Dabei darf man aber nicht vergessen, dass genau diese Idole es waren, die den Grundstein für das alles gelegt haben.
Wenn wir in der Geschichte des Drumsets zurückgehen, war das natürlich auch nicht nur eine Generation an Idolen. Jede Drummergeneration hat ihre Vorbilder, meistens diejenigen, die nur ein paar Jährchen älter und bereits deutlich erfolgreicher sind. Ob ich mir in der Jugend Vorbilder genommen hätte, die (aus Jugendperspektive) schon im Rentenalter waren, bezweifle ich stark. Im Gegenteil, bei großartigen und einflussreichen Jazzdrummern wie Art Blakey und manch anderem war ich damals sogar der Ansicht, dass sie nicht zum Vorbild taugen, weil sie technisch so wenig drauf hatten. Dass sie in ihrer Generation schon Vorreiter waren, hab ich erst viel später kapiert. Auch Ringos Genialität war Ende der 70er, Anfang der 80er für mich noch nicht greifbar, war halt auch schon ein alter Mann ![]()
Gespannt bin ich, wie weit sich das Drumming technisch noch weiterentwickeln wird. Extreme Metal könnte da aber eine Sackgasse sein, denn sehr viel mehr, als wir heute bei Leuten wie Siberiano und Co. bewundern, dürfte der Bewegungsapparat bald nicht mehr hergeben. Und wenn, wie m_tree ja richtig schreibt, der fehlende Punch nur durch Kompression und Samples künstlich hinzugefügt wird, ist das ja auch ein Hinweis auf natürliche Grenzen.
Daher faszinieren mich Styles (neue wie alte) mehr als Speed. Swag Drumming beispielsweise ist nicht schnell und für mich nachvollziehbar, inspiriert mich dadurch aber mehr, weil ich Elemente davon aufgreifen und an der richtigen Stelle mal einfließen lassen kann. Das erste mal Stanton Moore zu hören, war der Hammer, weil diese Second Line Geschichten meine musikalische Ausdrucksfähigkeit um Meilen erweitert haben. Alles Sachen, die weniger Anforderung an bestimmte Techniken stellen, sondern ein musikalisches Verständnis erfordern, um die Grooves "lebendig" werden zu lassen. Dass man auch dafür ein gewisses technisches Rüstzeug haben sollte, ist klar, aber es fragt eben auch keiner, ob man nun besser Heel-Up, Heel-Down oder Swivel spielt. Klingen muss es halt. "Wennsd schee neihaust, kommt's schee raus", wurde glaub ich mal Wolfgang Haffner zitiert ![]()