Beiträge von trommla

    Für mich ist das schon fast ne ideologisch geführte Diskussion, und dass Ideologien selten zu was nutze sind, sehen wir seit einiger Zeit ja wieder verstärkt rund um den Globus.


    Ich stell jetzt mal ne steile These auf. Paiste ist der einzige Hersteller, der sich auf die Fertigung von ordentlichen B8-Becken fokussiert, weil sie die ersten waren, die bewiesen, dass man aus B8-Bronze ähnlich gute Becken fertigen kann wie aus der traditionellen Glockenbronze-Legierung. Ob Paiste als ursprünglich estnisches Unternehmen B8 wegen besserer Verfügbarkeit wählte, klanglich bewusst andere Wege suchte, oder aus anderen Gründen die B8-Legierung vorzog, entzieht sich meiner Kenntnis. Dass Paistebecken aus B8 tatsächlich so gut wie B20-Becken sein können, wissen wir schon lange. Nur sind sie eben nicht besser als B20-Becken, kosten in dieser Qualität aber vergleichbar, also weshalb sollten andere, "türkischstämmige" Hersteller ihre Produktionsprozesse kostenintensiv umstellen, wenn B8 gegenüber B20 keine unbestreitbaren Vorteile bietet? Meinl lasse ich mal bewusst außen vor, da Roland Meinl wohl eher in der Tradition guter Kaufleute denn guter Beckenschmiede steht ;)

    (oder bin ich gar der einzige, der die frühen Meinl-Becken mehrheitlich als ziemlich gruselig empfand?)


    Ich behaupte (als alter B20-Fan), dass gute B20-Becken alles können, was man auch mit B8-Becken stilistisch abdecken kann. Umgekehrt kenne ich wenige bis keine Fälle, in denen Drummer auf B8-Blech begeistert überwiegend Jazz und Ähnliches spielen. Ob nun 2002, Big Beat oder Giant Beat, reden wir doch eher über Becken für Rock/Popdrummer. Für alle anderen Anwendungen musste (und muss) Paiste B20-KnowHow dazukaufen. Was Paiste hingegen geschafft hat, ist ein Image aufzubauen, welches ähnlich wie Apple eine gewisse emotionale Bindung zum Produkt schafft. Diesen Erfolg werden andere Beckenhersteller nicht durch bloßes Kopieren brechen können, das hat man ebenfalls an Appleprodukten und deren Clones gesehen.


    Insofern bin ich mir fast sicher, dass es nicht am fehlenden Vermögen anderer Hersteller liegt, sondern am fehlenden Willen, hier groß zu investieren.

    Was habt denn ihr für riesige Spülmaschinen???? Oder baut ihr das ganze Innenleben dafür aus?

    Bei mir wär (ohne nachgemessen zu haben) bei 12er oder 13er Becken Schluss. Die einzige Maschine, in der ich mir das vorstellen könnte, wär ne Gastromaschine, wie wir sie im Verein haben.

    Danke schon mal für deine Mühe. Der Link zu Mix 4 ist leider nur ein Salto rückwärts zum Beginn der Seite, n Audio bekomme ich aber nicht. Ansonsten ist bisher Mix 2 für mich tatsächlich im Vorteil. Ich bin zwar "nur" Drummer und lasse die Damen und Herren an den Knöpfen und Fadern gerne machen. Aber definitiv gut zu wissen, dass die Bass Drum bisweilen nen Low Cut vertragen kann. Gibt schließlich auch weniger drumaffine Tontechniker.

    Leider sind Parallelabhebungen oder Throw-Off II (Quasi-Parallel) schon lange nicht mehr en Vogue

    Oooch, ich bin froh, dass bisher noch kein Hersteller die Rückkehr der Parallelabhebung eingeläutet hat. Ja klar, manche (nicht alle) waren schon gut, aber ich bekomme bislang aus jeder meiner Snares eine präzise Teppichansprache, muss mir aber keine Sorgen machen, welcher Hersteller gerade den Spezialteppich für Snare XY mit Parallelabhebung im Programm hat. Ganz im Gegenteil, durch Verwendung eines de facto Standards bei Teppichen hat sich mir und vielen anderen ein weites Feld eröffnet, mit unterschiedlichen Teppichen zu experimentieren.

    Ich spiele schon seit 2015 ein "Kinderschlagzeug" auf der Bühne und mache mir darüber nur bedingt Sorgen*. Die klanglichen (vor allem in kleineren Veranstaltungsräumen) und ergonomischen Vorteile sind bestechend.

