Ich käme nie auf die Idee, meine Becken, die ich durchaus sehr liebe, nur noch mit Handschuhen anzufassen. Allerdings hatte ich auch nie dieses pseudoerotische Verhältnis zu meinem Equipment, dass da keiner ran durfte und ich alles nach jeder Probe verhüllt hätte wie Christo.
Becken sind in meinen Augen sicher keine Verschleißartikel wie Sticks, deren Abnutzung ich von Beginn an einkalkuliere. Auch wenn sie natürlich (Keyholes, Flecken etc.) mit den Jahren verschleißen.
Instrumente darf man in meinen Augen durchaus pflegen, und Becken mit Korrosion finde ich weniger schön als ohne, daher werden zumindest von Zeit zu Zeit grobe Verunreinigungen entfernt und nach Kontakt mit Feuchtigkeit mal mit dem Lappen trockengewischt. Ebenso werden ab und an mal die Kessel und der Chrom saubergemacht.
Zum Thema dünne Becken kaputt hauen. Ich habe vor einigen Jahren mal ein Interview mit Nort Hargrove von Sabian gelesen, in dem er bemerkte, dass es im Grunde ein Irrtum sei, zu glauben, dünne Becken könne man leichter kaputtspielen. Im Gegenteil sind dünne Becken elastischer und können seiner Aussage nach technisch mehr ab als dicke Bleche. Allerdings halte ich es für möglich, dass dünne Cymbals, die ja meist dunkler klingen, dadurch weniger Projektion haben und man deshalb kräftiger schlägt als bei vergleichbaren dickeren Becken. Mehr aus dem Gefühl raus, man könne sich sonst nicht durchsetzen. Und wenn man dann über die Belastungsgrenze kommt, geht's dahin.