Moin. 
Talentfrei... sehr talentiert? Tja, da scheiden sich immer die Geister bei der Frage, ob manche talentierter sind als andere. Ich will es mal so formulieren: Manche Menschen haben einen Körperbau (Gliedmaßenlängen, Muskelaufbau, Sehnen), der einem einen Vorteil geben kann. Gene sind das eine "Talent". Vieles vom "musikalsichen Talent" hängt aber insbesondere davon ab, wie man musikalisch erzogen worden ist. Wer früh und viel Musik gespielt/gesungen oder getanzt hat, hat nachweislich gewisse Vorteile im Hirn, bestimmte komplexe Sachverhalte und Bewegungsabläufe später schneller abzuspeichern. Dazu gibt/gab es diverse Studien.
Nicht ganz ohne Grund wird man in den Biografien von so ziemlich jedem Top-Schlagzeuger (und anderem TOp-Musiker) vorfinden, dass sie schon sehr früh mit Musik in Berührung gekommen sind und früh Instrumente erlent haben (manche ab drei Jahre). Dabei ist es auch eher zweitrangig, welches Instrument als erstes erlernt wird. Wer z.B. Klavier zuerst lernt kann trotzdem ein toller Gitarrist oder Schlagzeuger werden. Manche brillieren ja an mehreren Instrumenten, wie etwa Stevie Wonder oder Dave Grohl.
Je später man anfängt, ein Instrument (kontinuierlich) zu erlernen, desto langsamer ist der gefühlte Fortschrittsprozess, weil das Hirn ja - der Ungeduld geschuldet - schnell alles das nachholen soll, was Kinder über Jahre(!) in ihrem Hirn abgespeichert haben. Ich habe z.B. als Jüngling erstmal sechs Jahre lang klassische Gitarre gelernt, bevor ich mein erstes Konzert gegeben habe (weitere folgten unausweichlich). Querflöte und Klavier... habe ich dann einfach so nebenher gelernt. Die musikalische Basis, das Gehör war da, musste nur "umgepolt" werden für das andere Instrument. Hände die etwas verschiedenes machen, das war bei der Gitarre ja auch normal. Und mitt dem Fuß hat man den Takt mitgehalten. Und schwupps... schon ist die Parallele zum Schlagzeug da - unabhängiges Handeln der Gliedmaßen. Meine Eingewöhnungszeit am Schlagzeug betrug damals, als ich das erste Mal dran saß, genau.... null Minuten. Rangesetzt und gespielt. Das ging aber sicher nur deshalb, WEIL ich eben von Kleinauf eine musikalische Erziehung genossen habe. (Dennoch gibt es Millionen Dinge, die ich scheisse am Schlagzeug mache/umsetze/nicht kann)
So, du bist später eingestiegen. Lernprozesse dauern daher auch länger (Hirnstrukturen werden in der Kindeszeit einfach schneller aufgebaut). Daher muss man Geduld haben. Und man sollte es auch nicht zu verbissen angehen. Letztlich ist es ein Hobby, du musst nicht deinen Lebensunterhalt damit bestreiten. Also kümmere sich doch lieber darum, dass du vor allem Spaß am Spiel hast. WIE technisch versiert du spielst, ist da erstmal zweitrangig. Wenn der Spaß da ist, spielst du. Und spielen ist das beste Training, da wird sich dann ganz von selbst mit der Zeit in deinem Hirn etliches an Bewegungsabläufen, Drumpattern, Temposteigerungsmöglichkeiten einbrennen. Und wenn die richtig drin sind, wird es dir auch zunehmend einfacher fallen, neue Dinge mit einzubeziehen in dein Spiel.
Also kurz: Setze dich nicht unter Druck, du musst keine Bäume mehr ausreissen. Habe einfach Spaß, spiele, wie du lustig bist und allmählich wird dein Spiel besser und das lernen leichter.