Nun ist aber in meiner jetzigen Band besagter "Mecker"-Gitarrist/Sänger hochentsetzt über die Idee, dass wir uns um die Technik selber kümmern müssten. Einer der Gründe, warum wir das nicht machen könnten, sei eben das Problem, dass der "prähistorische" Kram in den letzten Jahren keine VDE-Prüfung erfahren hat und wir deswegen keine öffentliche Veranstaltung damit beschallen könnten und warum wir uns da überhaupt kümmern sollten. Er hat auch direkt vorgeschlagen, dass doch stattdessen auch einfach eine der anderen Bands, mit denen wir für den Abend im Gespräch sind, die Backline und PA übernehmen könnten und wir einfach nur als Vorband auftreten. (Das war aber bei vergangenen Gigs schon immer ein Problem, dass er partout nie den "Headliner"-Slot wollte und alle immer so lange bequatscht hat, bis die anderen Bands uns einen Slot weiter vorne gegeben haben).
Diesen Verweis auf irgendwelche Prüfungen kann ich aus rechtlicher Sicht verstehen, bedauere aber die mittlerweile dominierende Korintenkackerei in so manchen Köpfen. Wann ist denn bitteschön mal eine Veranstaltung schief gegangen, weil eine nicht geprüfte Endstufe abgeraucht ist??? Alles hinter dem Netzteil wird bei der PA doch auf unkritische Spannungen runtertransformiert, und zumindest kaputte passive Boxen gefährden niemand, die klingen halt dann scheiße oder gar nicht mehr. Und wenn wirklich mal ein Kriechstrom irgendwo hinkriecht, wo er nicht sein sollte, hab ich bisher nur erlebt, dass ein Mitmusiker halt ein leichtes Kribbeln gemerkt hat. Fälle von schwereren gesundheitlichen Auswirkungen kenne ich nur von unsachgemäßem Umgang mit Licht oder stromführenden Leitungen. Und da lag es vermutlich nicht an fehlenden Prüfsiegeln, sondern an unsachgemäßem Umgang/Gewalt o.ä. Letztendlich wünschte ich mir etwas mehr gesunden Menschenverstand und weniger Angst vor dem 0,0001 Promille aller Veranstaltungen, wo mal was schiefgeht und man zumindest mit dem Vorwurf grober Fahrlässigkeit konfrontiert werden KÖNNTE.
Ansonsten finde ich es ehrlich gesagt nachvollziehbar, eine solche VA nicht machen zu wollen, ich wäre auch nicht begeistert. Weder hab ich Lust auf die ganze Organisation und Schlepperei, noch möchte ich eigenes Equipment fremden Bands zur Verfügung stellen. Bestenfalls gibt es nachher nichts zu bemängeln, wenn doch was ist, hab ich es leider noch nie erlebt, dass es nicht lästige Diskussionen gegeben hätte. Anders sähe es aus, wenn man über eine größere private Feier nachdenkt, denn da hätte ich das Gefühl, selbst eine Art Nutzen davon zu haben. Aber auf irgendeiner Bühne stehen zu dürfen, ist für mich kein ausreichender Nutzen. Das tu ich genug zu besseren Bedingungen und ohne Stress.
Wenn ein Großteil der Band dieses Ding machen will, gibt es m.E. zwei Herangehensweisen. Entweder es gilt Einstimmigkeitsprinzip (so ist das bei meinen Bands eigentlich durchgehend), oder man sucht sich nen Ersatzmann/ne Ersatzfrau für den Gig. Wenn ein Bandmitglied keine Lust auf irgend einen Job hat, sollte man das respektieren!!!