Die Wirtschaft macht handfeste Hemmnisse für die zurückhaltende Investitionstätigkeit in Deutschland verantwortlich, wie der „Jahresmonitor der Stiftung Familienunternehmen“ zeigt, den das Ifo Institut für den Verband erstellt hat. Die Unternehmen bemängeln in der Umfrage vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Steuerbelastung sowie hohe Lohnnebenkosten. Das allergrößte Ärgernis für die Betriebe aber ist die überbordende Bürokratie, die mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns noch einmal zugenommen hat.
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„Investitionsmotoren der deutschen Wirtschaft sind insbesondere Unternehmen mittlerer Größe“, heißt es im Jahresmonitor. So haben Betriebe mit 50 bis 1000 Mitarbeitern ihre Investitionen im Inland in den letzten Jahren am häufigsten ausgeweitet. Und auch für die Zukunft planen Mittelständler häufiger, ihr Engagement in der Heimat noch auszubauen, als dies die Kleinunternehmen oder die großen Firmen tun. Vor allem bei den Großunternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten beobachten die Ifo-Forscher indes ein verändertes Investitionsverhalten.
Während jedes zweite dieser Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren sein Deutschlandengagement ausgebaut hat, planen nur noch 30 Prozent eine stärkere Investitionstätigkeit für die kommenden fünf Jahre. Dienstleistungsunternehmen und der Handel sind dabei stärker auf Expansion im Inland ausgerichtet als das Baugewerbe oder die Industrie. Immerhin fast 14 Prozent der Industrieunternehmen wollen den Deutschlandanteil an ihren Gesamtinvestitionen künftig reduzieren.
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Die bedeutendsten Investitionsstandorte für deutsche Unternehmen sind – neben der Heimat – die anderen europäischen Länder, gefolgt von Asien und den USA. Dabei spielt die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland für die Investitionsentscheidungen keine große Rolle. Denn fast 96 Prozent planen nicht, hierzulande Stellen zu streichen, um diese Jobs anderswo anzubieten.
Bei einem Großteil der Investitionen im Inland geht es den Betrieben darum, ihre Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen. Solche Ersatzbeschaffung macht aktuell bei 60 Prozent der Unternehmen den Hauptanteil ihrer Investitionen aus. Erst an zweiter Stelle folgt als Motiv die Kapazitätsausweitung. Schaut man auf die Branchen, zeigt sich, dass vor allem Industrieunternehmen besonders häufig investieren, um ihre Produktion auszuweiten. Auch Rationalisierungsprozesse spielen in der Industrie eine größere Rolle als etwa am Bau oder im Handel. Expansionsfreudig sind die deutschen Unternehmen allerdings vor allem im Ausland, wie die Studie zeigt. Im Inland überwiegt dagegen die Ersatzbeschaffung als Investitionsmotiv. Wachsen wollen viele der deutschen Firmen somit vor allem im Ausland.