    Bin mir sicher, dass das bei dir hervorragend funktioniert. Noch siegt allerdings bei mir die Optik, bzw. ich versuche einen Kompromiss aus Transportfreundlichkeit und Optik zu finden. Aber es hat natürlich seinen Grund, dass mein Bop-Kit von allen Sets die meisten Einsätze auf dem Buckel hat, obwohl es das "schlechteste" in meinem kleinen Fundus ist. ;)

    immerhin trauen sich auch immer noch Leute mit einer Flying V auf die Bühne und das sieht ja nun wirklich albern aus

    In diesem Punkt kann ich dir zu 100% zustimmen, aber weil andere (noch) alberner aussehen, muss ich da ja nicht mitmachen. Aber schließlich ist es ja auch bereichernd, wenn unterschiedliche Drummer unterschiedliche Herangehensweisen haben und doch auf ihre Art gut dabei rüberkommen.

    nils: Ich bin zu 100% bei dir, hab bisher noch nie wirklich was vermisst, sobald ein Mikro drin ist und alles über PA läuft. Unverstärkt sieht das schon anders aus. Schon meine 18er kommt da je nach Umgebung deutlich an ihre Grenzen, und drunter sieht nach Kinderschlagzeug und nach meinem Geschmack auf der Bühne einfach albern aus.

    Außerdem hätt ich gerne was großes, um mich zu verstecken, falls das Publikum mit Eiern wirft...

    Ich würde da eher in Richtung 16" Tiefe gehen. Ich bilde mir ein, das ist noch ein bisschen universeller

    DAS dürfte tatsächlich reine Einbildung sein 8)

    Ne 24er ist an sich schon eher speziell, gerade für uns Hobbyisten. Für's Universelle nimmt man besser kleinere Durchmesser als große Tiefen, das Ding muss ja meist in nen Pkw rein. Und wer von uns kann schon dem Veranstalter ne Bühnengröße per Vertrag vorschreiben, damit die Drums ausreichend Platz haben ;)


    Aber wie ich den Herrn K. kenne, war die Frage eher plakativ überspitzt formuliert. Er wird sich die Antwort vermutlich selbst geben, wenn der Erwerb aktuell wird.


    Seit ich meine 22x7 Bassdrum im Fuhrpark habe, bin ich übrigens restlos davon überzeugt, dass die Tiefe von Bassdrums klanglich ziemlich überbewertet wird. Das sind eher Nuancen, den Unterschied machen eher Spielgefühl und Tragekomfort.

    Ne 7" Bassdrum sieht allerdings nicht in jedem Kontext gut aus.

    Nein, für Besenspiel braucht es mehr als nur ein aufgerauhtes Fell.

    Vor allem braucht's Übung ;)

    Du brauchst eine Snare die direkt, sensibel, sauber den Teppich aktiviert, damit es rund klingt. 7" Snares sind z.b. viel zu träge für vernünfties Besenspiel, wie ich finde. Auch 6,5 ist zu lahm in sehr vielen Fällen.

    Das finde ich höchst subjektiv. Ich spiele Besen fast immer auf ner 6,5" tiefen Snare, allerdings ner dünnen Messingsnare mit Skyntone-Fell, das klappt wunderbar. Dass die Snareansprache möglicherweise eeetwas träger ist als bei ner flacheren Snare, hat, halte ich beinahe für akademisch. Ehe ich extra deshalb auf ne flache Snare wechsle, übe ich lieber weiter, weil ich glaube, dass mich das mehr limitiert als die Tiefe der Snare.


    Aber hier soll's ja über Neues auf dem Markt gehen und nicht über Besentechnik.

    Das macht die Musiker nicht zu schlechten Musikern, aber es erzählt etwas über Spontanität und die Fähigkeit, zu improvisieren und eine eigene Version des zu Spielenden zu offerieren.

    Na wenn 50 bis 70 Musiker anfangen würden, sich spontan selbst zu verwirklichen, könnte das aber auch schnell an der Intention des Komponisten vorbei gehen. Ich verstehe aber, was du meinst. Ich selbst empfinde Musizieren im Orchester auch nicht als kreativ, sondern als Handwerk. Einen großen Klangkörper als Einheit zum klingen zu bringen, erfordert Präzision, nicht Spontanität.

    Hach, ich bin immer so hin- und hergerissen bei güldener Kesselhardware. In Kombination mit dem matt-blauen Finish könnte es mir aber beinahe gefallen. Wirkt edel, aber nicht protzig.

    Für mich stellt sich bei der Bewertung von Drummern auch die Frage, berührt mich eigentlich die Musik, die sie abliefern? Ich konsumiere Musik, die mich emotional berührt. Welche Gefühle sie dabei anspricht, ist völlig sekundär. Das kann - zumindest gelegentlich - was richtig hartes und aggressives sein, öfter melancholischer, verträumter oder abgespacter Kram, teils die Musik selbst oder aber auch ein inspirierender Text. Auf jeden Fall muss aber irgendwas meine "Kanäle" öffnen, und erst in dem Moment kann mich auch das packen, was der Drummer so macht. Ist die Musik (für mich) kalt und seelenlos, technokratisch und "überperfekt", dann geht mir jeder Solist dieser Welt in dem Moment am Allerwertesten vorbei. Insofern kann der Siberiano gar nicht zwingend was dafür, dass er mich nicht erreicht. Kann ich nicht genau erklären, ist eben so. Ein Siberiano, der spektakulär und hyperakkurat zu irgendwelchen Konserven trommelt, berührt mich auch deshalb nicht, weil er kein Teil der Musik ist, sondern irgendwas "daneben". Da kann der Backing Track so geil sein, wie er will.


