Ich sehe sehr oft, wie Drummer bei Youtube, dass auch so machen, die wippen mit dem linken Bein ohne dabei die Hihat splashen zu lassen, warum machen die das? Wieso zählen die nicht einfach nur im Kopf mit, so wie ich es tun würde? 🤷♂️
Was ich bei wem sehe, ist mir ziemlich egal. Mich interessiert vor allem, was ich höre. Den Fuß ohne Sound mitwippen zu lassen dürfte eine reine Angewohnheit sein. Viele Musiker tippen ja im Takt mit dem Fuß. Braucht man das? Ich denke eher nicht, sonst würde es ausnamslos jeder machen. Wer im Takt mit den Zähnen klappert, soll das gerne auch machen, abschauen muss ich mir das noch lange nicht.
Aber linker Fuß als Pulsgeber + beide Hände und dem rechten Fuß für den Bass, ist bisher unmöglich.
Ich glaube, das ist tatsächlich ein Missverständnis. Den Puls sollte die Hihat nicht geben müssen. Der Puls sollte in dir drin sein, irgendwo im Zentrum des Körpers. Als Drummer solltest du den Puls der Musik fühlen können, sonst wirst du vermutlich nie so spielen können, dass Zuhörer deinen Puls fühlen können (wir Musiker sagen dann, du groovst).
In jungen Jahren konnte ich zum Beispiel keine Grooves spielen, bei denen Viertel auf Hihat oder Ride geschlagen wurden. Mir fehlte noch völlig das Gefühl für den Puls der Musik, wenn ich nicht dieses 8tel- oder 16tel-Raster in der Führhand hatte. Ich glaube, als Drummer kann man sich viel von Tänzern abschauen. Die müssen oft auch ziemlich wilde Choreografien tanzen, dabei aber den Beat der Musik spüren. Der Körper ist dabei eine Einheit, der von der inneren Uhr (und von verdammt viel Training
) zusammengehalten wird. Du wirst lachen, bei mir gehört zum Erarbeiten eines Grooves tatsächlich oft Singen (Hookline, Basspattern, Gitarrenriff, was halt charakteristisch ist) und Tanzen.
Die Buchempfehlung von BuddyRoach würde ich mal versuchen, oder jede andere Übung, bei der du eben dann die Hihat durchlaufen lassen kannst. Ich weiß, man hört das nie gerne, am Ende zählt vor allem, wie fleißig man sein Zeug übt. Ich spiele seit über 40 Jahren, und es gibt noch etliches, was ich immer noch nicht kann, weil ich es nicht genug geübt habe. Das lernen hört aber auch nicht auf, ich übe immer noch gerne und bemerke Fortschritte.