Ein ähnlicher Gedanke wie dem TO schwirrte auch mir neulich durch meinen Kopf, als ich auf FB mal wieder etwas über den "besten Drummer aller Zeiten" las. Da kam mir auch der Gedanke, ist der Meister in einem Spezialfach eigentlich der "bessere" Schlagzeuger oder das "Universalgenie"? Und da fiel mir auf, dass es zwar einige hervorragende Drummer gibt, die diverse Genres abdecken, als die ganz Großen aber zumeist jene genannt werden, die vornehmlich in nur einem Musikgenre unterwegs waren. Seltener sind das "Universaldrummer".
Mal als kleiner Exkurs: Jene Drummer sind bekannt für ihre Leistungen in - wohl fast ohne Ausnahme - vornehmlich einem Musikstil. Buddy Rich, John Bohnham, Keith Moon, Joe Morello, Billy Cobham, John Robinson, Elvin Jones, Frank Beard, Phil Rudd, Nick Mason.
Und aus dieser Liste werden immer wieder als beste Drummer aller Zeiten Rich, Morello und Bonham genannt. 
Einige andere sind vielseitiger unterwegs, bedienen regelmäßig andere Musikstile. Steve Gadd, Kenny Aronoff, Phil Collins, Manu Katché, Vinnie Colaiuta, Hal Blaine, Simon Philips, Dave Weckl u.a. Viele von ihnen werden - trotz all ihres Könnens - seltener als beste Trommler in der Historie genannt.
Hmm.... jetzt könnte man ja denken, die Spezis seien automatisch besser. Aber wie schon angemerkt, sind vielseitige Drummer oftmals in der Breite technisch sehr gut, in einem, wie von Jürgen K passend formuliert, Spezialgebiet aber nicht unbedingt überragend und vice versa. Natürlich gibt es ein paar wenige Ausnahmen, die in vielen Bereichen außerordentliches abliefern (siehe z.B. Colaiuta, Weckl oder Phillips), die Mehrzahl der Universaldrummer wird dennoch seltener bei der Auflistung der Ikonen hervorgekramt. Wohl auch, weil viele in den Studios primär arbeiten und weniger durch Bühnenpräsenz oder gar Extravaganz auffallen - ein wenig Wreck-Crew-like.
Generell tendiere ich dazu zu sagen: Je mehr Musikstile man kennt, versteht, mit ihren Besonderheiten (einzu)schätzen lernt, desto besser ist man insgesamt aufgestellt. Auch wenn man in keinem Spezialgebiet zu einem Meister wird. Ein Meister muss man ja auch nicht werden, insbesondere wenn es nur um das Hobby geht. Meisterliches wird in den wenigsten Fällen abverlangt. Solides Mittelmaß in vielen Stilen, damit kommt man insgesamt wohl am weitesten.