Das erinnert mich ein bisschen an meine Zeit als ich noch ein Geenhorn war. Ich hatte zwar schon ein paar Monate Schlagzeug-Unterricht, aber noch kein eigenes zuhause. Ich bekam jedoch durch Zufall die Möglichkeit in der Schule auf einem Schlagzeug zu spielen. Jede freie Minute wurde genutzt. Von 13.20 Uhr bis 14.30 Uhr war Pause da konnte ich so richtig loslegen. Eines schönen Tages bot sich mir ein grauenhafter Anblick, der deinem Bild sehr ähnlich sah
Da hatte wohl jemand an der Schraube gedreht-Finger tight würde ich sagen. Gewundert habe ich mich jedoch nicht, weil es jedes Mal ein Überraschungsei war, was ich vorfand. Alles war dagewesen-keine Becken, kein Snareständer, keine Bassdrum. Egal, diesmal war alles da was ich brauchte.
Also! Entweder hat jemand beim Fellwechsel verfrüht den Raum fluchtartig verlassen oder jemand hatte gar böses im Sinn.
Ich hatte zwar einen Stimmschlüssel dabei, aber meine Fähigkeit beruhte lediglich darauf in welche Richtung ich drehen musste, um die Spannschraube in die gewünschte Richtung zu bewegen. Drauf spielen traute ich mich ebenso wenig wie alle Schrauben zu lösen und von vorne zu beginnen.
Ich wollte nichts kaputt machen und, dass jemand bemerken könnte, dass da jemand dran rumgedreht hat wollte ich vermeiden. Letzteres war mir enorm wichtig, weil keiner wissen sollte, dass ich Schlagzeug spiele.
Nur meine Deutschlehrerin wusste davon und das sollte auch so bleiben. Ich kann voraus schicken, dass es mir nicht gelungen ist es zu verbergen.
Ich war allein mit mir dem Stimmschlüssel und der Falte. In groben Zügen wusste ich von meinem Schlagzeuglehrer wie es geht, aber da war der Ausgangspunkt ein anderer. Ich wollte aber spielen und so nahm ich den Mut beim Schopf und dreht ein bisschen an der Schraube. Die Falte verschwand. Nächster Schritt-Stimmschrauben abklopfen. Der Logik folgend gehe ich jetzt mal davon aus, dass ich die gegenüberliegende als Reverenz genommen habe.
Hatte wohl Glück, denn es passte auf anhieb alles zusammen, so dass ich loslegen konnte. Als ich vertig war stellte ich alles wieder so hin wie ich es vorgefunden hatte-wie gesagt>keiner sollte was merken.
Im Unterricht fiel es mir dann ein- ich hatte Spuren hinterlassen. Ich täuschte eine volle Blase vor und flitzte in den Raum zurück und verwischte meine Spuren. "Was könnte ich vergessen haben?" 
Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist folgendes. Ist man sich unsicher, dann mache erst kleine Schritte. Vielleicht ist es nur die eine Schraube die lose ist. Jeder Schritt sollte nachvollziehbar sein und umkehrbar sein. Vor dem ersten Fellwechsel kann man auch mit dem Alten üben. Man kann das vorherige immer wieder herstellen. Schafft Vertrauen. Bei mir war es jedenfalls so. Schöpfe vertrauen und lerne daraus was du tust. Als ich mir das erste Mal neue Felle gekauft habe, lagen diese ein paar Tage nur so rum, bis ich mich traute. Fell runter und neues Fell drauf. Bedenke hatte ich große und so zog ich alle Register. Bewaffnet mit dem Stimmschlüssel, einem Zollstock und einem Messschieber ging ich ans Werk. Zwischendurch immer mal wieder mit dem Finger über die Gratung fahren und den Abstand zischen Spannreifen und Gratung ausloten, ob dieser gleichmäßig ist. So kann man auch erfühlen, ob das Fell überall satt auf der Gratung aufliegt. Ungereimtheiten am Spannreifen kann man so durchaus auch im zusammengebauten Zustand ausmachen.
Heute reicht mir ein Stimmschlüssel, aber bis dahin war es ein gutes Stück Arbeit.
Man muss auch bedenken, dass ich 12 Jahre alt war, Für mich war es eine Überwindung alles loszuschrauben-Also von einem Status Quo. der funktionier loszulassen.
Als Erwachsener sieht man die Dinge möglicherweise ein wenig anders, aber der Weg ist nun mal der selbe.