Zur Zeit scheint Deutschland eine Welle an Coverbands zu überrollen. Das ist natürlich eine tolle Sache, denn wenn man eine Coverband hat können alle Leute, jung und alt, gemeinsam die Ihnen bekannten Hits grölen und schließlich bis zum Rand abgefüllt mit Weizenbier und Korea die ersten Baggerversuche zu Brian Adams unsäglichem „Summer of 69“ machen und schließlich bei Foreigner, Silbermond oder Robbie Williams sich die belegten Zungen in den Hals stecken. Weil es allen Zuschauern bei so einer Coverband-Party gut gefällt, da sie sich nicht anstrengen müssen ihnen bislang unbekannte Musik aufzunehmen, sondern alles so schön aufgeweicht serviert bekommen, werden diese Coverband auch sehr gut bezahlt.
Hat man eine Band, die selbst Lieder schreibt, versucht mit ihrer Musik neue Wege zu gehen oder etwa auch nur das macht was ihnen Spaß macht hat man es schon schwerer. Viele Veranstalter sind sich mittlerweile schon zu gut, überhaupt einen Unkostenbeitrag für Sprit zu zahlen, und nach dem dritten Getränk muss die Band an der Theke dann selbst eine Flasche Wasser zahlen.
Ich will hier jetzt nicht über die Ungerechtigkeit unken, es ist einfach ein Fakt – auch hier ist es wie in der Wirtschaft: was massenkompatibel ist wird auch gut verkauft.
Es kommt folglich ganz darauf an, welche Musik man machen will:
Bin ich Idealist und will meiner Kreativität freien Lauf lassen? Ja? Dann mache ich das meist im Proberaum, zahle bei Konzerten drauf und irgendwann leisten ich mir dann auch eine Aufnahme – einfach damit ich für mich ein Scheibchen Musik habe woran ich gearbeitet habe.
Will ich einfach nur in einer Band trommeln und möglichst noch Kohle verdienen? Ja? Dann suche ich mir schnellsten einen Platz in einer Coverrockband, lerne Thomas Langs Sticktricks und spiele auf dem Land 15jährige Zahnspangenmädchen und 40jährige achtzigergeschädige Haarsprayamazone wuschig.