    Das ist, wie wenn jemand nen sündteuren Massivholztisch vom Schreiner im Wohnzimmer hat und den den ganzen Tag mit ner hässlichen Kunststofftischdecke abdeckt, aber ständig zum besten gibt, wie edel der Holztisch ist. Und ich seh' bei dieser ganzen Internet-Coverscheiße nur überall Plastikfolie und kein Holz mehr.


    Keine Ahnung, ob mir der eine oder andere hier folgen kann, kanns nicht anders beschreiben.

    Ich bin kein Fan von Nylontips, nutze sie aber für Bigband gerne. Der spitzer Klang verliert sich gegen die Bläser, dafür klingt die Stockspitze auf dem Ride immer gleich und wird nicht weich.


    Schön wäre es, wenn man immer die Option hätte, "seinen" Stick auf Wunsch mit Nylontip zu bekommen, um bei sonst gleichem Spielgefühl nur den anderen Klang zu erhalten.

    Außer dass ich Mikros anderer Hersteller verwende, käme ich auf die gleiche Lösung. Mal anders gefragt: klappt irgendwas nicht zufrieden stellend? Oder suchst du ne Lösung für ein Problem, das gar nicht existiert?

    Ich schmunzel gerade ein bisschen, wie hier technische Fähigkeiten verglichen werden. Wer von euch will denn bitte quantifizieren, welcher Drummer "wieviel" Technik hat? Letztendlich entscheidet, zumindest in meinen Augen, einzig und allein, ob ein Drummer die erforderliche Technik besitzt, die an ihn (oder an sie natürlich) gestellten Anforderungen zu erfüllen. Das schaffen alle etablierten Profidrummer ausreichend, die bekannten Namen häufig in herausragender Art und Weise. Aber ist nun derjenige besser, der wie ein Irrer maximal viele Noten pro Sekunde raushaut? Oder vielleicht der, dessen Technik ihm ermöglicht, in nahezu jeder Stilrichtung abzuliefern? Oder gar der, der so einzigartig trommelt, dass man ihn auch ohne alle Chops unter Hunderten heraushört?


    Mich langweilt dieser Sibirische Tiger auch spätestens nach dem dritten Clip, ebenso wie Thomas Lang und Virgil Donati. Aber sind die deshalb schlechter als meine Vorbilder (Gadd, Weckl, Stanton Moore, Ringo etc.)? Würd ich jetzt so nicht sagen, denn alle erreichen mit ihren Mitteln das, was von ihnen erwartet wird, und das gar nicht mal schlecht ;)


    Hinzu kommt, dass wir von allen bekannten Drummern (na ja, Ulle mal außen vor gelassen) nur die Dinge hören, die sie perfekt können. Wieviel sie möglicherweise nicht können und wo sie ähnlich struggeln wie unsereiner, bekommen wir nicht mit. Was wir aber annehmen dürfen, ist ein hohes Maß an Disziplin und Fleiß, um sich in ihrer Weise von der trommelnden Masse abheben zu können. Dafür verdient jeder von ihnen meinen allergrössten Respekt.

    SD1 und American Classic 5A und auch 5B,

    ...sind aber komplett verschiedene Sticks. Dass der SD1, ein Maple-Stick, schon immer teurer war, stimmt. Ein Preisvergleich macht aber nur bei ansonsten identischen Sticks Sinn. Und dann, behaupte ich, sind auch die Preise identisch.


    maxipixl

    Der passende Stick ist wirklich ne sehr individuelle Sache. Da lohnt es sich, vieles zu testen, und doch kann es ne Weile dauern, bis du "den Richtigen" findest. Ich glaube allerdings bemerkt zu haben, dass ich bei der Wahl meines Sticks flexibler werde, seit ich häufiger mal mit unterschiedlichen Sticks übe. Die Motorik lernt wohl auch, sich schneller umzustellen. Und meiner Handtechnik kommt das sogar zugute.

    Nur um sicher zu gehen, wir reden vom ansonsten identischen Stick-Modell?

    Also (beispielhaft) 5A Maple vs. Hickory? Oder war das Maple-Modell irgendein Artist-Modell o.ä.? Ich habe gerade wirklich und ganz ehrlich Mühe, das zu glauben.