem Bass Drum (durch das Übersprechen auf die Toms) resonieren für meinen Geschmack unschön. Irgendwie "gongig" ohne Punch, eher Richtung "jazzig". Das ist natürlich mein persönlicher Geschmack, jeder empfindet das anders.


    Da fände ich jetzt interessant, mal mit unterschiedlichen Mikropositionen zu versuchen, mehr Bauch und Attack und weniger Obertöne einzufangen, um das Ausgangssignal zu optimieren. Denn ein suboptimales Signal - um kurz in meinem Empfinden bleiben zu dürfen - behält auch im Laufe des Processings seinen Charakter.


    Aber was mecker ich, meine eigene Erfahrung hört ungefähr am Multicore auf und ich dürfte so gesehen eigentlich mangels Ahnung gar nicht mitschnabeln.

    Bruzzi, das klingt jetzt aber sehr danach, als ob der Trommelbauer die verschiedenen Hölzer nicht nach Klang aussucht, sondern trotz unterschiedlicher Eigenschaften verwendet und dabei die holztypischen Merkmale bewusst kompensieren muss, um am Ende einen guten Sound zu erreichen. ?( :D

    Aber die Ausgangsfrage war, wie wirkt sich
    die Holzart auf den Sound aus


    Nein, die Ausgangsfrage in Post #1 war, welche Klangeigenschaften haben die verschiedenen Trommelhölzer. ;)


    Und die hat Bruzzi absolut eindeutig beantwortet. Nämlich, dass man das so nicht sagen kann, weil Holz nicht gleich Holz, Verarbeitung nicht gleich Verarbeitung, Trommeldesign nicht gleich Trommeldesign und damit Birke nicht gleich Birke ist. Wissenschaftlich betrachtet mag das zur Beweisführung noch nicht ausreichen, aber wir sind doch hier kein Wissenschaftsforum. Empirisch gesehen bestätigen die Beobachtungen eher Bruzzis Ausführungen, als sie zu widerlegen. Und am Ende wollen wir Drummer doch guten Sound, das ist es was zählt.


    BTW: wenn überhaupt, fände ich eher die Frage interessant, ob bestimmte Kesselmerkmale (Holz, Verarbeitung, Maße) in bestimmten Grenzbereichen wie z.B. besonders tiefen Stimmungen generell besser oder schlechter sind. Da könnte nämlich - wenn es denn so wäre - irgendein Faktor ungeplant meinen Sound limitieren. Aber ich glaube, ich kenne die Antwort :)

    wenns Set geil klingt, isses das richtige Holz.


    Danke Bruzzi, alleine dafür schon sollte man den Fred eigentlich oben anpinnen, weil die Fragen ja in regelmäßigen Abständen gestellt werden.


    Aber auch deine praktischen Ausführungen zeigen sehr verständlich, weshalb bezüglich Holz nicht das WAS, sondern vor allem das WIE klangbestimmend ist.

    orinocco


    Du beschreibst das recht genau, wie es auch in meinem Umfeld war. Jazzrock und auch Fusion wurden gehört, allerdings habe ich mir diesem Stil nie so richtig was anfangen können. Natürlich gab es Nummern wie Red Baron von Cobham, die ich auch heute noch geil finde (Groove und natürlich dieses krasse Lick mitten im Thema 8| :D ), aber insgesamt war mir das oft zu wenig emotional. Der Jazz kam eher zufällig zustande, weil ich einer der wenigen jugendlichen Drummer in unserer Stadt war, der überhaupt so was ähnliches wie Swing hinbekam und daher gefragt wurde. Aber ich erinnere mich nicht an besonders intensive Momente dabei ;)


    Bis heute finde ich dieses Thema - Soli bis zum Abwinken - Thema - Schluss - Gedöns oft eher öde. Witzig, und das obwohl ich die letzten paar Jahre überwiegend im Jazz unterwegs war :) War aber auch großenteils ausnotierter Bigbandkram und jazziges Liedermacherzeugs, da wurde es nicht so schnell langweilig.

    Ob eine Trommel gut ist oder nicht, hört und sieht man, wenn man dynamisch
    mit ihr umgeht.


    Das ist aber auch gar nicht die Fragestellung. Es ging lediglich um die Unterschiede der Kesselmaterialien.


    Natürlich ist es ein Kriterium für schlechte Trommeln, wenn sie leise angespielt kacke klingen, das manifestiert sich aber in der Regel nicht im "falschen" Holz, sondern der falschen sprich schlampigen Verarbeitung desselben. Ob das schlechte Gratungen, mangelhaft verklebte Holzlagen oder sonst etwas sein mag. Diese Phänomene wirken sich aus, ob jetzt das Grundmaterial Ahorn, Birke, Buche, Fichte oder Luan sein mag. Das allerbeste Beispiel aus jüngster Zeit ist der plötzliche Hype um Kessel aus Fichte.


