Aber: Rein physikalisch braucht ein schweres System schon mehr Energie zur Schwingungsanregung oder?
Nach dem ersten Gesetz der Thermodynamik kann Energie weder gebildet noch zerstört werden, sondern nur von der einen Form (Hier schlag aufs Becken) in die andere überführt (=Schwingung des Beckens) und ggf. gespeichert werden. Nun gibt es natürlich Energieverluste, die sind beim Anschlagen eines Beckens aber so gering, dass wir das mal vernachlässigen dürfen (anders als bei Kohlekraftwerken). Was bedeutet das in der Praxis? Ich schlage eine 14er Hihat mit Kraft X an. Die(se) Kraft(umwandlung) X höre ich in Form eines Tons, der einen bestimmten Pitch hat. Selbe Kraft X nutze ich nun für eine Hihat mit 15". Wieder höre ich einen Ton. Der Pitch ist aber tiefer bei gleichem Kraftaufwand, der Ton wird damit als subjektiv leiser wahrgenommen, weil "weniger penetrante" Tonfrequenzen aktiviert werden. Die Energie die aufgewandt worden ist, ist aber die gleiche, wie im ersten Fall und somit ist auch die freigesetzte Energie in Form eines Tons dieselbe. Du bekommst also bei gleichem Kraftaufwand also - so verstehe ich die Physik hier - eine tiefere, weniger aufdringlich wahrgenommene Tonfrequenz, nicht aber einen leiseren Ton. (Ich hoffe mal, das ist halbwegs verständlich formuliert. Aber vielleicht liege ich auch daneben, dann korrigiert mich bitte. Der Physikunterricht ist schon soooooo lange her.... )
Das mit dem "selbst mixen am Set" ist, soviel ich weiß, etwas, womit viele erst dann konfrontiert werden, wenn sie im Studio sind. Eigentlich ist das ein alter Hut. Dennoch ist Dynamik für viele Schlagzeuger eine echte Baustelle - immer und immer wieder. Mir wurde jedenfalls mal von einem Lehrer mitgegeben:" Reduziere durch dein Spiel die Hihat-Lautstärke im Gesamtkontext des Drumsounds". Denn deren Frequenzen sind einfach sehr durchsetzungsfähig und können wirklich alles schnell überdecken. Das ist insbesondere für Sänger in einer Band später ein Problem, besonders dann, wenn eine Hihat offen oder halboffen gespielt wird. Gesangsfrequenzen liegen oft nahe jenen Frequenzen von Hihat und kleineren Crashbecken (14/15/16).
Hier wird auch nochmal auf (Eigen)Dynamik eingegangen. https://www.youtube.com/watch?v=oTj5cCSDO2E