danyvet
Ich dachte und wartete natürlich schon drauf, dass du deine Aussage differenzieren kannst, weil ich dich ja anders kennen gelernt habe. Ich bin da - weniger dogmatisch - schon weitgehend bei dir. Gerade das Beispiel mit der Gitarre sehe ich aber komplett anders. Es macht klanglich einen gewaltigen Unterschied, ob man ein Stück mit Akustik oder E-Gitarre begleitet. Manche Songs mögen mit beidem funktionieren, andere tun das aber einfach nicht, bzw. es klingt halt dann sch***. In so einem Fall bin ich eher der Auffassung, dass der Gesamtklang über der Schlepperei stehen sollte. In deiner Position würde ich als Kompromiss sogar anbieten, ihr die Gitarre vom Auto zur Bühne zu tragen, und natürlich nach dem Auftritt auch zurück, wenn sie sie dafür gut spielt 
In zwei Bands habe ich jeweils immer ein ziemliches Sammelsurium an Instrumenten dabei, da es Teil des Konzepts ist, unterschiedliche Stimmungen zu erzeugen. Klar könnte ich sagen, das geht schon alles irgendwie nur mit Cajon alleine, und spare mir den restlichen Kram. Da aber genau die klangliche Vielfalt die Musik bereichern soll, beiße ich halt in den sauren Apfel und schleppe alles mit. Wenn ein neuer Song anstünde und irgendwer die Idee hätte, eine angeknallte Piccolo wäre besser als mein Balladeneimer, sag ich auch nicht, Snare ist Snare, sondern dann bringe ich halt beim nächsten Mal die angeknallte Piccolo an den Start.
Für mich wird eher umgekehrt ein Schuh draus. Eine Band ist wie eine Beziehung, man macht eben Kompromisse, manchmal vielleicht mehr, als man eigentlich möchte. Wenn es sich in Summe aber noch rausgeht und ich mich nicht komplett unterdrückt fühle, tu ich das trotzdem gerne zum Wohle des Zusammenlebens. Wenn die Balance komplett verloren geht und man gemeinsam keine Lösungen mehr findet, ist es Zeit zu gehen. Da würde auch niemand sagen, ich mach das jetzt aber genau, wie ich das möchte, und lasse mir nicht reinreden, aber der Beziehungsstatus soll bitteschön bestehen bleiben.