    Vor einigen Jahren noch hätte jeder hier die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und die Fichtensnare gedanklich bereits im Ofen entsorgt, noch ehe man jemals ein Exemplar gehört hätte. Billiges Weichholz aus dem Baumarkt. Und dann kommt Tama, baut ne Snare draus und rührt die Werbetrommel für den Newest Shit.
    Und siehe da, sie klingt doch.


    Peinlich, peinlich... ;)


    Edit: um nicht falsch verstanden zu werden, ich schließe trotz aller Skepsis nicht aus, dass verschiedene Hölzer sich klanglich nuanciert voneinander unterscheiden. Selbst dass es eine Hand voll Goldohren gibt, die das sogar hören, mag sein. Aber beim Kauf gesteigerten Wert auf eine bestimmte Holzsorte zu achten, um KLANGLICH bestimmte Ideale zu erreichen, diese Mär sollte man endlich begraben, dafür ist die Klangerzeugung von zu vielen wichtigeren Faktoren abhängig.


    Die möglicherweise hörbaren Unterschiede werden bereits am kompletten Set im "Frequenzbrei" verschiedener Kessel, mitresonierender Felle und Hardwarekomponenten sowie Becken mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit völlig nivelliert.

    Hurraaaaa :)
    Je länger der Fred läuft, umso mehr alte Erinnerungen steigen in mir auf, die ich beim Erstellen gar nicht mehr recht auf dem Schirm hatte, die jedoch mit zu meinen musikalischen Wurzeln zählen. Muss mal wieder meine alten Platten auflegen und schwelgen.


    Interessant, dass bislang kaum was aus der Jazzecke kommt. Dessen Zeit als der Sound der Jugend war wohl spätestens in den 50ern vorbei ;) Oder um es mit Zappa zu sagen: "Jazz is not dead, it just smells funny".

    Ich wäre froh gewesen über so einen Papa. Bei meinem gab's nur Bach, Russische Chöre und Les Humphries Singers (mit Jürgen Drews 8| )
    Ach ja, und die Beatles Single Yesterday/Act Naturally, aber das war wohl einer seiner unbeabsichtigten Fehlkäufe ;)

    Hajo 602: vielen Dank für die Testreihe und die heiß ersehnte Auflösung derselben.


    Gerade Jürgen K.s Einschätzung offenbart aber auch einen weiteren Aspekt unserer Wahrnehmung, die Psychoakustik.


    Seine Eindrücke deuten ja auf eine Art Favoritenrolle von Nr. 4 und 5 hin. 1 und 2 werden explizit mit negativen Attributen belegt, 3 und 6 gefielen ihm auch nicht so richtig. Interessant dabei ist, dass er den verbliebenen, für gut befundenen Soundfiles Modelle des von ihm bevorzugten Herstellers zuordnet. Klar könnte man sagen, hurra, also hat er ja zu 50% "richtig" gehört. Aber er lag eben auch zu 50% daneben, und seine Lieblingsserie - nicht Modell - erhielt sogar das Prädikat "nicht so richtig gut".


    Das legt zumindest den Verdacht nahe, dass ein oft sehr präziser und analytischer Kopf wie Jürgen K auch nicht frei davon ist, das zu hören, was er zu hören erwartet.


    Somit halte ich als klares Ergebnis dieses Threads fest, es gibt wie auch bei Kesseln keinen klanglich begründbaren Grund, aus der Investition in so genannte Markenware ein Dogma zu machen und kleine/günstige Anbieter abschätzig zu betrachten. Aber das wussten wir ja eh alle, oder? ;)

    Als ihr begonnen habt, in Bands zu spielen, welche Bands habt ihr da zum Vorbild genommen? Wie wolltet ihr klingen?


    Die Idee entstand in meinem Vorstellungsthread, nachdem einige Altersgenossen geäußert haben, dass ihr schlagzeugerischer Werdegang meinem recht ähnlich war. Nun hätte mich mal interessiert, ob auch die musikalischen Einflüsse innerhalb der Generationen ähnlich waren.


    Zunächst dachte ich daran, den Fred an die Altersgruppe +/- 50 Jahre zu adressieren. Aber warum sollten nicht auch jüngere oder (noch) ältere sich äußern dürfen? Wenn jeder sein ungefähres Alter mit angibt, dann kann man vielleicht nach einiger Zeit einen Trend erkennen, welcher Musikstil oder gar welche Bands in welchem Jahrzehnt unser Schaffen besonders geprägt haben.


    Ich fang mal an. Ich bin heute 50 und habe in den frühen Achzigern begonnen, in Bands zu spielen. Unsere Vorbilder waren damals


    - Genesis mit Peter Gabriel
    - Peter Gabriel solo
    - Pink Floyd
    - Yes
    - Marillion
    - King Crimson
    - Anyones Daughter :whistling: (deutscher Progrock halt)
    - Rush


    Generell war natürlich auch alles interessant, was mit den noch relativ neuen bezahlbaren digitalen Synthesizern so machbar war. Ich sag nur Juno60 oder DX7 :rolleyes:


    Nun seid ihr dran. Haut in die Tasten, ich bin gespannt, wer oder was euch so geprägt hat.